Bibel in einem Jahr · Tag 5 von 365

Gen 13–15 · Mt 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Genesis 13

1Abram also zog aus Ägypten herauf, er und sein Weib, und alles, was er hatte, und Lot mit ihm in das Land gegen Mittag. 2Er aber war sehr reich, und hatte viel Gold und Silber. 3Und er zog auf dem Wege, auf dem er gekommen war, zurück, von Mittag her nach Bethel, bis zu dem Orte, wo er vorher sein Zelt aufgeschlagen hatte, zwischen Bethel und Hai, 4bei der Stätte des Altars, den er dort zuvor erbaut hatte, und rief daselbst den Namen des Herrn an. 5Aber auch Lot, der mit Abram zog, hatte Herden von Schafen, und Rinder und Zelte. 6Und das Land konnte sie nicht fassen, dass sie hätten beisammen wohnen können, denn ihre Habe war groß, und sie konnten nicht beieinander wohnen. 7Daher entstand auch Streit zwischen den Hirten der Herden Abrams und Lots. Es wohnten aber damals die Chanaaniter und Phereziter in jenem Lande. 8Deshalb sprach Abram zu Lot: Möge doch nicht Streit sein zwischen mir und dir, und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; sind wir doch Brüder. 9Siehe, das ganze Land steht dir offen, trenne dich, ich bitte dich, von mir: gehst du zur Linken, so werde ich zur Rechten bleiben; willst du aber die Gegend zur Rechten wählen, so wende ich mich zur Linken. 10Da erhob Lot seine Augen und überschaute die ganze Gegend um den Jordan, die, ehe der Herr Sodoma und Gomorrha zerstörte, ganz bewässert war, bis nach Segor hin, wie das Paradies des Herrn und wie Ägypten. 11Und Lot wählte sich die Gegend am Jordan und brach auf nach Morgen; und so trennten sich die Brüder voneinander. 12Abram wohnte im Lande Chanaan; Lot aber hielt sich in den Städten auf, die um den Jordan her lagen, und wohnte zu Sodoma. 13Aber die Leute von Sodoma waren überaus böse und sehr große Sünder vor dem Herrn. 14Und der Herr sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: erhebe deine Augen und schaue von dem Orte, an welchem du nun bist, gegen Mitternacht und Mittag, gegen Aufgang und Niedergang. 15All das Land, welches du siehst, werde ich dir und deinen Nachkommen auf immer zu eigen geben. 16Und ich will deine Nachkommen machen wie den Sand der Erde; wenn ein Mensch den Staub der Erde zählen kann, wird er auch deine Nachkommen zählen können. 17Mache dich auf und durchziehe das Land nach seiner Länge und nach seiner Breite; denn ich will es dir zu eigen geben. 18Und Abram brach sein Zelt ab, und kam, und ließ sich im Tale Mambre nieder, welches in Hebron ist, und erbaute daselbst dem Herrn einen Altar.

Genesis 14

1Es begab sich aber zu jener Zeit, dass Amraphel, König von Sennaar, und Arioch, König von Pontus, und Chodorlahomor, König der Elamiter, und Thadal, König der Völker, 2einen Krieg anfingen mit Bara, dem König von Sodoma, und mit Bersa, dem König von Gomorrha, und mit Sennaab, dem König von Adama, und mit Semeber, dem König von Seboim, und mit dem König von Bala, das ist Segor. 3Alle diese kamen im Waldtale zusammen, welches jetzt das Salzmeer ist. 4Denn zwölf Jahre waren sie Chodorlahomor untertan gewesen, und im dreizehnten Jahre fielen sie von ihm ab. 5Im vierzehnten Jahre also kam Chodorlahomor und die Könige, die mit ihm waren, und sie schlugen die Raphaiter zu Astarothkarnaim, und die Zuziter mit ihnen, und die Emiter in Save Kariathaim, 6und die Chorriter auf dem Gebirge Seir bis zu der Ebene Pharan, welches in der Wüste liegt. 7Und sie wandten sich und kamen zu der Quelle Misphat, das ist Rades, und schlugen das ganze Land der Amalekiter und die Amorrhiter, welche in Asasonthamar wohnten. 8Da zogen der König von Sodoma, und der König von Gomorrha, und der König von Adama, und der König von Seboim, und der König von Bala, das ist Segor, aus und stellten sich im Waldtale in Schlachtordnung gegen sie auf: 9nämlich gegen Chodorlahomor, den König der Elamiter, und Thadal, den König der Völker, und Amraphel, den König von Sennaar, und Arioch, den König von Pontus, vier Könige gegen fünf. 10Das Waldtal aber hatte viele Gruben von Harz. Der König von Sodoma und Gomorrha also ergriffen die Flucht und fielen daselbst, und die übrig geblieben waren, flohen in das Gebirge. 11Da nahmen sie die gesamte Habe von Sodoma und Gomorrha, und allen Mundvorrat, und zogen davon. 12Und sie nahmen auch Lot, den Sohn des Bruders Abram, der zu Sodoma wohnte, und seine Habe. 13Und siehe, einer der entronnen war, berichtete es Abram, dem Hebräer, der im Tale Mambre des Amorrhiters, des Bruders Eschols und des Bruders Aners wohnte; denn diese hatten einen Bund mit Abram geschlossen. 14Als nun Abram hörte, dass sein Bruder Lot gefangen sei, bot er seine wohlgerüsteten, im Hause geborenen Knechte, dreihundert und achtzehn, auf, und jagte nach bis Dan. 15Und nachdem er seine Schar geteilt, überfiel er jene des Nachts, und schlug sie, und verfolgte sie bis Hoba, das links von Damaskus liegt. 16Und er brachte die gesamte Habe zurück, und auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, ebenso die Weiber und das Volk. 17Als er aber von dem Siege über Chodorlahomor und die Könige, welche mit ihm waren, zurückkehrte, zog ihm der König von Sodoma in das Land Save, das ist das Königstal, entgegen. 18Melchisedech aber, der König von Salem, brachte Brot und Wein dar, denn er war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten; 19und er segnete ihn, und sprach: gesegnet sei Abram von Gott, dem Allerhöchsten, der Himmel und Erde erschaffen hat! 20Und gepriesen sei Gott, der Allerhöchste, durch dessen Schutz die Feinde in deinen Händen sind! Da gab Abram ihm den Zehnten von allem. 21Der König von Sodoma aber sprach zu Abram: Gib mir die Leute, das Übrige nimm für dich. 22Da antwortete er ihm: Ich erhebe meine Hand zu Gott dem Herrn, dem Höchsten, dem Gebieter Himmels und der Erde: 23Nicht einen Faden Gewebes, noch einen Schuhriemen, nichts nehme ich an von allem, was dein ist, damit du nicht sagest: ich habe Abram reich gemacht. 24Nur das sei ausgenommen, was die Knechte verzehrt haben, und der Anteil der Männer, welche mit mir gekommen sind, Aner, Eschol und Mambre; sie mögen ihren Anteil erhalten.

Genesis 15

1Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesichte, und er sprach: Fürchte dich nicht, Abram! ich bin dein Beschirmer, und dein Lohn wird überaus groß sein. 2Abram sprach: Herr, Gott! was willst du mir geben? Ich gehe kinderlos dahin, und der Sohn meines Hausverwalters, des Damasceners Eliezer ist es. 3Und Abram sprach: Mir aber hast du keine Nachkommen gegeben; so wird denn mein hausgeborener Knecht mein Erbe sein. 4Alsbald erging das Wort des Herrn an ihn, also: Nicht dieser wird dein Erbe sein, sondern einer, der von deinem Leibe kommt, ihn wirst du zum Erben haben. 5Und er führte ihn hinaus und sprach zu ihm: Blicke auf zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du kannst! Und er sprach zu ihm: So wird deine Nachkommenschaft sein! 6Abram glaubte Gott, und dies ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. 7Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zu geben, dass du es besitzest. 8Er aber sprach: Herr, Gott! woran kann ich es erkennen, dass ich es besitzen werde? 9Und der Herr antwortete und sprach: Nimm mir eine dreijährige Kuh, und eine dreijährige Ziege, und einen dreijährigen Widder, auch eine Turteltaube und eine andere Taube. 10Da nahm er dieses alles, und teilte jedes je in zwei gleiche Teile, und legte je die beiden Teile einander gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. 11Da stießen die Raubvögel auf die Leichname herab, Abram aber vertrieb sie. 12Als nun die Sonne unterging, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und großer Schrecken, tiefe Finsternis überfiel ihn. 13Und es ward zu ihm gesagt: Wisse und erfahre zum voraus, dass deine Nachkommenschaft fremd sein wird in einem Lande, das ihnen nicht gehört, und man wird sie dienstbar machen und hart bedrücken, vierhundert Jahre lang. 14Aber das Volk, dem sie dienstbar sein werden, werde ich richten; und darnach werden sie ausziehen mit reicher Habe. 15Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in hohem Alter begraben werden. 16Im vierten Geschlechte aber werden sie hierher zurückkehren; denn bis zur Stunde haben die Sünden der Amorrhiter noch nicht ihr volles Maß erreicht. 17Als nun die Sonne untergegangen war, entstand eine dichte Finsternis, und ein rauchender Ofen erschien, und eine Feuerflamme, welche zwischen jenen geteilten Stücken hindurch ging. 18An diesem Tage schloss der Herr einen Bund mit Abram, und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben, vom Strome Ägyptens an bis zum großen Euphratstrome, 19das Land der Kiniter, Keneziter, Kedmoniter, 20Hethiter, Phereziter, Raphaiter, 21Amorrhiter, Chananiter, Gergesiter, und Jebusiter.

Neues Testament

Matthäusevangelium 4

1Da ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, darnach hungerte ihn. 3Und es trat der Versucher zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass viele Steine Brot werden! 4Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes hervorgeht. 5Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, 6und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen Engeln gegeben deinetwegen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. 7Jesus aber sprach zu ihm: Es steht aber auch geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen! 8Wiederum nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit, 9und sprach zu ihm: Dieses alles werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10Da sprach Jesus zu ihm: Weiche, Satan! denn es steht geschrieben: Den Herrn deinen Gott sollst du anbeten und ihm allein dienen! 11Hierauf verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm. 12Da aber Jesus hörte, dass Johannes überantwortete worden war, zog er sich zurück nach Galiläa. 13Und er verließ die Stadt Nazareth, und kam und wohnte in Kapharnaum, welches am Meer gelegen ist an den Grenzen Zabulons und Nephthalims, 14damit erfüllt würde, was durch den Propheten Isaias gesagt worden: 15Das Land Zabulon und das Land Nephtalim, Weg am Meere jenseits des Jordan, Galiläa der Heiden, 16das Volk, das in Finsternissen saß, sah ein großes Licht; und denen, die im Bereich des Todesschattens sitzen, strahlte ein Licht auf. 17Von dieser Zeit an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Buße! denn das Himmelreich hat sich genahet. 18Als aber Jesus längs des galiläischen Meeres wandelte, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder, wie sie eben das Netz in´s Meer warfen, denn sie waren Fischer. 19Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen! 20Sie aber verließen alsbald ihre Netze und folgten ihm. 21Und als er von dort weiter ging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, welche in dem Schiffe mit Zebedäus, ihrem Vater, ihre Netze ausbesserten; und er berief sie. 22Sie aber verließen alsogleich die Netze und ihren Vater, und folgten ihm. 23Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, indem er in ihren Synagogen lehrte, und das Evangelium des Reiches predigte, und alle Krankheiten und jegliches Gebrechen unter dem Volke heilte. 24Und das Gerücht von ihm breitete sich aus durch ganz Syrien, und sie brachten zu ihm alle Leidenden, mit allerlei Krankheiten und Qualen Behaftete, Besessene, Mondsüchtige, und Gelähmte, und er heilte sie. 25Auch folgten ihm viel Scharen Volkes aus Galiläa, und aus dem Gebiete der zehn Städte und aus Jerusalem, und von Judäa, und von jenseits des Jordan her.