undefined. undefined NaN · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Sir 24,1-2.8-12
In der heutigen Lesung erzählt die ewige Weisheit von ihrem göttlichen Ursprung, von ihrer Unvergänglichkeit und ihrem Wirken in der Schöpfung. Sie lobt und rühmt sich selbst, aber nicht aus Überheblichkeit, sondern aus dem Bewusstsein ihrer Herkunft. Wir könnten auch sagen, die Weisheit legt selbst von sich Zeugnis ab: Sie ist göttlich, weil sie von Gott ist. Und eben, weil sie von Gott ist, überwindet sie alle Grenzen von Zeit und Raum sowie auch alle menschlichen Grenzen. Sie offenbart uns damit die Größe Gottes, dessen Macht und Gedanken für uns unermesslich bleiben. Gott lässt seine Weisheit unter uns Menschen wohnen und von hier aus wirkt sie in der gesamten Schöpfung, sie ist die Schöpfung. Gott erwählte als Wohnort für die Weisheit Jerusalem, denn er liebt sein auserwähltes Volk, aber nicht nur dieses, er liebt alle Geschöpfe seiner Schöpfung. Auf dem Zionsberg ließ sich die Weisheit nieder, um von dort aus Anteil zu nehmen am Geschick der Menschheit, die Menschheit zu begleiten und ihr zur Verfügung zu stehen. Und dort, wo die Menschen bereit sind, Gott und Gottes Weisheit in ihr Herz zu lassen, können sich Geschwisterlichkeit und Frieden entfalten, auch in einer Zeit, in der Rationalität und Selbstdarstellung bevorzugt werden. Hat die Weisheit bei dir einen dauerhaften Wohnort gefunden, dann ist Gott mit dir und du bist mit ihm. Der Sinn der Schöpfung wird dann auch durch dich gelebt.
Evangelium — Joh 1,1-18
„Im Anfang war das Wort“, in diesem Satz verbergen sich selbst für uns heute noch viele ungelöste Fragen und Rätsel. Die Physik sagt uns, dass am Anfang der Urknall gewesen sei. Doch was war dieser Urknall, wie können wir uns diesen vorstellen und was war davor? Eine Antwort darauf gibt uns nur das biblische Wort, das bereits im Anfang war. Und in diesem Wort war bereits das Leben und dieses Leben war das Licht der Menschen (Joh 1,4). Weiter heißt es dann im Text des Prologs: Dieses Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt (Joh 1,9). Gottes Wort ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt. Dieses Wort, Jesus Christus, hat uns Menschen als Licht das Licht gebracht. Das Licht des Glaubens, welches uns den Weg zu unserem Heil hell erleuchtet, damit wir sicheren Schrittes auf diesem Weg wandeln können, ohne in die Gefahr zu laufen, von diesem Weg abzukommen, hinein in die alles verschlingende Dunkelheit. Hast du dieses Licht schon erkannt und in dein Herz aufgenommen? Bewahre es gut, damit es in dir wachsen kann und du es an deine Nächsten weitergeben kannst. Auch wenn du dieses Licht mit anderen teilst, wird es nicht weniger oder kleiner in dir, sondern es wird sich auf wundersame Weise vermehren und so alle Dunkelheiten auflösen.