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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Joh 4,19-5,4
Die heutige Perikope öffnet uns den Zugang zur Liebe und zum Glauben. Dabei wird der Glaube an Jesus Christus, den Sohn des einen Vaters, und die Liebe zu allen unseren Nächsten, eng miteinander verbunden. Die Grundlage der Liebe finden wir definiert im Satz: „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“. Das heißt: Die Grundlage der Liebe kommt von Gott, daher können wir ihn lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Würde er uns hassen, wären wir kaum fähig, ihm unsere Liebe zu erweisen. Wenn nun die Liebe von Gott kommt, weil Gott die Liebe ist, darf sich unsere Liebe nicht nur auf ihn beschränken. Alle sind wir seine Geschöpfe, seine Kinder, darum muss sich unsere Liebe auch auf alle unsere Mitmenschen, unsere Nächsten, erstrecken. Niemand darf davon ausgeschlossen bleiben. Natürlich stellt sich die Frage: „Wie soll ich mit jenen umgehen, die mir oder anderen nichts Gutes tun?“ Jeder kennt Menschen, die verletzen und die wir deshalb nicht akzeptieren wollen. Was tun? Versuche, das Böse auf der Welt durch das Gute aufzuwiegen. Immer wird es Menschen geben, die vom Bösen beeinflusst werden. Aber lass dich dadurch nicht von Gott wegführen, denn: „Wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht“ (1 Joh 4,20b). Der einzige Weg, seine Feinde zu hassen, ist für sie zu beten. Das Richten mögen wir Gott überlassen, damit wir nicht auch selbst eines Tages von anderen gerichtet werden.
Evangelium — Lk 4,14-22a
In Lk 4 wird vom Beginn der öffentlichen Verkündigung Jesu berichtet. Der Gottesdienst in der Synagoge am Sabbat war der Ort der öffentlichen Schriftauslegung und Jesus nutzte diese Gelegenheit um das Schriftwort von Jes 61,1 gegen alle auch nur vorstellbaren Möglichkeiten der Auslegung, messianisch und auf sich selbst hin auszulegen. Die Tradition der Schriftauslegung in Gottesdiensten hat sich bis heute erhalten, doch wie viele Christen besuchen noch regelmäßig die Sonntagsgottesdienste? Was hält diese Christen davon ab, sich am Sonntag mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen und sich in der Heiligen Eucharistie mit dem Herrn zu verbinden? Ihr Verhalten der Abwendung von ihrem Schöpfer findet ihre Begründung in der Zuwendung zur Welt. Diese, mit all ihren Schönheiten, Angeboten und Verführungen, ist uns Menschen, da wir aus derselben Substanz wie diese Welt bestehen, angeboren. Doch eines Tages müssen wir diese Welt verlassen. Das Wort Gottes und die regelmäßige Verbindung mit dem Herrn helfen uns, uns auf die Ewigkeit vorzubereiten. Denn das Eingehen in die Herrlichkeit der Ewigkeit erfordert jetzt schon eine tiefe, aus der Seele kommende, wahre Auseinandersetzung mit ihr. Natürlich kannst du Gott auch in der Natur finden, denn Gott ist überall. Doch die Natur mit ihren Gesetzen des Fressens und gefressen werden unterscheidet sich gründlich von dem, was Gott uns auf unserem Lebensweg mitgeben möchte. Die Wahrheit findest du nur in der Schrift und eine Vereinigung mit dem Herrn nur in der Eucharistie.