undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Joh 4,11-18
Jesus Christus gibt uns, als dreifaltiger Gott, Antworten auf alle Fragen betreffend den Ursprung, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Schöpfung. In ihm wird alles offenbar, nichts bleibt verborgen. Das Leben wird erkennbar, es verliert seine Sinnlosigkeit, die Ungereimtheit seiner Herkunft und die Unkenntnis seiner Vollendung. In Jesus Christus hat Gott Himmel und Erde verbunden. Was verloren schien, wurde gerettet, doch was verloren sein möchte, bleibt verloren. Warum bloß wollen viele verloren bleiben? Wie unendlich groß ist doch die Schöpfung, so groß, dass wir sie mit unserem Verstand nicht erfassen können, ihre Gesetze nie zur Gänze begreifen werden, ihre Grenzen nie überschreiten werden, selbst in Jahrtausenden weiterer Entwicklung nicht. Doch trotzdem maßen wir uns an, Herren der Schöpfung zu sein, uns über Gott zu stellen und zu behaupten, das Nichts sei stärker als Gott. Die vermeintliche Stärke des Nichts beeindruckt uns mehr als derjenige, der alles geschaffen hat. Das ist die Sprache des Antichristen. Er erniedrigt Gott und erhebt das Nichts zu einer Gottheit, die von uns Menschen angebetet werden soll und in welcher wir dereinst untergehen sollen. Doch Gott gibt uns nicht auf. In seiner Liebe zu uns, seinen Kindern, geht er sogar so weit, seinen eigenen Sohn, sich selbst, zu opfern, um uns zu retten. Wer das aus tiefstem Herzen heraus glaubt und diesen Glauben im Leben umsetzt, ist bereits gerettet.
Evangelium — Mk 6,45-52
„Fürchtet euch nicht“, sagt uns Jesus im Abschnitt des heutigen Evangeliums. Es war nach der Speisung der fünftausend Männer, die zusammen mit ihren Frauen und Kindern, Jesus stundenlang zugehört haben. Dann geschieht das, was wir soeben gehört haben: Jesus schickt alle weg, zuerst seine Jünger, dann die große Schar der Menschen, die gekommen war, um ihn zu hören. Zuletzt ist Jesus ganz allein am Ufer des Sees und wir lesen: „Er ging auf einen Berg, um zu beten“ (Mk 6,46). Was für ein eindrucksvoller Kontrast: Den ganzen Tag mitten unter zahllosen Menschen, dann die Nacht allein im Gebet. Man könnte fast den Vergleich aufstellen: Das ganze Leben lang sind wir aktiv unter vielen Menschen, am Abend unseres Lebens sollten wir uns auf Gott konzentrieren und Ruhe bei ihm suchen. Jesus lehrt uns damit, dass auch das Alleinsein seine Bedeutung im Leben hat. Es hat die Bedeutung, die Einsamkeit, wenn die vielen Menschen der Gesellschaft uns verlassen haben, für das Gespräch mit Gott zu nutzen, denn Gott verlässt uns nie! Und während wir mit Gott allein sind, geht der Kampf draußen in der Welt, im Alltag, weiter. So auch bei den Jüngern. Sie kämpfen in ihrem Boot mit dem Gegenwind. Vielleicht meinten sie, Jesus habe sie vergessen. Sie sehen nur die Mühe des Ruderns. Wenn es eng wird im Leben, wenn wir in Bedrängnis sind, in drückenden Sorgen, dann kann schon der Gedanke kommen, Gott habe uns vergessen und verlassen. Wir fühlen uns in Notsituationen sehr oft von Gott alleingelassen. Aber der Herr lässt uns nicht im Stich! Auch wenn wir kleingläubig sind, streckt Jesus weiterhin seine Hand aus und sagt in diesem Augenblick: „Fürchtet euch nicht“.