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23. Juli 2025 · Mittwoch

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Evangelium · Joh 15,1-8

Evangelium – Joh 15,1-8

Heute unterbreitet uns das Evangelium den Moment, da Jesus sich als der wahre Weinstock vorstellt und uns einlädt, mit ihm vereint zu bleiben, um reiche Frucht zu bringen. Dieses Gleichnis stellt eine Allegorie der wunderbaren Geschichte des Verliebtseins Gottes in sein Geschöpf, den Menschen, dar. Gott pflanzt den Weinstock, weil er liebt und Liebe erwartet. Doch Gott pflanzt nicht nur, er wird in Jesus Christus selbst zu diesem Weinstock, von dem wir den Lebenssaft aufnehmen, das heißt, das „Leben“. Wir leben nur in dem Maße, in dem wir wie Reben in Verbindung mit ihm sind. Wir leben, wenn wir sagen können: „Ich lebe, aber: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20a). Rebe am Weinstock sein heißt demnach auch, in einer lebendigen Verbindung mit Jesus zu stehen. Stehen wir in einer solch innigen Vertrautheit mit ihm, vermag man Früchte der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens zu tragen. In Einheit mit Jesus Christus sieht man die Welt schließlich mit anderen Augen, den Augen des Herrn. Doch Christsein heißt, mehr als nur die Wahrheit zu sehen, es bedeutet darüber hinaus, ein aktives Glaubensleben zu führen, ein Leben, das Leben schafft und nicht an den Notwendigkeiten des Alltags und unserer Nächsten vorbeizieht. Aus diesem Grund heißt es auch am Ende des Evangeliums: „Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen“ (Joh 15,6).