undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Lk 5,33-39
Die Jünger Jesu wurden kritisiert, weil sie nicht so wie die Jünger des Johannes fasteten. Jesu erklärte daraufhin: „Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Gewand ab und setzt es auf ein altes Gewand. Sonst würde ja das neue Gewand zerschnitten und zu dem alten würde das Stück von dem neuen nicht passen. Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst würde ja der junge Wein die Schläuche zerreißen; … Jungen Wein muss man in neue Schläuche füllen“ (Lk 5,36-38). Jesus trifft hier eine radikale Aussage, weil damit jede Vermischung von Alt und Neu abgelehnt wird. Er bezieht sich dabei auf die Neuheit seines Wortes und somit auch auf die Änderung im Zugang auf das Reich Gottes. Denn was mit ihm kommt, schafft in Israel eine neue Situation, die ein neues Verhalten verlangt. Man kann sich nicht mehr an den gewohnten und lange Zeit praktizierten Ritualen festhalten, umdenken ist gefordert. Was Gott möchte, ist ein sich Loslösen von starren, unflexiblen und zum Teil unmenschlichen Traditionen, hin zur Barmherzigkeit und reiner Nächstenliebe. Doch Jesus stellt damit die Tora mit ihren Gesetzen nicht in Frage, er möchte sie nicht abschaffen, sondern sie auf ihre Mitte hin konzentrieren, mit den Worten: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!“ (Mt 9,13). Es ist die Barmherzigkeit, die erst die Tür deines Herzens öffnet. Sie ist der Grundpfeiler des Glaubens und die konkrete Form, mit der wir der Auferstehung Jesu Sichtbarkeit verleihen.