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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 2 Sam 12,1-7a.10-17
David nahm sich die Frau des getöteten Urija zur Gemahlin und zeugte mit ihr einen Sohn. Nun trat abermals Natan auf und öffnete David mit Hilfe eines Gleichnisses die Augen über sich selbst, sein Fehlverhalten gegenüber Gott, Urija und dessen Frau. Gott vergibt trotz allem David, hebt aber die ausgesprochene Strafe nicht auf: „…Ich will Unheil über dich kommen lassen …“ (2 Sam 12,11). In Folge werden der mit der Frau des Urija gezeugte Sohn so wie auch drei weitere Söhne Davids sterben, doch darf David trotz seiner todeswürdigen Vergehen weiter in der Gemeinschaft mit Gott bleiben. Wir können anhand dieser Geschichte die wahre Größe Gottes erkennen. Gott ist nicht nur der – aus der Sicht des Alten Testamentes – strafende Gott für unsere Vergehen, er ist auch der verzeihende, barmherzige Gott, der Sünden vergibt und uns weiterhin in seiner Gemeinschaft belässt. Aus heutiger Sicht sind Unglücksfälle, die uns widerfahren, keine Strafen Gottes und ist das Leid nicht gottgewollt. Der Verursacher von Leid ist jemand anderer. Jesus selbst ist immer gegen Leid vorgegangen, hat es gelindert, beseitigt, ja sogar den Tod besiegt als Zeichen der Allmacht und der Liebe Gottes. Doch Herr über unser Leben bleiben wir selbst. Wir haben es in der Hand, welchen Weg wir beschreiten: den Weg der Nachfolge oder den Weg des Egoismus, der Selbstdarstellung und der Selbsterhöhung. Und mit dem Geist Gottes in unseren Herzen haben wir jederzeit die Möglichkeit, uns selbst zu erkennen, Reue zu zeigen und Buße zu tun.
Evangelium — Mk 4,35-41
In der heutigen Liturgie wird die Episode vom Sturm erzählt, der von Jesus beruhigt wurde. Das Boot, in dem die Jünger den See überquerten, wird vom Wind und den Wellen geschüttelt und sie haben Angst zu sinken. Jesus ist mit ihnen im Boot, doch er liegt hinten im Heck auf einem Kissen und schläft. Die Jünger rufen voller Angst: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ Wie oft haben wir bereits in den Prüfungen des Lebens zum Herrn gerufen: „Warum schweigst du und tust nichts für mich?“ – besonders dann, wenn wir drohten, in den anhaltenden Wellen der Angst, in überwältigenden Problemen inmitten des Meeres des Lebens, unterzugehen. Wer kennt ihn nicht, den Sturm des Lebens? Einmal trägt er dich hinauf, dann bist du ganz oben, ein anderes Mal ganz unten. Wenn du ganz unten bist, siehst du die furchterregenden hohen Wogen, die dich zu verschlingen drohen. Halte dich in diesem Augenblick an den Herrn. Bete zu ihm, zeig ihm deine Angst, deine Verzweiflung und deine Hoffnungslosigkeit, die in diesem Moment Besitz von dir ergriffen haben. Wenn du so handelst, wird dich Jesus nicht untergehen lassen. Er wird die hohen Wellen wieder glätten und dich in ruhigeres Fahrwasser führen. Du musst ihm nur vertrauen. Schenk ihm in deinen schrecklichsten Situationen ein wenig deiner Zeit und bete zu ihm. Dann wird er dir sagen: „Warum hast du solche Angst?“