undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Joh 10,22-30
Jesus hält sich wieder einmal im Tempel auf, es war kurz vor dem Tempelweihfest. Bei dieser Gelegenheit „umringen“ ihn die Juden und fragen ihn: „Wie lange hältst du uns noch hin? Wenn du der Christus bist, sag es uns offen!“ Jesus antwortete ihnen: „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht … weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört“ (Joh 10,24-26). Wir sind doch alle Kinder Gottes, was könnte nun der Grund dafür sein, nicht zu Jesus zu gehören und somit den sicheren Einlass in die Ewigkeit infrage zu stellen? Der Grund für das „Nichtdazugehören“ zu seiner Herde besteht meist darin, dass wir Gefangene von etwas sind, das uns daran hindert, weitere Schritte zum Heil zu tun. Dieses Etwas ist wie eine schwere eiserne Kugel an unserem Fuß, die uns an Ort und Stelle festhält. Dieses Etwas ist unsere Vorliebe zum Materiellen, zum Reichtum, Egoismus, Starrsinn, zur Trägheit und Weltlichkeit. Dies alles bindet uns und raubt uns Freiheit. Aber ohne Freiheit kann man Jesus nicht nachfolgen. Nachfolge erfordert Unabhängigkeit, Einsicht in die Dinge der Welt und der Ewigkeit sowie die Bereitschaft, sich dem Geist Gottes mit offenem Herzen zu fügen. Doch selbst in Abhängigkeit der Weltlichkeit dürfen wir uns alle über etwas sehr Trostreiches freuen: Jesus, der gute Hirt, wird uns nicht abschreiben. Als guter Hirt wird er uns Verlorenen nachgehen und uns suchen, bis er uns gefunden hat, selbst dann, wenn wir von seiner Nähe nichts wissen möchten. Er gibt uns nicht auf, bis zu unserem letzten Tag, an dem es dann als letzte Chance an uns liegt, uns für ihn zu entscheiden.