undefined. undefined NaN · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Sam 8,4-7.10-22aEvangelium · Mk 2,1-12

Erste Lesung — 1 Sam 8,4-7.10-22a

In der heutigen Lesung aus dem Buch Samuel kommen die Bedenken gegen das Königtum zum Ausdruck. Vom späteren Verlauf der Geschichte – bis in die heutige Zeit – erscheinen die Argumente gegen diese Staatsform sehr verständlich. Auslösendes Moment für den Wunsch des israelitischen Volks nach einem König war das korrupte Verhalten der damaligen Richter. Das Volk schien davon genug zu haben und verlangte daher vom alternden Samuel die Einsetzung eines Königs, von dem man sich erwartete, dass er gerecht richte, aber auch sein Volk vor den Feinden schützte. Aufgaben, die in der Epoche davor nicht von Menschen, sondern von Gott wahrgenommen wurden. Die Israeliten verwerfen damit den Herrn als ihren König. Doch Gott stellt sich dem Begehren seines Volkes nicht in den Weg, dessen Wunsch soll erfüllt werden. Der einzusetzende König erhält umfassende Rechte. Er wird über Menschen, Hab und Gut verfügen und sich nehmen, was er „braucht“. Darüber hinaus soll er alle Kräfte des Landes zusammenfassen, um Fremdherrschaften zu widerstehen. Es beginnt dabei die Entwicklung, dass Menschen mehr auf sich selbst vertrauen als auf Gottes Hilfe. Leider zeigen uns unsere Geschichtsbücher, dass dieser Weg bis heute ein sehr dornenvoller Weg war. Der Mensch ist nicht imstande, sich selbst zu regieren, denn mit dem Antreten einer Machtposition beginnen meist Korruption, Ausbeutung, Streben nach Reichtum und Unterdrückung des eigenen Volks. Darum wird es im Himmel auch keinen irdischen „König“ mehr geben, unser König wird Gott und alle Menschen vor ihm gleich sein.

Evangelium — Mk 2,1-12

Jesus heilt einen Gelähmten, den man in Ermangelung eines Zuganges zu Jesus („Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten“ – Mk 2,4) durch das Dach des Hauses zu ihm herabließen. Der Glaube an Jesu Heilskraft muss hier sehr stark ausgeprägt gewesen sein. Doch was bedeutet „heilen“ für Jesus? Sein heilen ist ein Tun von Gott her und deshalb bedeutet es für ihn, nicht nur den Körper des Kranken zu heilen, sondern auch dessen Seele von allen Unreinheiten auf ihr zu befreien. Dabei steht jede Heilung in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Glauben. In Nazaret konnte Jesus nahezu keine Wunder vollbringen, weil die Menschen dort nicht glaubten. So blieben sie „unrein“ und krank an ihrer Seele. Woher kommen aber die Unreinheiten auf den Seelen? Einmal begangene Sünden bewirken diese Verunreinigungen. Loswerden kannst du diese aus eigener Kraft nicht. Reinigen kann deine Seele nur die Gnade Gottes, durch das Sakrament der Buße. Und so, wie bei deiner Kleidung, die du regelmäßig wäscht, ist es ratsam, auch deine Seele regelmäßig zu reinigen, denn auf dieser Welt gibt es keine dauerhaft unbefleckte Seele. Kaum gereinigt, entstehen auf ihr schon nach kurzer Zeit wieder dunkle Stellen. Aber gräme dich nicht darüber. Alle Menschen sind Sünder und niemand ist perfekt in Gedanken, Worten oder Werken. Den Zustand einer perfekten und makellosen Seele erhalten wir erst beim Übergang von dieser in die nächste Welt. Unsere Seelen werden bei diesem Vorgang einer dauerhaften Tiefenreinigung unterzogen und mit der Liebe Gottes derart imprägniert, dass Verunreinigungen nicht mehr möglich sind.