undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Mt 21,28-32
So tun, als ob – ist das nicht eine geläufige Praxis? Wo bleibt da das redliche Herz, die Aufrichtigkeit vor unseren Nächsten und Gott? Die große Kluft in unserem Leben besteht meist zwischen unseren Worten und dem, was wir tatsächlich tun. Im heutigen Gleichnis bittet ein Vater seine beiden Söhne, im Weinberg zu arbeiten. Der eine sagt, dass er nicht will. Ihn reut aber schnell sein „Nein“ und er geht doch arbeiten. Der andere sagt sofort „Ja“ zu seinem Vater, geht aber dann doch nicht. Wer von den beiden hat den Willen des Vaters erfüllt? Nicht der Ja-Sager, sondern der, der die Arbeit getan hat. Wenn wir beten: Dein Wille geschehe…, erkennen wir Gottes Willen an und stellen uns unter seine Führung. Die Frage ist nur: Wie erkennen wir seinen Willen an? Aus Zwang oder aus Liebe? Fällt es uns immer leicht, seine Vorschriften einzuhalten, oder übertreten wir sie auch gerne? Es ist sicherlich leichter, das Leben nach eigenen Entwürfen zu gestalten; doch führt uns das dann meist weg von Gott. Lassen wir aber Gott mit seinem Willen in unser Herz eintreten, wird uns vielleicht unser eigener Wille zweitrangig, weil wir spüren: Unser Wille stammt nicht von Gott, sondern er hat eine ganz andere Quelle. Lassen wir diese andere Quelle in uns versiegen, kämpfen wir mit uns, sodass unser „Ja“ zu Gott nicht aus Zwang erfolgt, sondern aus aufrichtiger Liebe zu ihm. Aus unserem „Soll“ muss ein „Ich will“ werden.