undefined. undefined NaN · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Joh 3,11-21
Der Verfasser des ersten Johannesbriefes führt uns in das Wesen des Christentums ein: Christsein ist ein Übergang vom Tod zum Leben, ermöglicht durch die Liebe. Das Christentum kehrt somit die dem Leben innewohnende Tendenz zum Tod um, die Auflösung am Ende alles Irdischen wird zu einem Neubeginn, einer Umwandlung zu etwas Wunderbarem, dem kein Mensch, insofern er den göttlichen Funken in sich nicht zum Erlöschen gebracht hat, widerstehen kann. Erst die Liebe ermöglicht Leben, denn sie ist das Leben und Gott ist die Liebe. Wer die Liebe gefunden hat, kann sagen: Ich habe das Leben gefunden. Bald nach der Erschaffung der ersten Menschen hat die Menschheit mit dem Streben nach Unabhängigkeit von Gott wieder das geschenkte Leben verloren. Grund dafür war die Ursünde, der Übergang von der Liebe zur Gier. Verbunden damit war der Verlust der Nähe zum Vater. Das Paradies verblasste und es erschien eine Welt voller Gefahren und Bedrohungen. Wie können wir wieder das Leben gewinnen? Indem wir Liebe leben. Die Liebe vermag alles, denn sie ist jene Kraft, die alles trägt und erträgt. Wer nicht liebt, wird seiner Schuldhaftigkeit als Mensch nicht gerecht. Wer kein offenes Herz für seinen Mitmenschen hat, tut nicht seine Schuldigkeit und sein Leben wird als unbezahlter Schuldschein enden. Weil die Liebe konkret ist, legt sie einen konkreten Arbeitseinsatz für uns fest: einen für Gott und einen für den Nächsten.
Evangelium — Joh 1,43-51
Jesus gruppiert seine ersten Jünger um sich. Andreas, der Bruder des Simon, später genannt „Petrus“, beginnt diesen Reigen. Er ist ein fragender Mensch, mit der Suche nach einer Antwort auf die zweite Frage des Lebens: Wohin führt unsere Reise? Der zweite Jünger ist Simon und diesem sollten Philippus und Natanael folgen. Natanael suchte nicht von sich aus den Herrn, Jesus war es, der ihn zuerst ansprach, denn er kannte ihn bereits. Wieso konnte Jesus ihn kennen? In diesem „Kennen“ öffnet sich der Blick des Ewigen, vor dessen Auge Zeit und Raum kein Hindernis sind. So kannte Jesus nicht nur diesen Natanael, sondern er kennt auch jeden einzelnen von uns. Was ist der Grund für dieses alles umfassende Wissen? Jesu Wissen gründet in der Sohnschaft Gottes, und darin, dass ihm der Vater uns alle anvertraut hat. Es ist dies ein Zeichen dafür, dass Jesus immer bei uns ist, egal wo wir uns gerade befinden. Er kennt alle unsere Wege, auch wenn diese uns in die Dunkelheit führen. Er kennt die Beschaffenheit unserer Seelen, in welchen sich ständig ein Kampf Gut gegen Böse abspielt. Manchmal gewinnen wir diesen Kampf, manchmal siegt der Antichrist. Doch Jesus möchte uns nicht verlieren, keinen einzigen von uns. Deshalb hat er bereitwillig die Last des Kreuzes auf sich genommen und es bestiegen.