undefined. undefined NaN · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Sam 24,3-21Evangelium · Mk 3,13-19

Erste Lesung — 1 Sam 24,3-21

David muss vor Saul fliehen und begibt sich von der Steppe in die schwer zugänglichen Berge bei En-Gedi. Saul folgt ihm mit dreitausend Mann, mit dem Ziel, David endgültig zu beseitigen. Hoch über der Oase En-Gedi befinden sich im Gebirgsmassiv zahlreiche Höhlen. In einer von ihnen verrichtet Saul seine Notdurft, nicht ahnend, dass sich direkt hinter ihm, David vor seinem Verfolger verbirgt. Doch, anstelle die Gelegenheit zu nutzen, seinerseits seinen Widersacher zu beseitigen, schneidet David lediglich ein Stück von Sauls Mantel ab, als Zeichen dafür, dass er ihn weiterhin als seinen, den von Gott eingesetzten König, respektiert und nicht selbst dessen Tod herbeiführen will. Wenig später, außerhalb der Höhle, spricht David Saul an, mit den Worten „Mein Herr und König“ und wirft sich auf die Erde nieder. David möchte sich nicht gegen Gott stellen, sondern alles weitere Gott überlassen. Er sieht in Gott den gerechten Richter und will sich nicht anmaßen, selbst als Richter zu handeln. Wie oft lassen wir uns verleiten, über andere zu richten? Bevor du daher jemanden verurteilst, prüfe dich selbst, geh in dich und frag dich: Wo habe ich heute verfehlt? Du wirst bemerken, dass es gar nicht leicht ist, auch nur einen einzigen Tag ohne Verfehlungen zu leben, denn selbst Gedanken können unrein sein. Aus diesem Grund steht es uns nicht zu, über andere zu richten, denn dies bedeutet meist Ausschluss, Erniedrigung oder Selbsterhöhung. Würde Gott uns nach unseren Verfehlungen richten, wäre unsere Zukunft von Dunkelheit geprägt.

Evangelium — Mk 3,13-19

Jesus stieg auf einen Berg und setzte aus seiner großen Anhängerschar zwölf ein, die mit ihm sein Werk und das Wort der Verkündigung mittragen sollten. Die zwölf Apostel werden hier erstmals namentlich als Gruppe erwähnt und bilden das menschliche Fundament der Kirche und des Christentums. Aus ihnen sollte Petrus als der erste Papst der Geschichte hervorgehen, sein Grab in Rom, im Petersdom, erinnert noch heute an diesen großen Menschen. Doch auch die anderen elf sind es wert, sich mit ihren Lebensgeschichten auseinanderzusetzen. Vieles haben sie geleistet, bewirkt, bezweifelt und einer ist sogar, vielleicht in Erfüllung des vorherbestimmten Schicksals, vom rechten Weg abgewichen. Mit den Aposteln begann jenes Missionswerk, welches bis heute weiterlebt und die Christenheit noch immer erblühen lässt – zumindest in großen Teilen der dritten Welt. Klein war der Anfang. Doch in der Kleinheit liegt große Kraft, denn selbst der Kleinste auf dieser Welt, kann großes leisten für das Wachstum des Reiches Gottes auf Erden. Auch du kannst dazu etwas beitragen. Viele stellen sich dazu die Frage „Was kann ich denn schon beitragen?“ Du benötigst zu deiner Missionstätigkeit lediglich offene Augen und Ohren, ein hilfsbereites Herz und Liebe verbunden mit Demut. All diese Mittel hat dir der Herr schon bei deiner Geburt in die Wiege gelegt. Du musst sie daher nicht suchen, greif einfach nach ihnen und du wirst, so wie die ersten Apostel, finstere Dämonen austreiben können.