undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium — Mt 9,14-15
Kontext: Das Wirken Jesu in Galiläa – Fasten und Feiern Ausgewähltes Schriftwort: Mt 9,14 Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Im heutigen Evangelium werden die Jünger Jesu von den Jüngern des Johannes kritisiert, weil sie im Gegensatz zu ihnen und den Pharisäern nicht fasteten. Jesus erklärt dazu: „Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt doch wieder ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Und dann ergänzt Jesus noch: Auch füllt man nicht jungen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus und die Schläuche sind unbrauchbar. Jungen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleibt beides erhalten“ (Mt 9,16-17). Ja, wie können wir das Gesagte verstehen? Jesu Aussage ist dahingehend auszulegen, dass man Neues nicht mit Altem zusammenbringen soll, sonst zerstört man das Alte, obwohl das Neue vielleicht sogar als das Positivere zu sehen ist. Uns scheint das in der heutigen Zeit als selbstverständlich: besser ein neues Auto als ein altes; besser ein neues Handy als ein altes. Neues bedeutet für uns fast immer Fortschritt – etwas Besseres – und wir vergessen dabei rasch den Wert des Alten. Wollte Jesus somit die alten Gesetze und Traditionen abschaffen? Das wollte er sicherlich nicht! Er hat mit allem in seinem Leben die Schrift gelebt. Doch wies er immer wieder darauf hin, dass alles, was Gott uns sagt, besser ist als erstarrte Traditionen, die nur mehr wegen ihrer selbst beibehalten und gelebt werden. Auch Traditionen können mit der Zeit gehen, sie müssen nicht erstarren. Als gute Christen sollen wir daher stets dem Wort des Herrn gegenüber „fügsam“ sein und auf das hören, was er uns über Gerechtigkeit, Liebe, Vergebung und Barmherzigkeit sagt – und dies natürlich auch leben, weit darüber hinausgehend, was die alten Gesetze vorschreiben. Amen