Bibel in einem Jahr · Tag 64 von 365

Dtn 33–34; Jos 1 · Lk 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Deuteronomium 33

1Dies ist der Segen, mit dem Moses, der Mann Gottes, die Söhne Israels vor seinem Tode segnete. 2Er sprach: Der Herr ist von Sinai hergekommen und ist uns aufgegangen aus Seir; er erschien vom Berge Pharan her, und mit ihm tausende von Heiligen, und in seiner Rechten war das feurige Gesetz. 3Er liebte die Völker, alle Heiligen sind in seiner Hand; und die sich seinen Füßen nahen, werden von seiner Lehre empfangen. 4Das Gesetz hat uns Moses geboten das Erbteil der Gemeinde Jakobs. 5Er wird König sein über den Gerechten, wenn sich die Fürsten des Volkes samt den Stämmen Israels versammeln. 6Es lebe Ruben, und er sterbe nicht, doch sei er gering an Zahl! 7Dies ist der Segen über Juda: Höre, Herr, auf die Stimme Judas und führe ihn ein zu seinem Volke; seine Hände werden für dasselbe streiten, und er wird sein Helfer wider seine Feinde sein! 8Zu Levi sprach er alsdann: Deine Vollkommenheit und Lehre gehören deinem heiligen Manne, den du in der Verfluchung geprüft und bei dem Wasser des Widerspruches gerichtet hast. 9Wer zu seinem Vater und seiner Mutter sprach: Ich kenne euch nicht; und zu seinen Brüdern: Ich weiß von euch nichts; und die nichts wissen wollten von ihren Söhnen, diese haben deine Rede bewahrt, und deinen Bund gehalten. 10deine Rechte, o Jakob, und dein Gesetz, o Israel; bei deinem Zorne werden sie Räucherwerk und Brandopfer auf deinen Altar legen. 11Segne, o Herr! seine Kraft, und nimm die Werke seiner Hände gnädig an. Schlage die Rücken seiner Feinde und lass, die ihn hassen, sich nicht mehr erheben! 12Und zu Benjamin sprach er: Der Liebling des Herrn wird sicher bei ihm wohnen; wie auf einem Ruhebett wird er Tag für Tag bleiben und wird in seinen Armen ruhen! 13Und zu Joseph sprach er: Vom Segen des Herrn sei sein Land gesegnet, mit Früchten des Himmels, mit Tau und Wasser aus der Tiefe, 14mit Erzeugnissen der Sonne und des Mondes, 15vom Gipfel der uralten Berge, mit den Früchten ewiger Hügel, 16mit den Früchten der Erde und mit ihrer Fülle. Der Segen dessen, der im Dornbusche erschienen ist, komme auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Nazaräers unter seinen Brüdern! 17Wie eines erstgebornen Stieres ist seine Schönheit, Hörner des Nashorns sind seine Hörner; mit ihnen wird er Völker niederstoßen bis an das Ende der Erde. Das sind die Scharen Ephraims und das die tausende Manasses. 18Und zu Zabulon sprach er: Freue dich, Zabulon, deines Auszuges, und Issachar, deiner Zelte! 19Sie werden Völker zum Berge rufen und daselbst Opfer der Gerechtigkeit darbringen. Sie fangen Überfluss des Meeres wie Milch und die verborgenen Schätze des Sandes. 20Und zu Gad sprach er: Gesegnet sei Gad, in seiner Weite! er ruht wie ein Löwe und raubt Arm und Scheitel. 21Er erkennt seinen Vorzug, denn in seinem Erbe liegt der Lehrer aufbewahrt, welcher bei den Fürsten der Völker ist, und die Gerechtigkeit des Herrn übt, und sein Gericht mit Israel. 22Und zu Dan sprach er: Dan ist ein junger Löwe, der kraftvoll aus Basan hervorspringt! 23Und zu Nephthali sprach er: Nephthali wird sich des Überflusses freuen und voll sein von den Segnungen des Herrn; er wird das Meer und den Süden in Besitz nehmen! 24Und zu Aser sprach er: Gesegnet sei Aser mit Söhnen, er sei das Wohlgefallen seiner Brüder und tauche seinen Fuß in Öl. 25Von Eisen und Erz sind seine Schuhe; wie die Tage deiner Jugend, so auch dein Alter. 26Es ist kein anderer Gott, wie der Gott des Gerechten; der im Himmel thront, ist dein Helfer, durch seine Herrlichkeit schweben die Wolken, 27seine Wohnung ist droben, und unten seine ewigen Arme; er treibt von dir den Feind hinweg und spricht: Sei vertilgt! 28Israel wird sicher und abgesondert wohnen. Jakob wird ein Land voll Getreide und Wein schauen, und seine Himmel werden dunkel sein vom Tau. 29Selig bist du, o Israel! wer ist dir gleich, du Volk, das durch den Herrn errettet wird? Er ist der Schild deiner Hilfe, und das Schwert deines Ruhmes; deine Feinde werden dich verleugnen, du aber wirst auf ihre Nacken treten!

Deuteronomium 34

1Als nun Moses von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, auf den Gipfel des Phasga, Jericho gegenüber, gestiegen war, ließ der Herr ihn das ganze Land Galaad bis Dan schauen, 2und ganz Nephthali, und das Land Ephraim und Manasse, und das ganze Land Juda bis zum äußersten Meere, 3und den südlichen Teil, und das weite Gefilde von Jericho, der Palmenstadt, bis Segor. 4Und der Herr sprach zu ihm: Dies ist das Land, welches ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, da ich sprach: deiner Nachkommenschaft werde ich es geben. Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber in dasselbe hinüberziehen sollst du nicht. 5Da starb Moses, der Knecht des Herrn, daselbst im Lande Moab, nach dem Befehle des Herrn; 6und er begrub ihn im Tale des Landes Moab, Phogor gegenüber; und kein Mensch kennt seine Grabstätte bis auf den gegenwärtigen Tag. 7Moses war hundert und zwanzig Jahre alt, als er starb; sein Auge war nicht dunkel geworden und seine Zähne nicht locker. 8Und die Söhne Israels beweinten ihn in den Gefilden Moabs dreißig Tage; alsdann waren die Tage des Weinens und Klagens um Moses zu Ende. 9Josue aber, der Sohn Nuns, war mit dem Geiste der Weisheit erfüllt, denn Moses hatte ihm seine Hände aufgelegt. Und die Söhne Israels gehorchten ihm und taten, wie der Herr dem Moses geboten hatte. 10Und es stand hinfort in Israel kein Prophet mehr auf wie Moses, den der Herr von Angesicht zu Angesicht gekannt hätte, 11in allen den Zeichen und Wundern, die zu tun der Herr ihn sandte, im Lande Ägypten an Pharao, und an allen seinen Knechten, und an seinem ganzen Lande, 12und alle Macht zu zeigen, und in großen und wunderbaren Taten, welche Moses vor ganz Israel verrichtete.

Das Buch Josua 1

1Und es begab sich nach dem Tode Moses, des Dieners des Herrn, dass der Herr zu Josue, dem Sohne Nuns, dem Diener Moses, redete, und zu ihm sprach: 2Moses, mein Diener, ist gestorben; mache dich auf und ziehe über den Jordan dort, du und das ganze Volk mit dir, in das Land, welches ich den Söhnen Israels geben werde. 3Jeden Ort, den euer Fuß betritt, werde ich euch geben, wie ich zu Moses gesprochen habe. 4Von der Wüste und dem Libanon bis an den großen Strom Euphrat, das ganze Land der Hethiter bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang soll euer Gebiet sein. 5Niemand wird euch stand halten können alle Tage deines Lebens hindurch; wie ich mit Moses gewesen bin, so werde ich mit dir sein; ich werde dich nicht preisgeben und dich nicht verlassen. 6Sei stark und mutig! Denn du sollst das Land, das ich ihren Vätern geschworen habe, ihnen zu geben, durch das Los unter dies Volk verteilen. 7Sei also stark und sehr mutig, dass du das ganze Gesetz, welches dir Moses, mein Diener, gegeben hat, haltest und tuest; weiche davon weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise seiest in allem, was du tust. 8Das Buch des Gesetzes komme nicht von deinem Munde, sondern sinne darüber Tag und Nacht, damit du alles haltest und tuest, was in demselben geschrieben ist; dann wirst du deinen Weg recht gehen und weise handeln. 9Siehe, ich gebiete dir, sei stark und mutig! Fürchte dich nicht und zage nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternehmen wirst. 10Da gebot Josue den Fürsten des Volkes und sprach: Gehet durch das Lager hindurch, und gebietet dem Volke und sprechet: 11Bereitet euch Zehrung vor; denn nach drei Tagen sollt ihr den Jordan überschreiten und einziehen, das Land in Besitz zu nehmen, welches der Herr, euer Gott, euch geben will. 12Und zu den Rubeniten und Gaditen und dem halben Stamme Manasse sprach er: 13Gedenket des Befehles, welchen euch Moses, der Diener des Herrn, gegeben hat, da er sprach: Der Herr, euer Gott, hat euch Ruhe verliehen und das ganze Land. 14Eure Frauen und Kinder, und euer Vieh sollen in dem Lande bleiben, welches euch Moses jenseits des Jordans gegeben hat; ihr aber, alle streitbaren Männer, ziehet bewaffnet vor euren Brüdern her und kämpfet für sie, 15bis der Herr euern Brüdern Ruhe gibt, wie er sie euch gewährt hat, und auch sie das Land in Besitz nehmen, das der Herr, euer Gott, ihnen geben will; alsdann möget ihr in das Land, das euch als Besitz zugehört, zurückkehren und in dem Lande wohnen, das euch Moses, der Diener des Herrn, jenseits des Jordans gegen Sonnenaufgang gegeben hat. 16Da antworteten sie Josue und sprachen: Alles, was du uns geboten hast, wollen wir tun; und wohin du uns immer sendest, wollen wir gehen. 17Wie wir Moses in allem gehorsam gewesen sind, so wollen wir auch an dir gehorsam sein; möge nur der Herr, dein Gott, mit dir sein, wie er mit Moses war. 18Wer deinem Munde widerspricht und nicht allen befehlen, die du ihm gibst, gehorsam ist, der soll sterben; sei du nur mutig und handle männlich!

Neues Testament

Lukasevangelium 2

1Es geschah aber in denselben Tagen, dass vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, dass der ganze Erdkreis aufgeschrieben werde. 2Diese Aufschreibung war die erste, und geschah durch Cyrinus, den Statthalter von Syrien. 3Und alle gingen hin, sich aufschreiben zu lassen, ein jeder in seine Stadt. 4Da zog auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 5um sich aufschreiben zu lassen mit Maria, seinem verlobten Weibe, welche schwanger war, 6Es begab sich aber, als sie daselbst waren, erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. 7Und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Platz war in der Herberge. 8Und es waren Hirten in derselben Gegend, die hüteten und in der Nacht Wache hielten bei ihrer Herde. 9Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr. 10Der Engel aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! denn sehet, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke zuteil werden wird; 11dass euch heute der Heiland geboren worden, in der Stadt Davids, welcher Christus, der Herr, ist. 12Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend. 13Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerschaaren, welche Gott lobten, und sprachen: 14Ehre Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind! 15Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweggegangen waren in den Himmel, sprachen die Hirten zueinander: Lasset uns hingehen bis Bethlehem, und das Wort sehen, das geschehen ist, und das uns der Herr kundgetan hat. 16Und sie kamen eilend, und fanden Maria und Joseph, und das Kind, welches in der Krippe lag. 17Da sie es aber sahen, machten sie bekannt, was zu ihnen von diesem Kinde gesagt worden war. 18Und alle, die es hörten, wunderten sich, und über die Dinge, welche von den Hirten ihnen erzählt worden. 19Maria aber bewahrte alle diese Worte, und überlegte sie in ihrem Herzen. 20Und die Hirten kehrten zurück, indem sie Gott priesen und lobten um alles dessen willen, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es zu ihnen gesagt worden war. 21Und nachdem acht Tage um waren, und das Kind beschnitten werden sollte, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn schon der Engel genannt hatte, ehe er empfangen ward. 22Da nun die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses erfüllt waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen; 23wie geschrieben steht im Gesetze des Herrn: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt werden; 24und um ein Opfer darzubringen, wie es dem Gesetze des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. 25Und siehe, es war ein Mann zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig, und harrte auf den Trost Israels, und der heil. Geist war in ihm. 26Es war ihm von dem heil. Geiste geoffenbaret worden, dass er den Tod nicht sehen werde, bis er zuvor den Gesalbten des Herrn geschaut. 27Dieser kam aus Antrieb des Geistes in den Tempel; und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um da für ihn zu tun, was nach dem Gesetze Gewohnheit war, 28nahm er es auf seine Arme, pries Gott, und sprach: 29Nun entlässest du, Herr! deinen Diener nach deinem Worte im Frieden; 30denn meine Augen haben dein Heil gesehen, 31das du bereitet hast vor dem Angesichte aller Völker, 32ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel. 33Und sein Vater und seine Mutter waren voll Verwunderung über die Dinge, welche von ihm gesagt wurden. 34Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen werden wird; 35und auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. 36Es war auch eine Prophetin, Anna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamme Aser; dieselbe war hochbetagt, hatte nach ihrer Jungfrauschaft sieben Jahre mit ihrem Manne gelebt, 37und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie wich nicht von dem Tempel, und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. 38Auch diese kam zu derselben Stunde hinzu, pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, welche die Erlösung Israels erwarteten. 39Und nachdem sie alles nach dem Gesetze des Herrn vollendet hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. 40Das Kind aber wuchs und ward stark, voll Weisheit; und Gottes Gnade war auf ihm. 41Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem am Osterfeste. 42Als er nun zwölf Jahre alt war, gingen sie nach der Gewohnheit des Festtages nach Jerusalem hinauf. 43Und da sie am Ende der Festtage wieder zurückkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, ohne dass es seine Eltern wussten. 44Da sie aber meinten, er sei bei der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagreise weit, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, ihn suchend. 46Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel, wie er unter den Lehrern saß und ihnen zuhörte, und sie befragte. 47Es staunten aber alle, die ihn hörten, über seine Einsicht und seine Antworten. 48Und als sie ihn sahen, verwunderten sie sich und seine Mutter sprach zu ihm: Sohn! warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht! 49Er sprach zu ihnen: Warum habet ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? 50Sie aber verstanden dies Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51Und er zog mit ihnen hinab, und kam nach Nazareth, und war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen. Ob. V. 19. 52Jesus aber nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.