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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Sam 1,1-4.11-12.17.19.23-27Evangelium · Mk 3,20-21

Erste Lesung — 2 Sam 1,1-4.11-12.17.19.23-27

Abermals gibt es eine Schlacht gegen die Philister, die aber für Saul nicht gut ausgeht. Saul findet keinen Ausweg mehr, und um dem schmachvollen Tod durch Feindeshand zu entkommen, stürzt er sich selbst ins Schwert. Ein Bote eilt zu David, um ihm die Todesnachricht zu übermitteln. Doch seine „Geschichte“ vom Tod Sauls ist nicht wahr. Er ist ein Lügner und Leichenfledderer, der noch vor den Philistern das Schlachtfeld abgesucht und die Königsinsignien Sauls geraubt hat. Dies wird ihm nun zum Verhängnis, David lässt ihn auf der Stelle hinrichten. Den zweiten Teil der Erzählung nimmt Davids Klagelied über Sauls und dessen ebenfalls gefallenen Sohn Jonatan ein. Es ist einem Buch von Heldenliedern entnommen, das uns heute nicht mehr bekannt ist (siehe auch Jos 10,13). David beschreibt in diesem Klagelied seinen Schmerz über den Verlust, besonders streicht er dabei seine Liebe zu Jonatan, die weit über die Liebe zu einer Frau hinwegging, heraus. Wir alle kennen Trauer. Besonders trifft sie uns beim Verlust eines geliebten Menschen. Die Trauer um einen Verstorbenen ist ein bitterer Weg, aber er kann nützlich sein, um die Augen für das Leben und für den heiligen, unersetzbaren Wert eines jeden Menschen und für die Kürze und Vergänglichkeit der Zeit zu öffnen. Oft öffnet Trauer die Erkenntnis über die eigene mangelnde Liebe. Trauer kann daher dazu beitragen, unsere Liebesfähigkeit zu stärken und verbindet uns zudem auch noch mit demjenigen, der von uns gegangen ist.

Evangelium — Mk 3,20-21

Jesus scheint von Sinnen zu sein. Wie er sich verhält, so verhält sich kein „normaler“ Mensch. Doch Jesus ist kein normaler Mensch. In ihm herrscht der Wille des Vaters, dem er gerne folgt und dem er sich bereitwillig unterwirft. So sammelt er viele Menschen um sich, so viele, dass sie im Haus „… nicht einmal mehr essen konnten“ (Mk 3,20). Jesus handelt so, weil es ihm um die Verkündigung des Glaubens an alle Menschen geht und er möchte, dass der Glaube öffentlich gelebt wird, so wie er auch diesen Glauben nicht im Geheimen lebt. Festzustellen ist in unseren Breiten, dass der Glaube immer mehr aus der Öffentlichkeit verdrängt und zur Privatsache erklärt wird. Und das deshalb, weil diejenigen, die sich öffentlich zum Glauben bekennen, oft belächelt werden, für nicht ganz als voll genommen werden. Sie werden von der Weltlichkeit an den Rand gedrückt, denn die Weltlichkeit kann mit dem Glauben an Gott und Jesus Christus, seinen Sohn, mit der Einhaltung der Gebote und der barmherzigen Nächstenliebe nicht viel anfangen. Für die Weltlichkeit zählen andere, kurzlebige Werte. Das soll dich aber nicht davon abhalten, deinen Glauben öffentlich zu leben. Es geht schließlich um deine Seele, dein Heil und um das ewige Leben für dich. Lass dich daher von den Stimmen der Weltlichkeit nicht abschrecken, geh weiter deinen Weg mit Jesus, und dies auch in der Öffentlichkeit. Denn nur an deinem für alle sichtbaren Beispiel kann erkannt werden, was der Weg Gottes bewirken kann und wohin er führt.