undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 2 Sam 18,6.9-10.14b.24-25a.30-19,3
Abermals tobt eine Schlacht, Israel gegen die Krieger Davids. Diese sind als Berufssoldaten dem ungeübten Volksheer der israelitischen Stämme weit überlegen und verirren sich zudem im unwegsamen Gelände und dem dicht zugewachsenen Wald Ephraim. Auch Abschalom, der Sohn Davids, der schon lange die Absicht hatte, seinen Vater zu stürzen, reitet auf seinem Maultier auf Seiten der Israeliten durch den Wald, verfängt sich mit seiner Haarpracht in einem Baum und bleibt dort hängen. Joab, Davids Heerführer und zugleich dessen Neffe, tötet den hilflosen Abschalom trotz gegenteiligen Befehls von David. Die Ermordung Abschaloms wird außerordentlich brutal erzählt: Drei Spieße ins Herz. Aber auch Joabs Waffenträger schlagen noch auf den Königssohn ein. David reagiert auf den Tod seines Lieblingssohnes mit tiefster Trauer, obwohl ihm dieser nach seinem Leben getrachtet hat. Er reagiert als Vater und verliert dabei seine Rolle als König ganz aus den Augen. Dies ist menschlich nachzuempfinden, doch nimmt er damit seinen Leuten die Ehre des Sieges. Dies ist eines Königs unwürdig, haben doch seine Leute für ihn ihr Leben riskiert. Wie hätten wir in solch einer Situation reagiert? Menschlich oder mit zurückhaltender Trauer, den Sieg lobend oder mit Hass auf den Sohn und Belohnung der Mörder? Doch wie konnte es so weit kommen, dass der eigene Sohn seinen Vater umbringen wollte? Es war die Gier nach Macht, die schon seit jeher die Menschheitsgeschichte beeinflusst hat.
Evangelium — Mk 5,21-43
Ein Synagogenvorsteher bittet Jesus, seiner sterbenskranken Tochter zu helfen. Er glaubt an Jesu wunderwirkende Kräfte; schon viel hatte er von ihm gehört. Doch Jesus kommt zu spät. Noch bevor er in das Haus des Synagogenvorstehers eintreten konnte, war das Mädchen tot. Konnten die daraufhin von Jesus an den Vater des Mädchens gerichteten Worte: „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“ (Mk 5,36) tatsächlich Trost schenken? In dieser schrecklichen Situation, in welcher sich der Synagogenvorsteher nach dem Tod seiner Tochter befand, noch daran zu glauben, dass Jesus noch etwas bewirken könnte, sprengt alle menschlichen Maßstäbe. Wenn jedoch dein Glaube stark genug ist, wirst du die Kraft Jesu spüren. Diese Kraft geht vom Vater aus, führt vom Unheil zum Heil und vom Tod zum Leben. Sie verbindet Himmel und Erde und wurde Menschengestalt, um in ihr die Auferstehung und das ewige Leben für uns Menschen sichtbar zu machen. Doch Auferstehung bedeutet auch Auferstehung in den Niederlagen des irdischen Lebens. Liegst du darnieder in deinem Kummer, Schmerz, im Leid oder Verlust – so wie der Synagogenvorsteher nach der Nachricht über den Tod seiner Tochter – so sagt dir Jesus: „Fürchte dich nicht! Glaube nur! Steh auf und geh weiter! Bleib nicht liegen!“ Denn wenn du liegen bleibst, wirst du zu einem Spielball für die Dämonen. Wenn du hingegen aufstehst und Jesus vertraust, dann geht dein Weg weiter, auch nach einer bitteren Niederlage.