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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Joh 2,29-3,6Evangelium · Joh 1,29-34

Erste Lesung — 1 Joh 2,29-3,6

„Wir heißen Kinder Gottes und sind es“. Oft hören wir im Gottesdienst diese Worte als Einladung, sich im Beten des Vaterunsers mit der versammelten Gemeinde als seine Söhne und Töchter zu vereinen. Aber was bedeutet es, Kinder Gottes zu sein? Es bedeutet, in Gott aufgehoben zu sein, sich aufgehoben zu wissen in ihm, egal was geschieht. Besonders ausgedrückt wird dieses Kindsein noch dadurch, dass der Mensch, wie Gott, zur Liebe fähig ist, denn er wurde als Beziehungswesen geschaffen. Doch die Welt, die mit der Liebe auf Kriegsfuß steht, erkennt uns nicht als Kinder Gottes, weil sie Gott nicht erkannt hat. Die Welt kann und möchte Gott nicht sehen, weil sie es nicht erträgt, einen Gott, der sie geschaffen hat, über sich zu haben. Die Welt liebt ausschließlich sich selbst und leugnet, dass der Mensch ein Abbild Gottes ist. Als solches sind wir jedoch noch lange nicht das, was wir einmal sein werden. Unser Leben ist noch nicht fertig, wir haben noch vieles zu lernen, im Umgang mit uns selbst, mit unseren Nächsten und mit der uns geschenkten Schöpfung. Was wir einmal sein werden, wissen wir noch nicht. Wir haben nur die Gewissheit, Kinder Gottes zu sein und dereinst als Erben seines Reiches eingesetzt zu werden. Am Ende werden wir alle bei Gott sein und uns wird offenbar werden: wir werden Gott sehen, wie er ist. Bis dahin dürfen wir nicht an der Liebe Gottes zweifeln, wir müssen ihm unser Vertrauen schenken, wir müssen ihm unsere Zeit opfern und gemeinsam den Weg zu unserem Ziel beschreiten, unabhängig davon, was die Welt von uns in ihrer Verblendung erwartet.

Evangelium — Joh 1,29-34

Das Lamm Gottes ist im Alten Testament das Opfertier, dessen Blut in der Nacht des Auszugs der Israeliten aus Ägypten, auf das Gebot Gottes hin, als Schutzzeichen vor der zehnten Plage an die Türpfosten gestrichen wurde. Das Blut des Lammes bedeutete daher Schutz vor Gottes Strafe. Doch was bedeutet für dich, in unserer Zeit, dieses „Lamm Gottes“? Dieses Lamm ist jedenfalls jenes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt, das mit dir, wenn du es einlädst, jeden Tag neu beginnt und alles was Schuld war, zu Vergangenheit macht und das was gut ist, Gegenwart bleiben und Zukunft werden lässt. Dieses Lamm ist für uns Christen die Mitte zwischen Himmel und Erde, die Stimme des Vaters, der Geist des Vaters, der trinitarische Gott, der Gott der Demut und Liebe. Johannes der Täufer erkannte all dies und bezeugte: Jesus ist der Herr, das Lamm, der Sohn Gottes. Er erkannte auch dessen Auftrag: Die Welt von Sünde zu befreien und er erkannte seine eigene Rolle in diesem Geschehen als Wegbereiter für den Herrn. Johannes ging dem Herrn voran, wir können auf unserem Lebensweg dem Herrn nur mehr nachfolgen. Bist du dazu in der Lage? Wenn du ihm folgst, eröffnet sich für dich der Sinn des Lebens und eine wunderbare Zukunft wartet auf dich.