Bibel in einem Jahr · Tag 365 von 365

2 Makk 13–15 · Offb 22

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 2. Buch der Makkabäer 13

1Im hundertneunundvierzigsten Jahre erfuhr Judas, dass Antiochus Eupator mit einem großen Heere gegen Judäa heranrücke 2und mit ihm Lysias, der Statthalter und Reichsverweser, mit hundertundzehntausend Mann zu Fuß, fünftausend Reitern, zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen. 3Auch gesellte sich Menelaus ihnen zu und bat den Antiochus mit vieler Verstellung, nicht für das Heil des Vaterlandes, sondern weil er hoffte, die höchste Würde zu erlangen. 4Doch der König der Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen den Bösewicht, und da Lysias ihm darlegte, dass jener die Ursache alles Unglücks sei, so befahl er, ihn zu ergreifen und daselbst (wie es bei den Einwohnern Sitte ist) zu töten. 5Es stand nämlich an dem Orte ein Turm, fünfzig Ellen hoch, um den rings Asche aufgehäuft lag, derselbe bot einen Ausblick in einen Abgrund. 6Von diesem Turme ließ er den Tempelräuber in die Asche hinabstürzen, da alle ihn ins Verderben drängten. 7Auf diese Weise musste Menelaus, der Übertreter des Gesetzes, sterben und wurde nicht einmal eines Begräbnisses teilhaftig. 8Und das mit vollem Rechte, denn da er sich vielfach an dem Altare Gottes versündigt hatte, dessen Feuer und Ache heilig war, wo ward er selbst zum Tode in der Asche verurteilt. 9Inzwischen zog der König mit wilder Wut heran, in der Absicht, noch schlimmer mit den Juden zu verfahren als sein Vater. 10Als dies Judas vernahm, gebot er dem Volke, Tag und Nacht den Herrn anzurufen, er wolle, wie immer, so auch jetzt ihnen beistehen; 11denn sie besorgten, des Gesetzes, des Vaterlandes und des heiligen Tempels beraubt zu werden; und er wolle das Volk, welches kaum wieder aufgelebt, nicht von neuem in die Gewalt gotteslästerlicher Heiden kommen lassen. 12Nachdem sie nun alle zumal ebenso getan und den Herrn drei Tage lang unter Weinen und Fasten, auf der Erde hingestreckt, um Erbarmen angefleht hatte, ermahnte Judas sie, sich bereit zu halten. 13Nach einer Beratung mit den Ältesten fasste er den Entschluss, hinauszuziehen, bevor der König mit seinem Heere in Judäa einfalle und die Stadt in seine Gewalt bringe, und den Ausgang der Sache dem Beschlusse Gottes anheimzustellen. 14Alles also dem Walten Gottes, des Schöpfers der Welt, überlassend, ermahnte er die Seinigen, bis in den Tod tapfer zu kämpfen für Gesetz, Tempel, Stadt, Vaterland und Bürger, und lagerte sich mit seinem Heere bei Modin. 15Als Losungswort gab er den Seinigen: Gottes ist der Sieg! überfiel mit auserlesenen, tüchtigen jungen Kriegern bei Nacht das königliche Zelt und tötete im Lager viertausend Mann, auch den größten Elefanten samt denen, die darauf waren. 16Nachdem sie so das Lager der Feinde mit der höchsten Furcht und Verwirrung erfüllt und den Sieg erlangt hatten, zogen sie ab. 17Es geschah dies aber, als der Tag schon anbrach, durch den Schutz des Herrn, der ihm beistand. 18Nachdem der König so eine Probe von der Kühnheit der Juden erhalten hatte, versuchte er die festen Orte mit List einzunehmen. 19So lagerte er sich vor Bethsura, einer starken Feste der Juden; doch ward er in die Flucht geschlagen und erlitt Verluste. 20Den Belagerten aber sandte Judas, was ihnen nötig war. 21Rhodokus indes, ein Mann aus dem jüdischen Heere, entdeckte den Feinden die Geheimnisse; doch ward er aufgesucht, ergriffen und eingekerkert. 22Zum zweiten Male unterhandelte der König mit der Besatzung von Bethsura, bot ihnen Frieden, erlangte ihn und zog ab. 23Nun traf er mit Judas zusammen und ward besiegt. Als er aber erfuhr, dass der als Reichsverweser zurückgelassene Philippus sich in Antiochia empört habe, ward er bestürzt, gab den Juden gute Worte, gab nach, beschwor alle recht erscheinenden Bedingungen, söhnte sich aus, brachte ein Opfer dar, ehrte den Tempel und machte Geschenke. 24Den Machabäer umarmte er und machte ihn zum Statthalter und Fürsten über das Land von Ptolemais bis zu den Gerrenern. 25Als aber Antiochus nach Ptolemais kam, waren die Bewohner der Stadt mit dieser freundschaftlichen Übereinkunft unzufrieden und äußerten unwillig, sie müssten den Vertrag umstoßen. 26Da bestieg Lysias die Rednerbühne, gab die Ursachen an, besänftigte das Volk und zog nach Antiochia zurück. So erging es mit dem Auszuge und dem Rückzuge des Königs.

Das 2. Buch der Makkabäer 14

1Nach einer Zeit von drei Jahren aber erfuhr Judas und die Seinigen, dass Demetrius, der Sohn des Seleukus, mit einem starken Heere und einer Flotte in dem Hafen von Tripolis gelandet, vorteilhafte Plätze eingenommen 2und sich des Landes im Kampfe gegen Antiochus und seinen Feldherrn Lysias bemächtigt habe. 3Ein gewisser Alkimus nun, welcher vorher Hoherpriester gewesen, aber sich in den Zeiten der Heidengemeinschaft freilich befleckt hatte und der einsah, dass er auf keine Weise mehr Heil noch Zutritt zum Altare haben werde, 4begab sich im hundertundfünfzigsten Jahre zu dem Könige Demetrius, brachte ihm eine goldene Krone und einen Palmzweig und dazu Ölzweige, die aus dem Tempel zu sein schienen; an diesem Tag zwar verhielt er sich still. 5Doch er erhielt eine günstige Gelegenheit, seine Torheit ins Werk zu setzen; denn als er von Demetrius in die Ratsversammlung gerufen und gefragt wurde, wie es mit den Juden stehe und was sie vorhätten, 6antwortete er: Die unter den Juden, welche Assidäer heißen, deren Oberhaupt Judas, der Machabäer, ist, unterhalten den Krieg, erregen Aufruhr und lassen das Reich nicht zur Ruhe kommen. 7Denn ich selbst ward des Ruhmes meiner Väter (nämlich des Hohenpriestertums) beraubt und bin hierher gekommen 8vorerst aus treuer Anhänglichkeit an die Sache des Königs, dann aber auch des Wohles meiner eigenen Mitbürger willen; denn durch die Bosheit jener Leute hat unser ganzes Volk nicht wenig zu leiden. 9Da du nun, o König! alle Einzelheiten kennst, so nimm dich, ich bitte, unseres Landes und Volkes gemäß deiner altbekannten menschenfreundlichen Gesinnung an; 10denn so lange Judas am Leben bleibt, ist es unmöglich, dass das Reich Frieden genieße. 11Als dieser so gesprochen, brachten auch dessen übrigen Freunde, welche Judas feindlich gesinnt waren, Demetrius gegen denselben auf. 12Alsbald sandte dieser Nikanor, den Anführer der Elefanten, als Feldherrn nach Judäa 13mit dem Befehle, Judas selbst gefangen zunehmen, seine Anhänger aber zu zerstreuen und den Alkimus zum Hohenpriester des großen Tempels einzusetzen. 14Da schlossen sich die Heiden, welche sich vor Judas aus Judäa geflüchtet hatten, scharenweise dem Nikanor an, indem sie meinten, das Unglück und die Niederlage der Juden werde ihr eigenes Glück sein. 15Als nun die Juden von Nikanors Anmarsche und der Vereinigung der Heiden wider sie hörten, bestreuten sie sich mit Erde und flehten zu dem, der sein Volk erwählt hat, um es auf ewig zu beschützen, und sein Erbe mit augenscheinlichen Wundern in Schutz nimmt. 16Auf Befehl ihres Anführers brachen sie alsbald von da auf und trafen bei dem Flecken Dessau zusammen. 17Simon aber, Judas Bruder, war mit Nikanor in Kampf geraten, jedoch durch das plötzliche Erscheinen der Feinde in Schrecken gesetzt worden. 18Nichts desto weniger fürchtete sich Nikanor, da er von der Tapferkeit er Begleiter Judas und dem Heldenmute, mit dem sie für das Vaterland kämpften, hörte, eine Entscheidung durch blutigen Kampf herbeizuführen. 19Deshalb entsandte er den Posidonius, Theodotius und Matthias, um Frieden anzubieten und zu schließen. 20Nachdem man sich lange darüber beraten und nachdem der Anführer selbst dem Heere den Vorschlag mitgeteilt hatte, war es die einstimmige Meinung aller, den Friedensvorschlag anzunehmen. 21Daher bestimmten sie einen Tag, wo beide eine geheime Zusammenkunft halten sollten, und man brachte für jeden einen Sitz und stellte ihn hin. 22Judas hatte indes an geeignete Orte bewaffnete Leute befehligt, damit die Feinde nicht etwa unvermutet einen schlimmen Streich führten, und so hielten sie nun die gemeinsame Unterredung. 23Nikanor aber hielt sich in Jerusalem auf, ohne etwas Böses zu tun, und entließ seine zusammengebrachten Scharen. 24Dem Judas zeigte er allezeit eine herzliche Zuneigung und war ihm sehr geneigt. 25Er drang in ihn, ein Weib heimzuführen und Kinder zu zeugen. So hielt Judas denn Hochzeit, lebte ruhig und beide lebten freundschaftlich zusammen. 26Als aber Alkimus von ihrer gegenseitigen Freundschaft und den Verträgen vernahm, ging er zu Demetrius und gab an, Nikanor halte es mit seinen Feinden und habe den Judas, der den Reiche feindselig sei, zu seinem Nachfolger bestimmt. 27Da ward der König aufgebracht und schrieb, durch die argen Verleumdungen jenes Menschen zum Zorne gereizt, an Nikanor, indem er erklärte, dass ihm die freundschaftliche Übereinkunft missfalle, und er befehle, den Machabäer unverzüglich gefesselt nach Antiochia zu senden. 28Als Nikanor diese Botschaft erhielt, ward er bestürzt und es fiel ihm schwer, den Vertrag zu brechen, da ihm jener doch nichts zuleide getan. 29Weil er aber dem Könige nicht zuwider handeln konnte, wartete er eine Gelegenheit ab, den Befehl zu vollziehen. 30Doch der Machabäer bemerkte, dass Nikanor gegen ihn unfreundlicher wurde und bei der gewohnten Zusammenkunft sich barscher benahm, er sah daher ein, dass diese Unfreundlichkeit nichts Gutes zu bedeuten habe, sammelte einige wenige der Seinigen um sich und verbarg sich vor Nikanor. 31Als dieser sah, dass ihm jener mutvoll zuvorgekommen sei, ging er in den erhabenen und hochheiligen Tempel und befahl den Priestern, welche die üblichen Opfer darbrachten, ihm den Mann auszuliefern. 32Da diese aber eidlich versicherten, dass sie nicht wüssten, wo der Gesuchte sein könne, streckte er seine Hand gegen den Tempel aus 33und schwur: Wenn ihr mir den Judas nicht gefesselt übergebt, so werde ich diesen Tempel Gottes der Erde gleich machen, den Altar zerstören und diesen Tempel dem Vater Bacchus weihen. 34Nachdem er so gesprochen, ging er fort. Da erhoben die Priester ihre Hände gen Himmel und riefen den an, der allezeit der Beschützer ihres Volkes war, und sprachen also: 35Du, Herr des Alls! der du keines Dinges bedarfst, hast gewollt, dass ein Tempel zu deiner Wohnung unter uns erbaut werde. 36So erhalte nun, Allerheiligster, Herr aller Dinge! dieses erst jüngst gereinigte Haus unbefleckt in Ewigkeit. 37Ein gewisser Razias aber, einer von den Ältesten Jerusalems, ein Eiferer für die Stadt, ein Mann von gutem Rufe, wegen seiner Liebe Vater der Juden genannt, ward dem Nikanor angegeben. 38Razias hielt seit langer Zeit strenge an dem Judentume fest, ohne sich mit dem Heidentume zu beflecken, und war bereit, Leib und Seele standhaft für dasselbe hinzugeben. 39Da nun Nikanor seinen Hass gegen die Juden zu erkennen geben wollte, sandte er fünfhundert Soldaten, um ihn gefangen zu nehmen; 40denn er glaubte, wenn er ihn verführen könnte, den Juden den empfindlichsten Schlag zu versetzen. 41Als aber der Haufe in sein Haus einfallen, die Türe erbrechen und selbst Feuer anlegen wollte und er schon in größter Gefahr war, ergriffen zu werden, durchbohrte er sich mit dem Schwerte, 42indem er es vorzog, edelmütig zu sterben, als den Frevlern in die Hände zu fallen und auf eine seiner Abstammung unwürdige Weise misshandelt zu werden. 43Da er indes in der Hast keinen sichern Stoß getan und der Haufe schon durch die Türe eindrang, lief er kühnen Mutes auf die Mauer und stürzte sich mutig auf die Volksmassen hinab. 44Da diese aber vor dem Herabfallenden schnell auswichen, so stürzte er auf den Nacken. 45Doch lebte er noch, erhob sich feurigen Mutes und lief, während sein Blut stromweise aus den überschweren Wunden floss, mitten durch die Menge, 46trat auf einen abschüssigen Felsen, riss, nachdem er fast all sein Blut verloren, seien Eingeweide heraus und warf sie mit beiden Händen auf das Volk; dann rief er den Herrn des Lebens und des Geistes an, dass er sie ihm einst wiedergeben möchte, und starb auf diese Weise.

Das 2. Buch der Makkabäer 15

1Als aber Nikanor erfuhr, dass Judas sich in den Ortschaften Samarias aufhalte, beschloss er, ihn am Tage des Sabbats mit aller Macht anzugreifen. 2Die Juden, welche ihn gezwungen folgten, sprachen: Handle nicht so grausam und unmenschlich, sondern halte den Tag der Heiligung in Ehren und ehre den, der alles sieht! 3Der Unselige aber sagte: Ist wohl im Himmel ein Herrscher, der den Sabbattag zu halten geboten hat? 4Als jene antworteten: Es ist der lebendige Herr selbst, der Herrscher im Himmel, der den siebenten Tag zu halten geboten hat, 5sprach er: Und ich bin der Herrscher auf Erden und gebiete die Waffen zu ergreifen und des Königs Dienst zu vollbringen! Dennoch gelang es ihm nicht, seinen Anschlag auszuführen. 6Nikanor erhob sich zwar mit allem Übermute und dachte, ein öffentliches Denkmal des Sieges über Judas zu errichten, 7der Machabäer aber vertraute immer mit aller Zuversicht, dass er von Gott Hilfe erlangen werde. 8Er ermahnte die Seinigen, sich durch das Anrücken nicht schrecken zu lassen, sondern der ihnen vom Himmel zuteil gewordenen Hilfe eingedenk zu sein und auch jetzt zu hoffen, dass der Allmächtige ihnen den Sieg verleihen werde. 9Und indem er sie aus dem Gesetz und den Propheten ermunterte, erinnerte er sie an die Kämpfe, die sie vordem bestanden, und hob ihren Mut. 10Nachdem er so ihr Herz aufgerichtet hatte, stellte er ihnen die Treulosigkeit und Bundesbrüchigkeit der Heiden vor. 11So bewaffnete er einen jeden von ihnen, sowohl mit der Schutzwehr von Schild und Speer, sondern mit seinen heilsamen Worten und Ermunterungen und erzählte ihnen einen glaubwürdigen Traum, durch den er alle erfreute. 12Das Gesicht aber war folgendes: Onias, der frühere Hohepriester, ein guter, menschenfreundlicher, Ehrfurcht einflößender, eingezogener, redebegabter und aller Tugenden von Jugend auf eifrig beflissener Mann, betete mit ausgestreckten Händen für das ganze Volk der Juden. 13Hierauf erschien ein anderer Mann, ehrwürdigen Alters, bewunderungswürdigen Ansehens, von großer Herrlichkeit umstrahlt. 14Da begann Onias und sprach: Dies ist der Freund seiner Brüder und des Volkes Israel, dies ist der, welcher viel für das Volk und die ganze heilige Stadt fleht, Jeremias, der Prophet Gottes. 15Jeremias aber streckte die Hand aus und gab Judas ein goldenes Schwert, indem er sprach: 16Nimm das heilige Schwert als ein Geschenk von Gott, damit wirst du die Feinde meines Volkes Israel erschlagen. 17Aufgemuntert durch solche erfreuliche Reden des Judas, durch welche die Kraft gehoben, der Mut der Männer gestärkt werden konnte, beschlossen sie, wacker anzugreifen und zu streiten, damit die Entscheidung durch Tapferkeit herbeigeführt würde, weil die heilige Stadt und der Tempel in Gefahr ständen. 18Denn für Frauen und Kinder, für Brüder und Verwandte waren sie weniger besorgt, ihre größte und erste Sorge galt dem heiligen Tempel. 19Aber auch die in der Stadt Zurückgebliebenen waren nicht wenig in Unruhe um derer willen, welche kämpfen sollten. 20Als nun alle schon die nahe Entscheidung erwarteten, die Feinde schon nahten, das Heer geordnet, die Elefanten und die Reiterei an den passenden Orten aufgestellt waren, 21erhob der Machabäer, als er das Anrücken der Masse, die verschiedenartige Bewaffnung und die Wut der Elefanten sah, seine Hände zum Himmel und rief den wunderwirkenden Herrn an, der nicht nach der Macht der Waffen, sondern nach seinem Wohlgefallen den Würdigen den Sieg verleiht. 22Er betete aber also: O Herr! der du deinen Engel zur Zeit Ezechias, des Königs von Juda, gesandt und im Lager des Sennacherib hundertfünfundachtzigtausend Mann erschlagen hast, 23sende auch jetzt, Herr des Himmels! Deinen guten Engel vor uns her zur Furcht und zum Schrecken vor der Macht deines Armes, 24dass jene sich fürchten, die mit Lästerung wider dein heiliges Volk heranziehen. So betete er. 25Nun rückte Nikanor mit seinen Truppen, mit Trompeten und Kriegsgesang vor, 26während Judas mit den Seinigen Gott anrief und betend kämpfte. 27Indem sie so mit den Händen kämpften, im Herzen aber zu dem Herrn beteten, streckten sie nicht weniger als fünfunddreißigtausend nieder, hoch erfreut über Gottes Beistand. 28Als sie nach beendetem Kampfe mit Freuden zurückkehrten, sahen sie den gefallenen Nikanor mit seiner Rüstung. 29Da erhoben sie in großer Aufregung Geschrei und priesen den allmächtigen Herrn in der Muttersprache. 30Judas aber, der sich ganz mit Leib und Seele für seine Mitbürger hinzugeben bereit war, befahl, Nikanors Haupt und Hand samt dem Arme abzuhauen und nach Jerusalem zu bringen. 31Daselbst angekommen, rief er seine Landsleute samt den Priestern vor den Altar und ließ auch die, welche in der Burg waren, herbeikommen. 32Nun zeigte er ihnen das Haupt Nikanors und die verruchte Hand, welche jener wider das heilige Haus des allmächtigen Gottes großsprecherisch ausgestreckt hatte. 33Auch ließ er die Zunge des gottlosen Nikanors herausschneiden und stückweise den Vögeln vorwerfen, die Hand des Wüterichs aber vor dem Tempel aufhängen. 34Alle priesen den Herrn des Himmels und sprachen: Gepriesen sei, der seine Stätte unbefleckt erhalten! 35So ließ er Nikanors Hand hoch an der Burg aufhängen, als ein augenscheinliches und offenbares Zeichen der Hilfe Gottes. 36Und alle beschlossen einmütig, diesen Tag nicht ohne Feier vorübergehen zu lassen, 37sondern ihn festlich zu begehen am dreizehnten Tage des Monats, der in syrischer Sprache Adar heißt, am Tage vor dem Mardochäus-Tage. 38Dies war das Ende Nikanors. Da von dieser Zeit die Stadt im Besitze der Hebräer geblieben ist, will auch ich meine Erzählung hiermit beschließen. 39Ist sie gut und so, wie eine Geschichte sein soll, so habe ich meinen Wunsch erreicht; ist sie minder gut ausgefallen, so wolle man mit mir Nachsicht haben. 40Wie es nämlich widrig ist, immer nur Wein oder immer nur Wasser zu trinken, mit beiden abzuwechseln dagegen angenehm; so wird auch eine Erzählung, die stets gedrängt ist, den Lesern nicht angenehm sein. Hiermit sei der Schluss gemacht!

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 22

1Und er zeigte mir einen Strom des Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes ausging. 2In Mitten ihrer Straße und zu beiden Seiten des Stromes war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt, jeden Monat gibt er seine Frucht, und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. 3Und kein Baum wird mehr sein, sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Diener werden ihm dienen. 4Sie werden sein Angesicht schauen und seinen Namen an ihren Stirnen tragen. 5Und Nacht wird nicht mehr sein, und man wird nicht des Lichtes einer Leuchte, oder des Lichtes der Sonne bedürfen; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit. 6Und er sprach zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahrhaftig. Und der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat seinen Engel gesandt, seinen Dienern zu zeigen, was in Bälde geschehen soll. 7Und siehe, ich komme bald! Selig, wer die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt! 8Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich es gehört und gesehen, fiel ich zu den Füßen des Engels, der mir dieses zeigte, nieder, um anzubeten. 9Aber er sprach zu mir: Tue es nicht, denn ich bin dein und deiner Brüder, der Propheten, Mitknecht und derer, welche die Worte der Weissagung dieses Buches bewahren. Gott bete an! 10Und er sprach zu mir: Versiegle die Worte der Weissagung dieses Buches nicht; denn die Zeit ist nahe. 11Wer Schaden tue, tue auch ferner Schaden, und wer unrein ist, sei ferner unrein; wer gerecht ist, übe ferner Gerechtigkeit und wer heilig ist, heilige sich noch weiter. 12Siehe, ich komme bald, und mein Lohn ist mit mir, einem jeden nach seinen Werken zu vergelten. 13Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. 14Selig, die ihre Kleider im Blute des Lammes waschen, dass sie Macht erhalten über den Baum des Lebens und durch die Tore eingehen in die Stadt! 15Draußen sind die Hunde, und die Zauberer, und die Unzüchtigen, und die Mörder, und die Götzendiener, und alle, welche die Lüge lieben und tun. 16Ich, Jesus habe meinen Engel gesendet, um euch dieses in den Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der hellleuchtende Morgenstern. 17Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer will, der empfange Wasser des Lebens umsonst. 18Ich bezeuge einem jeden, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu denselben hinzu tut, auf den wird Gott alle die Plagen legen, welche in diesem Buche beschrieben sind. 19Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung hinwegnimmt, so wird Gott seinen Anteil von dem Buche des Lebens hinwegnehmen, und von der heiligen Stadt, und von dem, was in diesem Buche geschrieben ist. 20Es spricht, der dieses bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. Komm, Herr Jesus! 21Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.