undefined. undefined NaN · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Sam 1,9-20Evangelium · Mk 1,21-28

Erste Lesung — 1 Sam 1,9-20

Nach dem Opfermahl in Silo bringt Hanna im Tempel dem Herrn ihr Leid dar: Ihre Demütigungen als unfruchtbare Frau, den Spott und die Kränkungen, die sie immer wieder diesbezüglich von ihrer „Konkurrentin“ Peninna, der zweiten Frau ihres Mannes Elkana, ertragen musste. Weinerlich versagt ihr die Stimme während ihres Gebetes, doch das hindert sie nicht daran, ihre Bitte nach einem Kind in Stille dem Herrn vorzubringen. Für gewöhnlich brachte man seine Bitten mit lautem Wehklagen vor Gott, aber Hanna war nur noch zu stummen Lippenbewegungen fähig. Sie leistete für den Fall der Fälle – dass Gott ihre Bitte erhören sollte – ein Nasiräer Gelübde für das noch ungeborene Kind, mit dem dieses zum Nasiräer, das heißt, zum zeitlich beschränkten bzw. lebenslangen Dienst an Gott, bestimmt wurde. Aus der weiteren Erzählung wissen wir, dass Gott Hanna sein Erbarmen geschenkt hat und sie einen Sohn Samuel, gebar. Aber warum lässt sich Gott bitten? Er kennt doch unsere Not, unser Leid und könnte von sich aus einschreiten und unser Schicksal zum Besseren wenden. Gott möchte, dass wir uns an ihn erinnern, dass wir mit all unseren Situationen des Leides, aber auch der Freude, zu ihm kommen, wie ein Kind zu den Eltern kommt, wenn es Trost oder Hilfe benötigt. Er ist unser Vater, er steht uns bei. Wenn wir uns jedoch von ihm abwenden, davonlaufen, unser eigenes Glück suchen, dann lässt er uns unseren Weg allein gehen, bis wir erkennen, wie notwendig wir der Umkehr bedürfen.

Evangelium — Mk 1,21-28

Gott hat bei der Taufe Jesu diesen als sein geliebtes Kind kundgetan. Jesu Vollmacht gründet daher im Heiligen Geist, im Geist Gottes, der den unreinen Geistern entgegengesetzt wirkt und sich stets stärker erweist als die Kräfte der Dämonen. Als Träger des Heiligen Geistes ist Jesus allen dämonischen Kräften und Geistern gewachsen, so auch jenem Geist, dem er – oder denen er, denn der Geist des Befallenen spricht von sich in der Mehrzahl (Mk1,24) – mit aller Vollmacht in der Synagoge gebietet. Doch sind wir immer den unreinen Geistern in uns machtlos ausgeliefert? Denn solche Geister gab es nicht nur, sie gibt es noch immer. Sie nisten sich in die Seelen der Menschen ein und verursachen dort dunkle Flecken und Quellen des Bösen. Der unreine Geist im heutigen Evangelium konnte es z.B. nicht verhindern, dass sich sein Wirt in die Synagoge begab, um entweder seinem Gott zu huldigen oder um Befreiung von seinem bösen Geist zu erwirken. Dies zeigt, dass wir im Hause Gottes, mit Gottes Kraft, falls wir uns unserer bösen Geister bewusst sind und uns dort an Gott oder Jesus wenden, unreine Geister loswerden können. Erforsche daher regelmäßig deine Seele, suche in ihr nach solchen Geistern und bringe sie dem Herrn, denn er hat die Macht, dich von diesen Quälgeistern zu befreien.