undefined. undefined NaN · Montag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Sam 1,1-8Evangelium · Mk 1,14-20

Erste Lesung — 1 Sam 1,1-8

Das erste Buch Samuel beginnt in der Zeit der Richter und beschreibt Israels Übergang von einer Theokratie zu einer Monarchie. Es umfasst mit dem zweiten Buch Samuel in etwa den Zeitraum von 1075 bis 975 v. Chr. In der heutigen Lesung wird von einem Mann namens Elkana, welcher zwei Frauen hatte, berichtet. Peninna, die ihm bereits Kinder geschenkt hatte und Hanna, deren Schicksal mit Kinderlosigkeit behaftet war. Jährlich wallfahrten sie mit all ihren Kindern zum Heiligtum von Silo, jenem Ort, an dem Josua einst die Stiftshütte aufgeschlagen hatte, um dort ihre Opfer darzubringen und ein Festmahl zu halten. Bei dieser Gelegenheit zeigt Elkana, nicht zum ersten Mal, seine tiefere Zuneigung zu Hanna, wodurch die bereits vorhandenen Eifersüchteleien noch schlimmer wurden und Peninna ihre Rivalin ob ihrer Kinderlosigkeit noch mehr kränkte und reizte. Hanna war damals in einer schweren Lebenssituation: Ihre Kinderlosigkeit wurde als Fluch Gottes gesehen; sie wurde als geringwertig eingestuft, denn sie trug nicht zum Wachstum des Volkes bei und ihre Rivalin ereiferte sich darin, sie zu demütigen. Doch Elkana liebte und ehrte Hanna mehr als Peninna und war zudem noch glücklich über seine, mit Peninna gezeugte, Nachkommenschaft. In seinem Glückstaumel fühlte er nicht das Leid seiner Geliebten. Auch wir können leicht in eine solche Blindheit abgleiten, wenn es uns gut geht und das Leben nur mit glücklichen Momenten auf uns wartet. Leicht übersehen wir dann das Leid und die Not der anderen, die Empathie erkaltet. Lassen wir das nicht zu und steigern wir unser Mitgefühl für die anderen umso mehr sich das Leben mit seiner Sonnenseite uns zuneigt.

Evangelium — Mk 1,14-20

Seit dem Auftreten Johannes des Täufers wird das nahende Reich Gottes und seine bevorstehende Herrschaft verkündet. So wie Johannes forderte auch Jesus die Menschen auf, Gott den Vater zu „fürchten“, zu ehren und den Weg der Umkehr einzuschlagen. Denn Gottes Herrschaft zeigt sich darin, dass die Menschen Gott anerkennen. Und diese Anerkennung beginnt mit der Umkehr - ein einmal falsch eingeschlagener Weg muss verlassen werden. Und wenn Jesus sagt: „Das Reich Gottes ist nahe“, dann meint er: Gottes Sehnsucht mit und bei seinem Volk zu wohnen wird von uns Menschen gespürt. In Jesus können wir Gott spüren, in Jesus ist uns Gott nahegekommen. Sind auch wir auf dem Weg in die Nähe Gottes? Viele Menschen sind auf dem falschen Weg. Ihre Ziele und Bestrebungen sind weltliche und auch der Umgang mit ihren Mitmenschen orientiert sich ausschließlich an der Suche nach Verwirklichung eigener Vorteile und Interessen. Sie glauben nur das, was sie sehen und bleiben an der Oberfläche der Realität verhaftet, ohne die darunterliegende Wahrheit zu erkennen. Deshalb ruft ihnen Jesus zu: Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Jesus mahnt damit, unseren Blick von der Erde hinauf zu Gott zu erheben, weg vom irdischen, hin zum Überirdischen, dem ewigen Vater. Unsere Hilfe dafür ist das Evangelium, die frohe Botschaft. In ihr offenbart sich die Wahrheit über den rechten Weg durchs Leben, hin zum Ziel, dem ewigen Leben.