undefined. undefined NaN · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Sam 18,6-9;19,1-7
Mit seinem Erfolg über Goliat und somit über die Philister wurde David zum „Geliebten“ aller. Das Siegeslied der Frauen: „Saul hat tausend erschlagen, David aber zehntausend“ konnte Saul nichts anderes als missfallen und er geriet zunehmend unter Druck, sein Hass auf David wurde geschürt. In ihm wuchs der Entschluss, David zu beseitigen. Sauls Sohn Jonatan hatte aber David ins Herz geschlossen, obwohl ihm klar sein musste, dass er den Anspruch auf die Nachfolge als König zugunsten Davids verlieren würde. Er blieb weiterhin mit David in enger Freundschaft verbunden, schloss mit ihm einen Bund, der die beiden zu Brüdern machte. Als Zeichen dafür übergab ihm Jonatan seine Kleidung und Rüstung, wodurch David, der Hirtenjunge, dem Königssohn sozial gleichgestellt wurde. Jonatan ging aber noch einen Schritt weiter. Er sieht bei David die Führung Gottes und kann seinen Vater vom Plan der Beseitigung Davids abbringen. Der wahre Held in dieser Erzählung ist Jonatan. Er erkennt bei David Gottes Beistand und dass nicht die Erbfolge entscheidend ist, sondern der Wille Gottes. Gott stellt uns im Leben immer wieder vor Aufgaben und in Situationen, in welchen wir uns für Gott oder gegen ihn entscheiden müssen. Die richtige Entscheidung zu treffen, fällt uns nicht immer leicht, da wir „schwache“ Menschen sind und uns gerne von unserem Egoismus leiten lassen. Bitten wir daher in allen Situationen, in denen wir vor der Wahl des rechten Weges stehen, um den Beistand des Heiligen Geistes. Mit seiner Hilfe erlangen wir die Kraft, uns für den wahren Weg der Nachfolge zu entscheiden.
Evangelium — Mk 3,7-12
Jesus wird in seiner menschlichen Daseinsform nahezu überfordert. Die Menschenmenge drängt sich an ihn heran, viele wollen ihn berühren und von ihm geheilt werden. Jesus tut, was von ihm erwartet wird, aus seiner beabsichtigten Ruhe am See wird nichts. Gottes Kraft wirkt in ihm und aus ihm weiter, rastlos. Es ist dies eine Kraft, die ihn nicht ermüden lässt, es ist die Liebe. Mit ihr lässt sich auf dieser Welt vieles erreichen, mit ihr schöpfst du aus einer nie versiegenden Quelle. Doch heißt das nicht, dass du stets in Aktion sein musst. Auch Jesus zog sich oft von der Welt an einsame Orte zurück, um im Gebet beim Vater zu sein. Auch heute scheint es so, dass sich Jesus oft von der Welt zurückzieht und nur mehr wenige ihm folgen, zumindest in der modernen Welt in Europa. Im Gegensatz dazu findet der Herr viele in der dritten Welt, die bereit sind, ihr Leben für ihn zu opfern und Jesus mit allen Konsequenzen nachzufolgen. Warum sind wir in Europa so glaubensmüde geworden? Jesus zieht sich doch nicht zurück, wenn du seine Nähe suchst. Auch Gott empfängt dich mit offenen Armen, wenn du zu ihm zurückkehrst. Haben wir „modernen“ Menschen keine Hoffnungen mehr? Meinen wir, ohne Gott auskommen zu können? Meinen wir, mit unserem Tod endet alles? Wozu gibt es denn dieses Universum und das Leben in ihm? Es kann doch kein Zufall sein, dass es überhaupt etwas gibt, das sich selbst und den Ursprung des Seins erkennen kann, wenn es möchte.