undefined. undefined NaN · Hl. Josef
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Mt 1,16.18-21.24a
Kontext: Die Vorgeschichten – Über die Geburt Jesu Ausgewähltes Schriftwort: Mt 1,19 Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Der Evangelist Matthäus erzählt zu Beginn der Geschichte von Jesus etwas schier Unglaubliches: Maria wird schwanger, aber nicht von ihrem Verlobten Josef, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes. Josef steht damit vor der Situation, dass dieses Kind nicht von ihm ist und er muss annehmen, dass Maria das Verlöbnis gebrochen hat. Was soll er nun tun? In dem, wie er in weiterer Folge handeln wird, zeigt uns die Heilige Schrift ein großartiges Bild von Josef als einen „Gerechten“. Wie sieht diese Gerechtigkeit aus? Das alttestamentliche Recht kennt zwei Wege der Entlassung aus einem Verlöbnis: Mit harter Strafe in der Öffentlichkeit oder in formeller Weise ohne Öffentlichkeit. Josef möchte Maria schützen und sie nicht in den Tod schicken, so wählt er den menschlichen Weg. Und so zeigt sich seine Gerechtigkeit darin, dass er sein Recht nicht mit Gewalt und Macht durchsetzen will, sondern, dass er seinen Willen dem Willen Gottes unterwirft, und den Weg der Barmherzigkeit, den Weg Gottes und Jesu, beschreitet. So realisiert er Menschlichkeit im Recht und durch das Recht. Seine Gerechtigkeit zeigt sich auch darin, dass er bereit ist, der Stimme des Engels zu vertrauen, die ihm im Traum Gottes Botschaft übermittelt hat. Er vertraut und richtet sich nach dem Willen Gottes – auch das ist ein Weg zur Gerechtigkeit. Unsre Zeit ist leider von vielen Ungerechtigkeiten geprägt. Blicken wir nur mit offenen Augen um uns, dann können wir viel dazu beitragen, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, denn Christ zu sein bedeutet in erster Linie, sich für Gerechtigkeit mit Menschlichkeit und nicht mit dem Weg der Macht einzusetzen. Amen