undefined. undefined NaN · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Lk 17,11-19
Jesus kommen zehn Aussätzige entgegen und bitten um sein Erbarmen. Daraufhin heilt Jesus alle zehn, aber nur einer kehrt zurück, um Jesus zu danken. Es ist ein Samariter, ein für die Juden Ungläubiger. Aussatz war damals nicht nur ein körperliches Übel, sondern auch eine „soziale Krankheit“, verbunden mit Ausschluss aus der Gesellschaft und Isolation. Die von der Krankheit betroffenen bildeten eigene Gesellschaften und durften keine bewohnten Orte betreten. In diesem Leid öffnet sich für uns ein interessantes Bild: gemeinsame Krankheiten und Gebrechen lassen Barrieren fallen. Alle werden gleich und werden gleich behandelt, unabhängig davon, woher sie kommen oder welchem Stand sie vor ihrer Krankheit angehörten. Das lässt uns daran erinnern, dass wir alle im Herzen krank sind, dass wir alle Sünder sind und der Barmherzigkeit des Vaters bedürfen. Vor ihm sind wir alle gleich. Warum lassen wir uns dann oft von einem hierarchischen Standesdenken beeinflussen oder meinen, besser als andere zu sein? Der christliche Glaube fordert uns dazu auf, die Gemeinschaft und das Gleichsein vor Gott nicht aus den Augen zu verlieren. Wir dürfen nie zu einsamen Wanderern auf dieser Welt werden und uns nie in uns selbst verschließen. Der christliche Glaube fordert uns auf, anzuerkennen, dass wir alle der Heilung und der Vergebung bedürfen und die Schwächen der Menschen um uns herum zu teilen, ohne uns überlegen zu fühlen. Prüfen wir unsere Verhaltensweisen und fragen wir uns, ob wir mit den anderen am gemeinsamen Weg unterwegs sind oder ob wir es bevorzugen, als Einzelkämpfer unterwegs zu sein, mit Egoismus oder im Schmollen über unser Schicksal.