undefined. undefined NaN · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 8,23b-9,3
Der Prophet Jesaja wirkt in einer sehr spannungsreichen Zeit. Die Ursache der politischen und gesellschaftlichen Unruhen sieht er hauptsächlich in der Untreue des Volkes gegenüber seinem Gott. In Folge lebt das Volk in der Finsternis, es geht in dieser umher, auch mit der Befragung der Toten – ein Gräuel in den Augen Gottes und gemäß Dtn 18,9 ausdrücklich untersagt. Jesaja gibt aber die Hoffnung nicht auf. Die Finsternis wird vor dem Licht weichen und Gottes erwartetes Handeln, sein Eingreifen, vergleicht der Prophet mit Gottes Tun am ersten Schöpfungstag (siehe Gen 1,3). Gott wird wieder aus der Finsternis und dem Tod ins Leben und Licht zurückführen. Die junge Christengemeinde, 700 Jahre nach Jesaja, wird diese Vision in der Geburt Jesu, des Messias, erfüllt sehen: Gottes Licht ist in Betlehem erschienen, die Menschheit ist nicht mehr länger dem ewigen Tod ausgeliefert, denn der Erlöser hat uns die ersehnte Rettung gebracht. Doch wie viele Menschen irren auch heute noch in der Finsternis umher? Man könnte meinen, sie fühlen sich wohl darin, obwohl sie wie blind durchs Leben gehen, ihr Ziel nicht erkennen und sich immer wieder ihre Nase blutig stoßen. Was bindet die Menschen an die Finsternis? Warum finden sie so einen Gefallen an den Werten der Dunkelheit? Viele von ihnen bleiben aus freien Stücken in der Dunkelheit und genießen diese. Doch was wird sein, wenn sie eines Tages – und dieser Tag kommt rascher als wir es uns wünschen – diese Welt verlassen müssen? Bleiben sie dann in der Dunkelheit oder bekommen sie noch eine Chance, ins Licht zu gehen?
Evangelium — Mt 4,12-23
Das heutige Evangelium unterbreitet uns den Beginn der öffentlichen Sendung Jesu. Er verkündet den Kern seiner Lehre, zusammengefasst in dem Appell: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,2). Mit diesem Ruf zur Umkehr verbindet er die Aufforderung: „Kommt her, mir nach!“ Dieser Ruf war damals an die Brüder Simon, später genannt Petrus, und Andreas, sowie an Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, gerichtet. Alle waren Fischer und alle vier folgten Jesus sofort nach. Sie ließen ihre Netze liegen und verließen, ohne zu zögern, ihre Boote. Hast du bereits Jesu Ruf vernommen: Komm her und folge mir nach? Uns allen ruft dies Jesus täglich zu, doch viele verschließen weiterhin erfolgreich ihre Ohren und verschreiben sich weiterhin der Weltlichkeit mit all ihren Annehmlichkeiten und Ablenkungen. Man könnte meinen, diese Menschen gehen blind durch die Welt. Ob sie ihr wahres Ziel je finden werden? Komm und folge Jesus nach! Verschließe dich nicht vor den Realitäten des Lebens und der höchsten Wahrheit, die du nur im Kreuzesgeschehen und im Blut Jesu Christi finden kannst. Versuche in Jesu Fußspuren zu lesen, wohin sie führen, was zu meiden ist und wer ihnen bereits folgt. Schließe dich sodann diesen Menschen an und versuche ebenfalls, viele Menschen vom rechten Weg zu überzeugen. Folge Jesus nach, lerne mit seinen Augen zu sehen, mit seinen Ohren zu hören und leihe ihm deine Hände, damit durch dich Gottes Wirken auf dieser Welt sichtbar wird.