undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Lk 17,7-10
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan! Wie ist das zu verstehen? Der frühere Weihbischof von St. Pölten (1904-1999) beschreibt die Situation eines Knechtes in Jesu Zeit sehr nüchtern: „Der Knecht ist Landarbeiter, der vom Bauern für ein Jahr gedungen wurde. Damit hat der Bauer Anspruch auf seine ganze Arbeitskraft. Der Knecht muss pflügen, das Vieh hüten und im Haus alle Dienste verrichten: die Küche und den Tisch. Die Ansprüche des Bauern, der auch nur zu den Kleinen gehört – er hat nur einen Knecht für alle Arbeiten – sind herausfordernd. Der Knecht hat auf dem Feld gearbeitet, der Bauer war daheim; der Knecht kommt müde zurück, der Bauer liegt bei Tisch und lässt sich von ihm bedienen; der Knecht ist nach des Tages Arbeit hungrig, er muss warten, bis sein Herr gegessen hat. Der Bauer hat keinen Dank für ihn; er macht seine Rechte geltend. Der Knecht ist eben Knecht und hat zu tun, was ihm befohlen ist.“ Ist solch eine Situation in einem Arbeitsverhältnis in Ordnung? Was möchte uns Jesus mitteilen? Ist Ausbeutung in Ordnung? Jesus möchte uns sagen, dass wir uns über Dank und Anerkennung freuen dürfen, wir sollen aber nicht darum buhlen. Und wir sollten dankbar sein, wenn wir dienen dürfen. Voraussetzung für dies Dankbarkeit ist unsere Zuwendung zur inneren Freiheit im Dienen, zur Freude am Dienen, auch wenn wir selbst dabei an unsere Grenzen gelangen. Basis für dies alles sind Glaube, tiefer Glaube und Vertrauen in Gott. Erst damit können wir bekennen: Ich bin ein unnützer Knecht, ich habe nur meine Schuldigkeit getan!