undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Sam 16,1-13
In der heutigen Lesung geht es um die Salbung Davids durch Samuel. Gott selbst erteilt Samuel den Auftrag dazu. David soll der neue König über Israel werden. Sein Vorgänger Saul war gescheitert, aber nicht an seinen Feinden, sondern an sich selbst, im halbherzigen Handeln gegenüber Gottes Geboten. Gott schickt Samuel zu Isai in Betlehem, um aus dessen Familie den Nachfolger Sauls zum König zu salben. Samuel lässt sich die sieben anwesenden Söhne Isais vorführen, aber zu jedem von ihnen sagt Gott nein. Erst zum jüngsten Sohn, der sich auf der Weide bei den Schafen befand, offenbart Gott sein Ja. Der Jüngste, der Schwächste, von dem man sich eine Rolle als König nicht erwartet hätte, wird gewählt. Gottes Vorstellungen und seine Maßstäbe sind eben andere als diejenigen der Menschen. Gott sieht auf das Herz und nicht auf körperliche Eigenschaften. Noch dazu ist David Hirte, er weiß mit seinen Schafen umzugehen, sie zu beschützen, sie zu leiten und von ihnen alle Gefahren fernzuhalten. Im Leben kommt es nicht auf körperliche Eigenschaften an, um vor dem Volk und vor Gott zu bestehen. Von Bedeutung ist das Ergriffenwerden vom Geist des Herrn. Ist dieser Geist in dir, kannst du „Wunder“ bewirken. Mit der Kraft des Geistes in sich, konnte erst Paulus all das bewirken, was dem Christentum zum Durchbruch verhalf. Mit der Kraft des Geistes in sich, sind viele Menschen zu Heiligen geworden. Mit der Kraft des Geistes in dir, kannst auch du dazu beitragen, Frieden in deiner nächsten Umgebung zu schaffen und dem Reich Gottes auf Erden zum Wachstum zu verhelfen.
Evangelium — Mk 2,23-28
Jesu Jünger hatten Hunger und rissen während sie am Sabbat durch ein Kornfeld streiften Ähren ab, um ihren Hunger zu stillen. Nach jüdischem Armenrecht war das erlaubt, jedoch nicht am Sabbat, dem heiligen Tag, dem Tag der Ruhe, an welchem jede Arbeit verboten war. Die Pharisäer stellten daraufhin Jesus zur Rede. Seine Antwort: „Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat“, sollte auch für uns Anlass sein, darüber nachzudenken, wie wir unseren Tag des Herrn, den Sonntag, verbringen. Was bedeutet für uns der Sonntag und wie gestalten wir ihn? Leider sehen viele Christen im Sonntag nicht mehr den Tag des Herrn, sondern den Tag der Selbstverwirklichung, der Freizeit – einen Tag, der uns allein zur Verfügung steht, wieder Kraft für die kommenden Arbeitstage geben soll und durch nichts und niemanden beeinflusst werden sollte. Damit degradieren wir uns jedoch selbst zur Maschine, die ab und zu geölt werden muss, um zu funktionieren. Und so bleibt der Sonntag eine Funktion der Arbeit und verliert seine ursprüngliche Bedeutung. Wir müssen uns als Christen wieder bewusst werden, dass wir am Sonntag, dem Tag der Auferstehung, von Gott eingeladen sind, mit dem Herrn zusammen das Herrenmahl zu feiern und auf die Schöpfung und den Schöpfer zu blicken. Dieser Tag sollte nicht in die Abhängigkeit der Arbeit geraten, denn die Arbeit ist lediglich ein Mittel, unseren Blick und unseren Sinn für Gott, für die Notwendigkeiten und Anforderungen des Lebens sowie das eigene Fortschreiten am Weg der Nachfolge zu schärfen.