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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Evangelium · Lk 14,1-6

Evangelium — Lk 14,1-6

Die Pharisäer beobachteten Jesus genau, er war ihnen ungeheuerlich. Sie fragten sich: Hält er sich an die Gebote Gottes? Oft schien er das nicht zu tun. Warum? Jesus kannte alle Gebote, er kannte das Gesetz. Aber was ist das Gesetz? Einmal niedergeschrieben in der Tora, ordnete es die verschiedenen Gebiete des öffentlichen und privaten Lebens sowie das Verhältnis zu Gott. Alles wurde bis ins kleinste Detail niedergeschrieben und musste eingehalten werden. Doch wurde das Gesetz im Laufe der Zeit von den Menschen zu einem Werkzeug des Unheils gemacht: Nach außen, strikte Einhaltung mit Verfolgung bei Nichteinhaltung, das heißt: nach Innen oft Unmenschlichkeit, fehlende Nächstenliebe und fehlende Barmherzigkeit. Da hat sich Jesus widersetzt: Die Gebote wurden für die Menschen gemacht, nicht der Mensch für die Gebote. Vergessen wir nie die Menschlichkeit, lassen wir uns nicht zur Steinigung verführen, lassen wir uns zum Heil unseres Nächsten verführen. Die Schriftgelehrten klammerten sich bei der Auslegung der Schrift an jeden Buchstaben, so entstand daraus eine einengende, starre, oft widervernünftige Botschaft. Jesus hingegen lehrte mit Vollmacht. Bei ihm kommt es nicht auf den einzelnen Buchstaben an, sondern auf das, was dem Menschen in der jeweiligen Situation hilft, das Böse in und mit Liebe zu überwinden. Doch hüten wir uns vor Infragestellungen von Regeln, Vorschriften oder Gesetzen, wenn wir dem Einfluss von dämonischer Verblendung ausgesetzt sind. Es gibt nämlich dieses geistig böse Milieu, welches uns immer wieder von seiner selbst formulierten Richtigkeit überzeugen und vom Sinnvollen abhalten möchte.