undefined. undefined NaN · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Joh 4,7-10
Im ersten Brief des Johannes finden wir das vielleicht treffendste und bedeutendste Bild von Gott: Gott ist die Liebe. Das heißt: Gottes Liebe ist sein Geist und jeder der Anteil an der Liebe hat, hat somit auch Anteil an Gottes Geist. Und jeder, der sich der Liebe widersetzt, richtet sich gegen Gott und wendet sich jenem zu, der gegen Gott aufbegehrt, seine Vormachtstellung leugnet und abwertend von ihm spricht – es ist der Antichrist. Gott hat uns bereits seine Liebe geschenkt, indem er sich zu uns herabbeugt, zu uns niedergestiegen ist und uns, als seine Kinder, als seine Schöpfung, bereits verziehen hat, in Jesus Christus. Daran können wir Gottes Größe wahrhaftig erkennen. In Jesus Christus können wir auch wahrnehmen, was Liebe ist, nämlich das Sich-opfern, das Sich-einsetzen für den anderen in Not. Da wir nun alle den Geist Gottes in uns tragen, sind auch wir fähig zur Liebe. Mit jeder Liebe, die wir verschenken, wird Gottes Geist auf dieser Welt sichtbar und spürbar. Versuche daher jeden Tag und jeden Moment, Liebe zu leben. Denn nur so können wir dem bösen Treiben des Antichristen Einhalt gebieten und als Christen überzeugend wirken. Die Welt soll durch uns sehen, spüren und erfahren, wie die Liebe uns dem Reich Gottes, selbst hier auf Erden, näherbringen kann. Ein Ja zur Liebe bedeutet ein Ja zu Gott und unseren Nächsten.
Evangelium — Mk 6,34-44
Müde und erschöpft kehrten die Jünger von ihrer Missionstätigkeit in Galiläa zurück und berichteten dem Meister alles, was sie erlebt hatten. Viele Menschen gesellten sich dazu, sodass Jesus und seine Jünger nicht einmal mehr Platz fanden, in Ruhe zu essen. Da nahmen sie ein Boot, um an einem einsamen Ort doch noch etwas Ruhe zu finden und unter sich zu sein. Doch die Menschen „erfuhren“ davon und liefen voraus, sodass Jesus und seine Jünger bei ihrer Ankunft im Boot, bereits eine große Menschenmenge vorfanden. Da hatte Jesus Mitleid, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten hatten und er lehrte sie lange. Sehen, Mitleid haben und lehren, das sind die Verben des Hirten. Das Mitleid steht jedoch nicht für sich allein, es hat eine Schwester, die Liebe. Und das Mitleid kann ohne die Liebe nicht auskommen. Bei Jesus ist seine Liebe zu uns so groß, dass sein Mitleid ihn bis zum Kreuz getragen hat. Bist du ein liebender Mensch, kennst du auch das Mitleid. Dieses kommt aus deinem Herzen und bringt dich dazu, etwas für deinen Nächsten zu tun: Leid zu lindern und den Heilungsprozess einzuleiten. Auf dieser Welt sähe es ganz anders aus, wenn anstelle des egozentrischen Verhaltens, es mehr Mitleid geben würde. Doch oft ist es unser hektisch grauer Alltag, der uns von diesem Gefühl für andere, wegführt. Du kannst diesem Gefühl jedoch wieder näherkommen, wenn du ehrliches Interesse am anderen zeigst, zuhörst, dich in seine Situation versetzt, alle stummen Hilfeschrei hörst und das notwendige tust.