undefined. undefined NaN · Taufe des Herrn

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 42,5a.1-4.6-7Evangelium · Mt 3,13-17

Erste Lesung — Jes 42,5a.1-4.6-7

Vier Lieder vom Gottesknecht überliefert uns der Prophet Jesaja. Doch von wem ist in diesen Liedern die Rede? Im heutigen ersten Lied wird die Gestalt des Gottesknechtes näher beschrieben: Er trägt Gottes Geist, und der Herr selbst stützt ihn, denn dieser soll Gottes Gesetz überall bekannt machen. Er wurde geschaffen, sich für die Schwachen und Bedrängten einzusetzen, für die Blinden, für die Gefangenen und diejenigen, die „im Dunkel sitzen“. Matthäus sieht in ihm unseren Erlöser, Jesus Christus (Mt 12,17ff) und auch wir dürfen in diesem Knecht Jesus Christus erkennen, den Mittler zwischen uns – der Welt – und Gott. Als Mittler sieht er nicht seine Aufgabe darin, uns der Bestrafung zuzuführen, sondern unsere Augen für Gott zu öffnen, für die Gerechtigkeit und den Frieden. Er erfüllt diese Aufgabe nicht „schreiend oder lärmend“, er lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen, er tritt schonend auf, aber bestimmend im Verkünden der Wahrheit. Gott findet Gefallen an ihm, denn sein Geist ruht auf ihm. Diesen Gottesknecht haben wir erst vor wenigen Tagen im Stall von Betlehem, zusammen mit den Hirten, begrüßt. In jener dunklen Nacht kam das Licht der Welt, so dass Blinde wieder sehend werden können. Sind wir bereits sehend? Sind wir bereits ein einiges Volk auf dieser Welt? Haben wir schon die vielen Dunkelheiten auf dieser Welt besiegt? Es liegt an jedem Einzelnen von uns, an diesem Auftrag zu arbeiten. Jeder ist dazu berufen, nehmen wir unsere Sendung ernst!

Evangelium — Mt 3,13-17

Der Heilige Geist ist es, der in uns den Glauben bewirkt. Der Mensch, wie er von sich aus ist, vermag nicht, die Wahrheit zu erkennen und an diese zu glauben. Der Glaube ist eine Eigenschaft des neuen Menschen, geboren in der Taufe. Dazu sagt der Evangelist Johannes: „Wer nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und aus dem Geiste, kann in das Reich Gottes nicht eintreten“ (Joh 3,5). Ins Himmelreich gelangt man nur durch den Glauben an das Licht des Guten. Als Christ bezeugt man diesen Glauben mit der Taufe. Das Bild der Taufe hat sich jedoch seit 2‘000 Jahren grundlegend verändert. Zur Taufe stieg man ursprünglich, wenn eine Taufe im fließenden Wasser nicht möglich war, in ein im Boden eingelassenes Wasserbecken und tauchte darin mit dem ganzen Körper unter. Mit dieser Zeremonie wurde die Reinigung von aller Schuld symbolhaft dargestellt und der Täufling stieg somit gereinigt aus dem, mit seiner Schuld beladenen Wasser heraus. Die Schuld blieb zurück im Wasser, gebunden an die Schwerkraft der Erde. Gleichzeitig damit strömt von oben, vom Himmel, die Gnade Gottes, der Geist Gottes, auf den Täufling und schenkt ihm seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft mit Gott. Viele Menschen sind sich jedoch der Bedeutung der Taufe nicht mehr bewusst. Viele kennen nicht mehr ihren eigenen Tauftag, den Tag, an welchem sie in die Gemeinschaft mit dem Herrn aufgenommen wurden und das ewige Leben sich ihnen eröffnet hat.