undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 2 Sam 11,1.4a.c.5-10a.13-17
Abermals herrscht Krieg gegen die Ammoniter. David, in seinem Palast fernab des Kriegsgeschehens, erblickt eines Tages Batseba, die Frau einer seiner 30 Kriegshelden beim Bad, versündigt sich mit ihr im Rausch seiner Macht und schwängert sie. Damit das nicht ans Tageslicht kommt, schickt er ihren Mann in den sicheren Tod. Zu dieser Tat vom Propheten Natan zur Rede gestellt, ist er bereit, seine Sünde zuzugeben, doch in den Augen des Herrn bleibt es böse, was David getan hatte. Von nun an bringt es David nicht mehr fertig, für Frieden und Ordnung in seinem Reich zu sorgen. Wie konnte es so weit kommen, dass aus dem „heiligen“ David ein großer Sünder wurde? Dieses Fallen in schwere Sünde geschah nicht von einem Tag auf den anderen. David glitt langsam immer tiefer in sein Unheil hinein. Der Geist der Weltlichkeit hat Schritt für Schritt von ihm Besitz ergriffen, bis sündhaftes Verhalten David normal, und nicht gegen Gott gerichtet vorkam. Es ist sehr gefährlich, wenn uns Sünden nach und nach „normal“ vorkommen. Jeder von uns ist davon betroffen. Christsein ist davon nicht ausgeschlossen. Wir gehen jeden Sonntag brav in die Kirche, vielleicht bereuen wir sogar unsere Sünden, doch hält uns das kaum davon ab, weiter zu sündigen. Der Geist der Weltlichkeit ist ein unheimlicher und schleichend kommender Verführer. Wehren gegen ihn können wir uns nur, wenn wir in unserer Aufmerksamkeit nicht nachlassen, auf mahnende Worte hören und sie ernstnehmen.
Evangelium — Mk 4,26-34
Das Gleichnis vom Wachsen der Saat gehört zu den sogenannten Wachstumsgleichnissen, von welchen uns Jesus einige erzählt. Das heutige Gleichnis erzählt vom Kommen der Gottesherrschaft im Bild vom Ackerboden, in welchem die Saat keimt, und wächst bis hin zur Zeit der Ernte, ohne das Zutun von Menschen. Die Menschen damals konnten dieses „Naturwunder“ des Wachstums kaum begreifen, es fehlte ihnen die Einsicht in die Natur der Dinge, welche wir heute besitzen. Aber trotzdem war ihnen bewusst, dass eine gute Ernte vom Einfluss äußerer Bedingungen abhängig ist. Bei guten Bedingungen kann von selbst aus der Erde eine gute Frucht wachsen. Die Erde von sich aus kann jedoch nichts zu diesen guten Bedingungen beitragen, ihre Kraft ist abhängig von Wind und Wetter. Ist deine Kraft vielleicht auch abhängig von äußeren Umständen im Leben? Unterwirfst du dich rasch der Abhängigkeit von äußeren Einflüssen? Es steht in unserer eigenen Macht, den Widerwertigkeiten des Lebens zu trotzen, denn selbst in den dunkelsten Momenten scheint uns noch ein Licht: Jesus Christus. Wenn du meinst, seine Nähe nicht zu spüren, ihn nicht zu hören, weil du dich auf der Schattenseite des Lebens verloren fühlst, der Herr verlässt dich nicht. Rede mit ihm, schütte dein Herz vor ihm aus, klage dein Leid und zeig ihm deine Gefühle. Er wird dir antworten: „Mein Kind, ich bin bei dir und alles Leid wird vergehen.“ Bis dahin verliere nicht deinen Glauben, denn mit seiner Hilfe kannst du Unmögliches möglich machen, Untragbares ertragen und Hoffnungslosigkeit in Hoffnung wandeln.