undefined. undefined NaN · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Sam 3,1-10.19-20
Der Abschnitt aus 1 Sam 3,1-10 beschreibt die Berufung Samuels zum Propheten. Samuel ist noch ein Knabe unter der Obhut des Priesters Eli. Dieser, bereits schwach an Sehkraft, ist nicht mehr fähig, das Wort des Herrn den Menschen zu vermitteln und so ergeht Gottes Ruf in nächtlicher Stunde an den Knaben. Eine Zeitenwende kündigt sich damit an. Samuel wird für die folgenden Jahrzehnte Israel Gottes Wort verkünden und den Übergang des 12-Stämme-Bundes in ein Königreich bis zur Königsherrschaft Davids begleiten und mitbestimmen. Doch Samuel erkennt nicht sogleich den Ruf Gottes. Bisher hatte er nur Weisungen von Eli erhalten. Dreimal muss ihn Gott daher rufen und Eli, der im Umgang mit dem göttlichen Wort erfahrene Priester, hilft ihm dabei, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Wie oft erkennen wir nicht gleich den Ruf Gottes in unserem Leben? Wie oft können wir diesen Ruf nicht einordnen oder verstehen, wohin er uns führen möchte und das deshalb, weil sich Gott jedem Menschen anders zuwendet. Jeder Mensch erlebt seine eigene Berufungsgeschichte. Gott geht behutsam mit uns um und deshalb müssen wir ihm unser Vertrauen schenken und uns im Leben von ihm führen lassen, auch wenn wir nicht sogleich erkennen, wohin uns Gottes Weg führen wird. Darum seid achtsam, verdrängt nicht Gottes leisen Ruf in euch. Unterdrückt ihn nicht und wendet euch, wenn ihr ihn nicht versteht, einem Erfahrenen zu, so wie sich Samuel seinem Lehrer und Priester anvertraut hat.
Evangelium — Mk 1,29-39
Jesus heilte zuerst die Schwiegermutter des Petrus und dann die vielen, die man am Abend vor seine Haustüre legte. Er trieb Dämonen aus und verbat ihnen, darüber zu sprechen, wer er sei. Warum verbietet Jesus den Dämonen sein „Geheimnis“ preiszugeben? Wunder sind Zeichen, die über sich hinausweisen, zu etwas Höherem, zu Gott und seiner Herrschaft. Die volle Gottesherrschaft in und durch Jesus Christus war aber damals noch nicht angebrochen. Sie sollte erst durch Jesu Auferstehung in die Welt kommen. Im Gegensatz zu den Menschen damals, erkannten die Dämonen bereits die Wahrheit. Sie, die aus der Dunkelheit kommen, spüren die Sendung und die nahende Erlösung durch Jesus. Sie können seiner Macht keinen Widerstand leisten und keiner von ihnen wird damit gerechnet haben, jemandem zu begegnen, der ihrer Herr werden könnte. Doch nicht nur Jesus kann Dämonen vertreiben, in gewissem Maß können wir das alle! Wir können die Dämonen der Einsamkeit, des Schmerzes, des Leides und der Not bei anderen vertreiben und wir können selbst in uns die Dämonen der Selbstsucht, der Eigenliebe, des Machtstrebens und der Gottlosigkeit sowie der fehlenden Liebe zu unseren Nächsten verjagen. Die Kraft dazu findest du im Licht, in den Evangelien, in der frohen Botschaft. Sie ist eine nie versiegende Quelle aus Gottes Gnaden. Lässt du dich von diesem Licht vereinnahmen, so kannst auch du mit Gottes Hilfe, Licht in die Dunkelheit bringen.