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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Evangelium · Lk 18,9-14

Evangelium — Lk 18,9-14

Die beiden Charaktere, die uns im heutigen Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner vorgestellt werden, sind gegensätzlicher Natur und sie laden uns ein, über uns selbst nachzudenken: Der stolze Pharisäer steht für sich, er ist selbstgerecht und er klopft sich selbst auf die Schulter, wie gut er ist. Der Zöllner hingegen tritt bescheiden auf, stellt sich in der Synagoge in die letzte Reihe, kennt seine Schwächen und tritt in der Haltung der Einsicht und Reue vor seinen Gott. Er wagt es nicht, seine Augen zum Himmel zu erheben und bittet: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lk 18,13). Der Zöllner weiß: Gott kennt mich! Er kennt mich in- und auswendig. Er weiß, wer ich bin und wie ich bin. Wissen wir das auch von uns? Oder sind wir eher so wie der selbstgerechte Pharisäer? Beurteilen wir uns selbst mit offenen Augen und Ohren sowie mit einem bereiten Herzen? Sich zu ändern ist schwer, sehr schwer. Oft scheitern wir daran, weil wir unsere Schwächen, Eigenheiten und Fehler nicht wahrhaben wollen. Oft würde es schon helfen, genau zuzuhören, was die anderen uns sagen wollen. Manchmal sagen sie das nicht direkt, sondern indirekt, um uns nicht zu verletzen. Meist kennen wir unsere Eigenheiten, aber wir lieben sie, weil das Leben mit ihnen für uns schöner, einfacher und selbstgerechter ist. Wir behalten sie, egal was die anderen sagen oder höflicherweise andeuten. Doch wenn Jesus uns auffordert: „Kehr um!“, dann bezieht sich das auf unser gesamtes Sein und nicht nur auf jene Bereiche, die uns leichtfallen zu verändern.