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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Evangelium · Mt 5,33-37

Evangelium — Mt 5,33-37

Jesus bezieht sich im heutigen Evangelium auf die „Zehn Gebote“. Diese geben dem Leben Halt; sie enthalten Grundregeln für ein gutes Zusammenleben. Sie schützen den Einzelnen und die Gesellschaft, denn wenn Mord, Ehebruch, Lüge und Betrug das Normale wären, dann könnte unser Alltagsleben nicht mehr funktionieren. So sind die Zehn Gebote nicht nur eine Hilfe für unseren Alltag, sondern auch ein Wegweiser zum ewigen Leben. Doch wer von uns hat noch nie bei einer Lüge Zuflucht genommen oder im Gedanken eine andere Frau, einen anderen Mann, begehrt? Aber deswegen würden wir uns auch nicht gleich als Betrüger oder Ehebrecher bezeichnen. Aber genau diese Haltung ist es, die Jesus im heutigen Evangelium hinterfragt. Er macht unmissverständlich klar, dass es zu wenig ist, nur das Minimum zu erfüllen: Gesetzeseinhaltung formell, ohne dabei die richtige Herzenseinstellung zu wählen. Warum? Weil alle bösen Taten im Herzen, in unseren Gedanken und verkehrten Haltungen beginnen. So auch der Meineid. Jesus sagt dazu: „Schwört überhaupt nicht! Euer Ja sei ein wahrhaftes Ja und euer Nein ein aufrichtiges Nein!“ Dazu gesellt sich die Frage: Warum schwören wir? Weil wir einander nicht vertrauen und weil unsere Worte so oft nicht wirklich ehrlich sind. Darum ist es notwendig, all unsere Worte und alles, was zu diesen Worten führt, nüchtern zu prüfen: Sind meine Äußerungen ehrlich, entsprechen sie dem Gesetz und den Anforderungen des geschwisterlichen Zusammenlebens? Oft bedienen wir uns zu unserer eigenen Rechtfertigung des Begriffes der Notlüge. Doch auch diese ist eine Lüge und hält einer letzten Beurteilung nicht Stand, auch wenn sie vielleicht im Sinne einer „Schadensvermeidung“ ausgesprochen wurde.