undefined. undefined NaN · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Sam 6,12b-15.17-19Evangelium · Mk 3,31-35

Erste Lesung — 2 Sam 6,12b-15.17-19

David als König über Juda und Israel, hatte noch keine Hauptstadt. Um eine solche zu gründen, die weder dem Stamm Juda noch den Stämmen Israels angehörte, eroberte David die Jebusiterstadt Jerusalem, zerstörte sie aber nicht, sondern richtete dort seinen Herrschaftssitz ein. Für die weitere Bedeutung der Stadt war es aber entscheidend, dass sie neben dem politischen auch zum religiösen Zentrum wurde. Zu diesem Zweck brachte David die Bundeslade, als Zeichen der mächtigen Gegenwart Gottes in der Mitte seines Volkes, vom Haus des Abinadabs in Kirjat-Jearim, nach Jerusalem. Der Transport war aber kein einfacher. Er war militärisch zu sichern und gleichzeitig ein kultisches Ereignis, begleitet von Tanz, Gesang und Musik. David und das gesamte Haus Israel beteiligten sich an diesem Um- und Festzug. Angekommen in Jerusalem erhielt die Lade ihren Platz in dem Zelt, das David für sie hatte errichten lassen. Das Volk spürte, dass mit der Lade Gott nahe war. Die Freude war groß und ein Fest wurde gefeiert. In der heutigen Zeit kann man eine solche Freude am Herrn kaum mehr verspüren. Wir stehen nicht selten vor leeren Gotteshäusern und Christen schämen sich, Christen zu sein. Christliche Traditionen werden verleugnet und christliche Feste nicht mehr als das gefeiert, was sie ursprünglich zum Ausdruck bringen wollten. Wo spürt man noch die Freude, das Wort Gottes zu empfangen? Ohne dieses Wort in uns ändern sich aber Lebensweisen, weltliche Werte verdrängen christliche und das Zusammenleben wird anonymer und an Menschlichkeit ärmer.

Evangelium — Mk 3,31-35

Wir hören heute harte Worte von Jesus: „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ Jesus scheint seine Familie und seine Mutter abzuweisen. Auch seine Familienangehörigen waren dieser Ansicht, hat doch Jesus seinen erlernten Beruf als Zimmermann aufgegeben und ist, statt einem geregelten Lebenswandel nachzugehen, lehrend durch die Gegend gezogen und hat dabei eine große Anhängerschar um sich versammelt. Der Verdacht schien sich zu bestätigen, dass Jesus irre geworden sei. Doch Jesus meint mit seinen Worten etwas ganz anderes. In den Augen Gottes bilden wir alle eine große Familie, die uns im Glauben miteinander vereint. Wir alle sind Kinder des einen Vaters und somit Brüder und Schwestern. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, lautet daher: Benehmen wir uns alle wie Brüder und Schwestern? Sind uns Respektlosigkeit, Streit, Hass, Neid und Eifersucht fern? Leider ist es nicht immer so. Viele Familien sind zerstritten, uneins und gespalten. Dieser Zustand ist unbefriedigend. Wie kann man aus solchen Situationen herausfinden? Der einzige Weg, um wieder zusammenzufinden, öffnet sich nur dann, wenn Gott wieder seinen Platz in unserer Mitte bekommt – wenn wir mit Gott in Verbindung bleiben, denn Gott ist die Liebe. Von ihm strahlt Liebe auf uns aus, so dass auch wir fähig werden, Liebe zu leben und weiterzugeben.