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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Evangelium · Mt 5,27-32

Evangelium — Mt 5,27-32

Das heutige Evangelium, entnommen der Bergpredigt, behandelt das Thema der Erfüllung des Gesetzes. Gott hat uns sein Gesetz geschenkt, um mit dessen Hilfe den Versuchungen und Leidenschaften des Lebens zu widerstehen. Das Gesetz wäre jedoch nicht notwendig, wenn wir die Nächstenliebe als Grundlage der zwischenmenschlichen Beziehungen leben würden. Eine solche Einstellung würde uns dazu befähigen, zu den eigentlichen „Herren“ unseres eigenen Lebens zu werden, losgelöst von den Ketten der Leidenschaften und der Last der Sünde. Jesus erklärt uns dies heute mit vier Antithesen, die mit der Formel: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist … Ich aber sage euch …“ (Mt 5,21-22), zum Ausdruck gebracht werden. Diese Antithesen beziehen sich dabei auf ebenso viele Situationen des täglichen Lebens: Mord, Ehebruch, Scheidung und das Schwören. Jesu hebt die Vorschriften dazu jedoch nicht auf, sondern er erläutert den vollen Umfang ihrer Bedeutung und zeigt, in welchem Geist sie beachtet werden müssen. Er ermutigt, von der formellen Befolgung des Gesetzes zur substanziellen Befolgung überzugehen, und das Gesetz im Herzen, dem Zentrum der Absichten und Entscheidungen, anzunehmen. Jesus weiß aber auch, dass es nicht leicht ist, die Gebote auf allumfassende Weise zu leben. Aus diesem Grund kam er auf diese Welt, um uns die Gnade der Vergebung, Erlösung und das ewige Leben zu schenken – vorausgesetzt, dass wir die Liebe fest in unsere Herzen eingepflanzt haben.