undefined. undefined NaN · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Mt 5,38-42
Jesus zitiert das Gesetz des Alten Bundes: „Auge für Auge und Zahn für Zahn“ (Lev 24,20). Für die damalige Zeit war es ein Fortschritt, Streitfälle durch Ausgleich und Schadenersatz zu beenden. Aber trotzdem geht Jesus weit darüber hinaus, wenn er sagt: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand …“ (Mt 5,39) und „Liebt eure Feinde …“ (Mt 5,44). Wir sollen auch diejenigen lieben, die uns Böses antun? Was ist der Grund dafür? Der Grund ist, dass der Vater, unser aller Vater, immer und ausnahmslos alle liebt, auch wenn diese Liebe nicht erwidert wird und sogar ins Böse umschlägt. Das ist christliche Neuheit. Wir müssen nicht nur jene lieben, die uns mögen, sondern ausnahmslos alle, denn wir sind alle Geschwister des einen Vaters und darüber hinaus kennt Jesu Liebe keine Grenzen und Schranken. Das Maß Jesu ist Liebe ohne Maßen. Doch wie rasch gelangen wir da an unsere eigenen Grenzen? Können wir Mörder, Kriegsverbrecher und Kriegstreiber lieben? Wäre in solchen Fällen der Hass nicht eine gerechtfertigte Emotion? Jesus weiß, dass auf dieser Welt viele Dinge nicht funktionieren. Darum bittet er uns, für solche Menschen zumindest zu beten und unser Bestes zu versuchen, sie wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen. Er weiß, dass man das Böse nur mit dem Guten besiegen kann. So hat er auch uns gerettet: Nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Kreuz. Das ist das Revolutionäre am Christentum: Vom Feind, den man hasst, zum Feind, dem man verzeiht, für den man betet, wenn wahre Liebe nicht möglich ist.