Altes Testament
Das 1. Buch der Makkabäer 3
1Hierauf trat Judas, genannt der Machabäer, sein Sohn, an seine Stelle. 2Und alle seine Brüder halfen ihm, samt allen, welche sich seinem Vater angeschlossen hatten, und sie führten den Kampf Israels mit Freuden. 3Und er schaffte seinem Volke weithin Ruhm und legte sich den Harnisch an wie ein Riese und umgürtete sich mit seinen Kriegswaffen im Kampfe und schützte das Heerlager mit seinem Schwerte. 4Einem Löwen glich er in seinen Taten und war wie ein junger Löwe, der nach Beute brüllt. 5Er spürte die Gottlosen auf und verfolgte sie, und die sein Volk beunruhigten, verbrannte er im Feuer. 6Aus Schrecken vor ihm flohen seine Feinde, alle Übeltäter wurden bestürzt und die Rettung ward glücklich durch seine Hand vollbracht. 7Vielen Königen verursachte er Kummer, Jakob aber erfreute er durch seine Taten und sein Andenken bleibt auf ewig in Segen. 8Er durchzog die Städte Juda und vertilgte daraus die Gottlosen und wendete den Zorn von Israel ab. 9Deshalb ward sein Name berühmt bis an das Ende der Erde und er sammelte die, welche dem Untergange nahe waren. 10Apollionius aber sammelte die Heiden und ein zahlreiches und starkes Heer aus Samaria, um wider Israel zu kämpfen. 11Da Judas dies erfuhr, zog er aus, ihm entgegen, und schlug ihn und tötete ihn und es fielen viele Verwundete, die übrigen aber flohen. 12Da nahm Judas ihre Beute, auch das Schwert des Apollonius erbeutete er und kämpfte damit, so lange er lebte. 13Als nun Seron, der Befehlshaber der Heeresmacht von Syrien, hörte, dass Judas eine Schar von Getreuen, eine Genossenschaft, um sich gesammelt habe, 14sprach er: Ich will mir einen Namen schaffen und berühmt machen im Reiche und will Judas und seine Gefährten, welche den Befehl des Königs missachten, bekämpfen. 15Und er rüstete sich und mit ihm zog ein Heer von Gottlosen heran, starke Helfer, um Rache an den Söhnen Israels zu nehmen. 16Sie kamen bis nahe an Bethoron heran, von dort zog Judas ihnen mit wenigen Leuten entgegen. 17Als diese das Heer gegen sich anrücken sahen, sprachen sie zu Judas: Wie werden wir, so gering an Zahl, wider eine so große und so mächtige Menge kämpfen können? Dazu sind wir heute von dem Fasten ermattet. 18Da sprach Judas: Es ist leicht, dass viele in die Hand weniger übergeben werden, und vor dem Gott des Himmels macht es keinen Unterschied, durch viele oder durch wenige zu erretten; 19denn nicht auf der Größe des Heeres beruht der Sieg im Kampfe, sondern vom Himmel kommt die Stärke. 20Jene ziehen gegen uns mit einer trotzigen Schar voll Übermut heran, um uns, unsere Frauen und unsere Kinder zu vernichten und um uns auszuplündern; 21wir aber wollen für unser Leben und für unsere Gesetze kämpfen 22und der Herr selbst wird sie vor unsern Augen niederschmettern, darum fürchtet euch nicht vor ihnen! 23Nachdem er so gesprochen, stürzte er plötzlich auf sie ein und Seron ward mit seinem Heere vor ihm aufgerieben. 24Dann verfolgte er ihn am Abstiege von Bethoron bis in die Ebene und es fielen von jenen achthundert Mann, die übrigen aber flohen in das Philisterland. 25Da befiel Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern alle Völker ringsumher, 26ja, sein Name kam bis vor den König und von den Schlachten des Judas erzählten alle Völker. 27Als aber der König Antiochus diese Dinge erfuhr, ward er sehr zornig und er sandte aus und ließ das Heer seines ganzen Reiches sammeln, eine sehr gewaltige Heeresmacht. 28Und er tat seine Schatzkammer auf und ließ seinem Heere auf ein Jahr Gold geben und befahl ihnen, zu allem bereit zu sein. 29Als er aber sah, dass das Geld in seinem Schatze ausging und dass die Einkünfte des Landes spärlich wurden wegen des Aufruhrs und des Schadens, den er im Lande angerichtet hatte, um die Bräuche aufzuheben, welche von alters her in Übung waren, 30geriet er in Furcht, er möchte, wie schon ein und das andere Mal, nichts für den Aufwand und die Geschenke haben, welche er zuvor mit freigebiger Hand gespendet, so dass er die Könige vor ihm übertraf. 31Darüber sehr beunruhigt, beschloss er, nach Persien zu ziehen und von jenen Landschaften Abgaben zu erheben und viel Geld zusammenzubringen. 32Den Lysias aber, einen angesehenen Mann aus königlichem Geblüte, ließ er für die Verwaltung des Reiches vom Euphratstrome bis an den Fluss Ägyptens zurück 33und empfahl ihm, den Antiochus, seinen Sohn, zu erziehen, bis er zurückkehrte. 34Auch übergab er ihm die Hälfte des Heeres und die Elefanten und gab ihm Weisung über alles, was er vorhatte, und über die Einwohner von Judäa und Jerusalem, 35dass er gegen sie ein Heer entsenden sollte, um die Macht Israels und die Überbleibsel Jerusalems zu zermalmen und auszurotten und ihr Andenken von dieser Stätte zu vertilgen, 36Fremde in ihr gesamtes Gebiet als Anwohner zu verpflanzen und ihr Land durch das Los zu verteilen. 37Der König selbst aber nahm den übrigen Teil des Heeres und zog von Antiochia, der Hauptstadt seines Reiches, im hundertsiebenundvierzigsten Jahre fort, ging über den Euphratstrom und durchzog die obern Länder. 38Lysias aber wählte den Ptolemäus, den Sohn des Doryminus, und Nikanor und Gorgias, mächtige Männer aus der Zahl der Freunde des Königs, 39und sandte mit ihnen vierzigtausend Mann zu Fuß und siebentausend Mann zu Pferd, um in das Land Juda zu ziehen und es zu verheeren nach dem Befehle des Königs. 40Diese rückten mit ihrer ganzen Streitmacht vor und zogen heran und lagerten sich bei Emmaus in der Ebene. 41Als nun die Kaufleute jener Gegend von ihnen hörten, nahen sie Silber und Gold in großer Menge und Knechte und kamen in das Lager, um die Söhne Israel als Sklaven zu kaufen; und schloss sich ihnen ein Heer aus Syrien und dem Lande der Fremdlinge an. 42Da aber Judas und seine Brüder sahen, dass das Unheil immer größer werde und dass die Heere sich ihrem Gebiete näherten, auch von dem Befehle des Königs erfuhren, der geboten, das Volk zu verderben und zu vernichten, 43sprachen sie zueinander: Lasset uns unserem niedergebeugten Volke aufhelfen und für unser Volk und unser Heiligtum kämpfen! 44Und die Schar sammelte sich, um bereit zu sein zum Streite, um zu beten und Erbarmen und Gnade zu erflehen. 45Jerusalem aber war unbewohnt und einer Wüstenei gleich, keines ihrer Kinder ging mehr aus und ein und das Heiligtum war niedergetreten; Fremdlinge waren in der Burg, die eine Wohnstätte der Heiden war; hinweggenommen war die Freude von Jakob und verstummt daselbst Flöte und Zither. 46Sie versammelten sich also und kamen nach Maspha, gegenüber von Jerusalem, denn in Maspha war ehedem eine Betstätte für Israel. 47Und sie fasteten an jenem Tage, legten Bußgewänder an, streuten Asche auf ihr Haupt, zerrissen ihre Kleider 48und breiteten das Gesetzbuch aus, in dem die Heiden etwas finden wollten, was Ähnlichkeit mit ihren Götzen hätte. 49Auch brachten sie die Priesterkleider, die Erstlinge und Zehnten herbei, stellten die Nazaräer dar, welche ihre Zeit erfüllt hatten, 50und riefen mit lauter Stimme zum Himmel und sprachen: Was sollen wir mit diesen beginnen und wohin sollen wir sie bringen? 51Dein Heiligtum ist niedergetreten und entweiht und deine Priester sind in Trauer und Erniedrigung versetzt. 52Siehe, die Heiden haben sich wider uns versammelt, um uns zu vertilgen, du weißt, was sie wider uns planen. 53Wie sollen wir aber vor ihnen standhalten können, wenn nicht du, o Gott! uns hilfst? 54Hierauf ließen sie die Trompeten mit großem Klange erschallen. 55Darnach setzte Judas Anführer über das Volk, über tausend und über hundert und über fünfzig und über zehn. 56Und er gebot denen, welche Häuser gebaut, sich ein Weib gefreit oder Weinberge gepflanzt hatten, oder die furchtsam seien, dass sie ein jeder in sein Haus zurückkehren sollten, dem Gesetze gemäß. 57Alsdann brach das Heer auf und lagerte sich südlich von Emmaus. 58Und Judas sprach: Rüstet euch und zeiget euch als wackere Männer und seid bereit für morgen, gegen diese Heiden zu kämpfen, welche sich wider uns vereint haben, um uns und unser Heiligtum zu vertilgen; 59denn es ist besser für uns, im Kampfe zu sterben als das Unglück unseres Volkes und unseres Heiligtums zu sehen. 60Wie es aber im Himmel beschlossen ist, also geschehe es!
Das 1. Buch der Makkabäer 4
1Und Gorgias nahm fünftausend Mann und tausend auserlesene Reiter und sie brachen des Nachts mit dem Heere auf, 2um das Heerlager der Juden zu überfallen und diese unvermutet zu schlagen; Leute aus der Bug dienten ihnen dabei als Führer. 3Als Judas dies hörte, brach er mit seinen tapferen Kriegern auf, um die Heeresmacht des Königs, welche in Emmaus war, zu schlagen, 4denn das Heer war noch vom Lager entfernt und zerstreut. 5Da nun Gorgias des Nachts in das Lager des Judas kam und niemand fand, suchte er sie auf dem Gebirge, weil er dachte: Sie fliehen vor uns. 6Doch als es Tag geworden war, erschien Judas in der Ebene mit nur dreitausend Mann, welche keine brauchbaren Schilde und Schwerter hatten. 7Als diese das starke, mit Panzern geschützte Heer der Feinde sahen, dazu die Reiterei auf den Seiten, lauter kriegsgeübte Leute, 8sprach Judas zu den Männern, die bei ihm waren: Fürchtet euch nicht vor ihrer Menge und zaget nicht vor ihrem Angriffe! 9gedenket, wie unsere Väter im roten Meere errettet wurden, als Pharao sie mit großer Heeresmacht verfolgte. 10Und nun lasset uns zum Himmel rufen, und der Herr wird sich unser erbarmen und des Bundes unserer Väter eingedenk sein und dieses Heer heute vor uns schlagen. 11Dann werden alle Völker erkennen, dass Israel einen Erretter und Erlöser hat! 12Als nun die Fremden ihre Augen erhoben und jene heranrücken sahen, 13zogen sie aus dem Lager zum Kampfe aus, aber die bei Juda waren, stießen in die Trompeten. 14Alsbald wurden sie handgemein und die Heiden wurden völlig geschlagen und flohen in die Ebene. 15Die letzten von ihnen fielen durch das Schwert. Und sie verfolgten sie bis Gezeron und bis in die Ebenen von Idumäa, Azot und Jamnia und es fielen von ihnen gegen dreitausend Mann. 16Als Judas nun mit seinem Heere, das ihm folgte, zurückgekehrt war, 17sprach er zu dem Volke: Lasset euch nicht nach der Beute gelüsten, denn es steht uns noch Kampf bevor, 18Gorgias ist mit seinem Heere auf dem Gebirge uns nahe. Tretet vielmehr nun fest unseren Feinden entgegen und überwindet sie, dann möget ihr die Beute ohne Furcht nehmen. 19Während Judas noch so redete, siehe, da erschien eine Abteilung, welche von dem Gebirge herkam. 20Da sah Gorgias, dass die Seinigen in die Flucht geschlagen und ihr Lager angezündet sei; denn der Rauch, den man sah, zeigte, was geschehen war. 21Als sie dies erblickten, gerieten sie in große Furcht, da sie auch Judas mit seinem Heere in der Ebene zum Kampfe bereit sahen, 22und sie flohen insgesamt in das Gefilde der Fremdlinge. 23Da wendete sich Judas um zur Plünderung des Lagers und sie erbeuteten viel Gold und Silber und Hyacinth und Meerpurpur und große Reichtümer. 24Und heimkehrend, sangen sie einen Lobgesang und priesen Gott zum Himmel empor, dass er gütig ist, dass seine Barmherzigkeit ewig währt. 25So widerfuhr Israel an jenem Tage großes Heil. 26So viele aber von den Fremden entkommen waren, kamen und verkündeten dem Lysias alles, was geschehen war. 27Da er dies vernahm, ward er bestürzt und niedergeschlagen, dass es Israel nicht so ergangen, wie er gewollt und wie der König ihm aufgetragen hatte. 28Im folgenden Jahre aber sammelte Lysias sechzigtausend auserlesene Männer und fünftausend Reiter, um die Juden zu vernichten. 29Diese zogen nach Judäa und schlugen ein Lager bei Bethoron auf, Judas aber zog ihnen mit zehntausend Mann entgegen. 30Da diese sahen, dass das Heer stark war, betete Judas und sprach: Gepriesen seist du, Retter Israels! Der du die Kraft des Mächtigen durch die Hand deines Dieners David vernichtet und das Heer der Fremdlinge in die Hand Jonathas, des Sohnes Sauls, und seines Waffenträgers überliefert hast. 31Überliefere auch dieses Heer in die Hand deines Volkes Israel, dass sie zuschanden werden mit ihrer Kriegsmacht und ihren Reitern. 32Jage ihnen Furcht ein und lass ihre trotzige Zuversicht auf ihre Stärke hinschwinden, dass sie geschlagen und vernichtet werden. 33Wirf sie durch das Schwert derer nieder, die dich lieben, damit dich alle, die deinen Namen kennen, mit Lobgesängen preisen! 34Hierauf begannen sie die Schlacht und es fielen vom Heere des Lysias fünftausend Mann. 35Als nun Lysias die Flucht der Seinigen und den Mut der Juden sah, und dass diese bereits seien, entweder zu leben oder tapfer zu sterben, brach er nach Antiochia auf und warb Truppen, um mit noch größerer Macht wieder nach Judäa zu kommen. 36Judas aber und seine Brüder sprachen: Sehet, unsere Feinde sind geschlagen; lasset uns denn hinaufziehen, das Heiligtum zu reinigen und wieder einzuweihen! 37Da versammelte sich das ganze Heer und sie zogen auf den Berg Sion hinauf. 38Als sie nun das Heiligtum verwüstet, den Altar entweiht, die Tore verbrannt und in den Vorhöfen Gesträuch wachsen sahen wie in einem Walde oder auf dem Gebirge und die Zellen zerstört, 39zerrissen sie ihre Kleider und hielten eine große Wehklage und streuten Asche auf ihr Haupt. 40Und sie fielen auf ihr Angesicht zur Erde nieder und stießen in die Trompeten, mit denen man die Zeichen gab, und erhoben ihre Stimme gen Himmel. 41Hierauf ordnete Judas Männer ab, die, welche in der Burg waren, anzugreifen, bis sie das Heiligtum gereinigt haben würden. 42Auch erwählte er Priester, die ohne Tadel und eifrige Beobachter des Gesetzes Gottes waren. 43Diese reinigten das Heiligtum und schafften die Steine des Greuels fort an einen unreinen Ort. 44Sodann ratschlagte Judas wegen des entweihten Brandopferaltares, was mit diesem geschehen solle. 45Da fiel ihnen der gute Rat bei, ihn niederzureißen, damit es ihnen nicht etwa zum Schimpf gereiche, dass die Heiden ihn entweiht hatten, und so rissen sie ihn nieder 46und legten die Steine an einem geeigneten Orte auf dem Tempelberge nieder, bis ein Prophet käme, der darüber eine Entscheidung gäbe. 47Dann nahmen sie unbehauene Steine dem Gesetze gemäß und erbauten einen neuen Altar, nach dem Vorbilde des früheren. 48Auch stellten sie das Heiligtum und das Innere des Tempels her und weihten das Gebäude und die Vorhöfe. 49Und sie fertigten neue heilige Geräte an und brachten den Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch in den Tempel. 50Ferner legten sie Räucherwerk auf den Altar und zündeten die Lampen auf dem Leuchter an, dass sie im Tempel leuchteten. 51Auch legten sie die Brote auf den Tisch und hingen die Vorhänge auf und vollendeten so alles, was sie begonnen hatten. 52Am fünfundzwanzigsten Tage aber des neunten Monats (nämlich des Monats Kasleu), im hundertachtundvierzigsten Jahre erhoben sie sich früh 53und brachten Opfer dar, wie es das Gesetz verlangt, auf dem neuen Brandopferaltar, den sie gebaut hatten. 54Um die Zeit und an demselben Tage, an welchem die Heiden ihn entweiht hatten, an eben diesem ward er mit Lobgesängen und Zithern und Harfen und Cymbelspiel wieder eingeweiht. 55Da fiel das ganze Volk auf sein Angesicht nieder und sie beteten an und priesen zum Himmel empor den, der ihnen Gelingen gegeben. 56Und sie feierten die Einweihung des Altares acht Tage hindurch und brachten Brandopfer mit Freuden dar und opferten Heils- und Lobopfer. 57Auch schmückten sie die Vorderseite des Tempels mit goldenen Kränzen und mit Schildchen und weihten die Tore und Zellen ein und versahen diese mit Türen. 58Und es herrschte eine sehr große Freude im Volke, dass die von den Heiden verursachte Schmach abgewandt war. 59Und Judas und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israels ordneten an, dass die Tage der Altarsweihe zu ihrer Zeit, alljährlich acht Tage lang, vom fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kasleu an, mit Freude und Frohlocken gefeiert werden sollten. 60Zur selben Zeit befestigten sie den Berg Sion ringsum mit hohen Mauern und starken Türmen, damit die Heiden nicht wiederkommen und ihn niedertreten sollten, wie sie zuvor getan. 61Auch legte er eine Besatzung hinein, um ihn zu bewahren, und befestigte ihn zum Schutze für Bethsura, damit das Volk ein Bollwerk gegen Idumäa hätte.
Das 1. Buch der Makkabäer 5
1Und es geschah, als die Heiden ringsum vernahmen, dass der Altar und das Heiligtum wie vorher aufgebaut sei, ergrimmten sie sehr 2und beschlossen, alle vom Geschlechte Jakobs, die unter ihnen waren, zu vertilgen und begannen, das Volk zu töten und zu verfolgen. 3Judas aber kämpfte gegen die Söhne Esaus in Idumäa und in Akrabathane, weil sie die Israeliten einschlossen, und brachte ihnen eine große Niederlage bei. 4Auch gedachte er der Bosheit der Söhne Beans, welche dem Volke zur Schlinge und zum Fallstricke gewesen waren, indem sie ihnen auf dem Wege auflauerten. 5Diese wurden von ihm in die Türme eingeschlossen und er belagerte sie und vollstreckte den Bann an ihnen und verbrannte ihre Türme samt allen, die darin waren. 6Alsdann zog er weiter gegen die Söhne Ammons und traf auf ein starkes Heer und zahlreiche Kriegsmacht und auf Timotheus, ihren Anführer. 7Gegen diese lieferte er viele Schlachten und er schlug sie und sie wurden vor ihnen vernichtet. 8Und nachdem er die Stadt Gazer und ihre Tochterstädte erobert hatte, kehrte er nach Judäa zurück. 9Darnach versammelten sich die Heiden in Galaad wider die Israeliten, die innerhalb ihres Gebietes wohnten, um diese auszurotten. Sie aber flohen in die Feste Datheman 10und sandten Briefe an Judas und seine Brüder des Inhalts: Die Heiden haben sich rings um uns vereinigt, um uns zu vernichten. 11Sie schicken sich an, zu kommen und die Feste einzunehmen, in welche wir geflohen sind, und Timotheus ist der Anführer ihres Heeres. 12So komme nun und errette uns aus ihrer Gewalt, denn eine Menge von uns ist gefallen. 13Auch alle unsere Brüder, welche im Gebiete von Tubin wohnten, sind getötet; ihre Frauen und Kinder, sowie ihre Habe haben jene gefangen weggeführt und haben daselbst bei tausend Männer getötet. 14Noch wurde der Brief verlesen, siehe, da kamen andere Boten aus Galiläa mit zerrissenen Kleidern und meldeten Ähnliches, 15indem sie sprachen, es hätten sich gegen sie die Bewohner von Ptolemais und Tyrus und Sidon gesammelt und ganz Galiläa sei voll der Fremden, die uns vertilgen wollen. 16Da nun Judas und das Volk diese Nachrichten hörte, vereinte sich eine große Versammlung, um zu beratschlagen, was sie für ihre Brüder, die in Bedrängnis waren und von jenen bekriegt wurden, tun sollten. 17Da sprach Judas zu seinem Bruder Simon: Wähle dir Männer aus und ziehe hin und befreie deine Brüder in Galiläa, ich aber und mein Bruder Jonathas, wir werden nach Galaad ziehen. 18Und er ließ Joseph, den Sohn des Zacharias, und Azarias als Befehlshaber des Volkes bei dem Reste des Heeres in Judäa zum Schutze zurück. 19Und er gebot ihnen und sprach: Stehet diesem Volke vor, doch liefert den Heiden keine Schlacht, bis wir zurückkehren. 20Hierauf wurden dem Simon dreitausend Mann zugeteilt, dass er nach Galiläa ziehe, dem Judas aber achttausend Mann für Galaad. 21So zog denn Simon nach Galiläa und lieferte den Heiden viele Schlachten und die Heiden wurden vor ihm niedergeworfen und er verfolgte sie bis zum Tore 22von Ptolemais und es fielen von den Heiden gegen dreitausend Mann und er nahm ihnen Beute ab. 23Hierauf nahm er die, welche in Galiläa und in Arbat waren mit ihren Weibern und Kindern und allem, was sie hatten, und brachte sie mit großer Freude nach Judäa. 24Judas aber, der Machabäer, und sein Bruder Jonathas überschritten den Jordan und zogen drei Tagreisen weit durch die Wüste. 25Da stießen die Nabuthäer auf sie, diese begegneten ihnen friedlich und erzählten ihnen alles, was ihren Brüdern in Galaad widerfahren war 26und dass viele von ihnen in Barasa und in Bosor und in Alimis und Kasphor, Maget, und Karnaim, lauter großen und festen Städten, festgehalten seien. 27Aber auch in den übrigen Städten von Galaad werden Gefangene zurückgehalten und für den folgenden Tag haben die Feinde beschlossen, mit ihrem Heere gegen diese Städte zu ziehen, sie einzunehmen und jene an einem Tage zu vernichten. 28Da wandte sich Judas mit seinem Heere plötzlich in die Wüste nach Bosor und nahm die Stadt ein und tötete alles, was männlich war, mit der Schärfe des Schwertes, bemächtigte sich aller ihrer Beute und brannte sie nieder. 29Des Nachts brachen sie von da auf und zogen bis zur Feste. 30Als es aber Morgen ward und sie ihre Augen erhoben, siehe, da war eine Unmenge von Kriegsvolk, unzählbar viel, das Sturmleitern und Maschinen trug, um die Feste einzunehmen und die Juden zu überwältigen. 31Als nun Judas sah, dass der Kampf begonnen, und Kriegsgeschrei mit Trompetenschall zum Himmel aufstieg und lautes Geschrei aus der Stadt, 32sprach er zu seinem Heere: Kämpfet heute für eure Brüder! 33Hierauf fiel er jenen mit drei Heerhaufen in den Rücken, dazu ließen die Juden die Trompeten erschallen und riefen, laut betend. 34Da erkannte das Heer des Timotheus, dass er der Machabäer sei, und sie flohen vor ihm; die Juden aber richteten eine große Niederlage unter ihnen an und es fielen ihrer an jenem Tage gegen achttausend Mann. 35Hierauf wandte sich Judas gegen Maspha, erstürmte es und nahm es ein, tötete alles, was darin männlich war, und nahm die Beute und verbrannte die Stadt. 36Von da zog er weiter und nahm Kasbon und Mageth und Bosor und die übrigen Städte von Galaad ein. 37Nach diesen Begebenheiten sammelte Timotheus ein anderes Heer und lagerte sich Raphon gegenüber, jenseits des Flusses. 38Da sandte Judas hin, über das Heer Kundschaft zu bringen, und es ward ihm berichtet: Es haben sich um ihn alle Völker gesammelt, die rings um uns her sind, eine überaus starke Heeresmacht. 39Auch haben sie die Araber als Hilfstruppen gedungen und haben jenseits des Flusses ein Lager aufgeschlagen, bereit, mit dir den Kampf zu beginnen. Judas zog fort, ihnen entgegen. 40Timotheus aber sprach zu den Obersten seines Heeres: Wenn Judas mit seinem Heere an den Fluss heranzieht und zuerst zu uns herüberkommt, werden wir nicht gegen ihn standhalten können, denn er wird uns überlegen sein. 41Wenn er sich aber fürchtet, herüber zu kommen und sich jenseits des Flusses lagert, so wollen wir hinübergehen, ihnen entgegen, und werden über ihn die Oberhand erlangen. 42Als nun Judas an den Fluss herangekommen war, stellte er die Vorsteher des Volkes an demselben auf und gebot ihnen und sprach: Lasset keinen hier zurückbleiben, sondern alle sollen in den Kampf ziehen! 43Und ihnen zuvorkommend, setzte er auf das Ufer der Feinde über und das ganze Volk folgte ihm nach und alle Heiden wurden vor ihnen geschlagen, warfen ihre Waffen weg und flohen in den Tempel zu Karnaim. 44Er nahm aber diese Stadt ein und zündete den Tempel an samt allen, welche darin waren. So ward Karnaim unterworfen und konnte Judas nicht standhalten. 45Judas aber sammelte alle Israeliten, welche in Galaad waren, klein und groß, samt ihren Weibern und Kindern, ein sehr großes Heer, damit sie in das Land Juda zögen. 46Und sie kamen bis Ephron. Dies ist eine große Stadt, am Eingange gelegen, sehr fest, bei der man weder zur Rechten noch zur Linken vorbeikommen konnte, denn der Weg führte mitten durch sie hindurch. 47Die Bewohner der Stadt aber schlossen sich ein und versammelten die Tore mit Steinen. Da sandte Judas an sie und ließ mit friedlichen Worten 48sagen: Lasset uns durch euer Land ziehen, dass wir in unser Land kommen; niemand wird euch Übles tun, wir wollen einzig hindurchziehen. Sie aber wollten ihnen nicht auftun. 49Da ließ Judas in dem Heere ausrufen, ein jeder solle sich in Schlachtordnung stellen an dem Orte, wo er gerade sei. 50Alsbald stellten sich die Männer des Heeres in Schlachtordnung und kämpften gegen die Stadt jenen ganzen Tag und die ganze Nacht und die Stadt fiel in seine Hände. 51Da machten sie alles, was männlich war, mit der Schärfe des Schwertes nieder und er zerstörte sie von Grund aus und plünderte sie und zog durch die ganze Stadt über die Erschlagenen hinweg. 52Sodann zogen sie über den Jordan in die große Ebene, Bethsan gegenüber. 53Judas aber sammelte den Nachtrab und sprach dem Volke auf dem ganzen Wege Mut zu, bis sie in das Land Juda kamen. 54Dann zogen sie auf den Berg Sion mit Freude und Jubel und brachten Brandopfer dar, weil keiner von ihnen gefallen war, bis sie in Frieden heimkehrten. 55Während der Tage aber, wo Judas und Jonathas im Lande Galaad und sein Bruder Simon in Galiläa vor Ptolemais waren, 56hörte Joseph, der Sohn Zacharias, und Azarias, der Anführer des Heeres, von den tapferen Taten und den Schlachten, welche geliefert wurden. 57Da sprach er: Auch wir wollen uns einen Namen machen und hinziehen und wider die Heiden um uns her kämpfen. 58So bot er denn sein Heer auf und sie zogen gegen Jamnia. 59Gorgias aber zog samt seinen Leuten aus der Stadt heraus, ihnen entgegen zur Schlacht. 60Joseph und Azarias wurden in die Flucht geschlagen bis an die Grenze von Judäa und es fielen an jenem Tage vom Volke Israel gegen zweitausend Mann und das Volk erlitt eine schwere Niederlage, 61weil sie nicht auf Judas und seine Brüder gehört hatten, indem sie meinten, Heldentaten verrichten zu können. 62Sie aber waren nicht vom Geschlechte jener Männer, durch welche in Israel Rettung geschaffen worden. 63Die Männer von Juda dagegen wurden von ganz Israel und von allen Völkern, wo man ihren Namen hörte, hoch gerühmt. 64Und viele strömten herbei unter freudigem Zuruf. 65Hierauf zog Judas mit seinen Brüdern aus und kämpfte gegen die Söhne Esaus im Lande gegen Mittag und er eroberte Chebron und dessen Tochterstädte und brannte seine Mauern und Türme ringsumher nieder. 66Sodann brach er auf, um in das Land der Fremdlinge zu ziehen, und durchzog Samaria. 67An jenem Tage fielen Priester im Kampfe, indem sie Tapferkeit zeigen wollten, aber unbedacht in den Kampf auszogen. 68Judas aber wandte sich nach Azot in das Land der Fremdlinge, zerstörte ihre Altäre und verbrannte die Schnitzbilder ihrer Götter und plünderte die Städte und kehrte hierauf in das Land Juda zurück.