Bibel in einem Jahr · Tag 354 von 365

Mal 1–3 · Offb 14

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Maleachi 1

1Last des Wortes des Herrn an Israel durch Malachias. 2Ich habe euch geliebt, spricht der Herr, und ihr sprecht: Worin hast du deine Liebe gegen uns gezeigt? War nicht Esau Jakobs Bruder? Spricht der Herr, und ich liebte Jakob, 3Esau aber hasste ich und machte sein Gebirge zur Wüstenei und sein Erbteil zur öden Wohnung der Drachen. 4Wenn Idumäa nun spricht: Sind wir auch verwüstet, so werden wir doch das Zerstörte wieder aufbauen, so spricht der Herr der Heerscharen also: Sie mögen bauen, ich aber werde niederreißen und sie werden Gemarkung der Gottlosigkeit heißen und das Volk, dem der Herr auf ewig zürnt. 5Mit eigenen Augen werdet ihr es schauen und ihr werdet sagen: Verherrlicht werde der Herr über das Gebiet Israel hinaus! 6Der Sohn ehrt seinen Vater und der Knecht seinen Herrn; wenn ich nun der Vater bin, wo ist die mir gebührende Ehre? Und wenn ich der Herr bin, wo ist die Furcht vor mir? Spricht der Herr der Heerscharen zu euch, ihr Priester, Verächter meines Namens, die ihr sprechet: Inwiefern haben wir deinen Namen verachtet? 7Ihr bringt unreine Opferspeise auf meinem Altar dar und sagt: Worin haben wir dich verunreinigt? Darin, dass ihr sagt: Der Tisch des Herrn ist verachtet! 8Wenn ihr ein blindes Tier als Opfer darbringt, ist das nicht sündhaft? Und wenn ihr ein lahmes und krankes darbringt, ist das nicht sündhaft? Bringe es doch deinem Statthalter dar, ob er Wohlgefallen daran hat oder ob er dich gnädig aufnimmt? Spricht der Herr der Heerscharen. 9Und nun flehet Gott an, dass er sich eurer erbarme (denn von euch ist dies geschehen), ob er euch wohl gnädig aufnimmt? spricht der Herr der Heerscharen. 10Wer von euch schließt die Türen und zündet das Feuer auf meinem Altare an ohne Lohn? Ich habe kein Wohlgefallen an euch, spricht der Herr der Heerscharen, und Opfergabe mag ich aus euern Händen nicht annehmen. 11Denn vom Aufgange der Sonne an bis zum Niedergange ist mein Name groß unter den Völkern und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und reine Opfergabe dargebracht; denn groß ist mein Name unter den Völkern, spricht der Herr der Heerscharen. 12Ihr habt entweiht denselben, indem ihr sagt: Der Tisch des Herrn ist verunreinigt und was darauf gelegt wird, ist verächtlich samt dem Feuer, welches es verzehrt. 13Ihr sprecht: Siehe, wie mühevoll! und ihr beschmutzt ihn, spricht der Herr der Heerscharen, und bringt geraubtes Lahmes und Krankes herbei und bringt ein Opfer dar; sollte ich solches aus eurer Hand annehmen? Spricht der Herr. 14Verflucht sei, wer trügerisch handelt, wenn er in seiner Herde ein männliches Tier hat, und wer, dem Herrn ein Gelübde machend, doch Schadhaftes opfert! denn ein großer König bin ich, spricht der Herr der Heerscharen, und mein Name ist furchtbar unter den Völkern.

Das Buch Maleachi 2

1An euch ergeht demnach dies Gebot, ihr Priester! 2Wenn ihr nicht hören und es nicht zu Herzen nehmen wollt, meinem Namen die Ehre zu geben, spricht der Herr der Heerscharen, so will ich unter euch Mangel senden und euren Segnungen fluchen; ja, fluchen will ich ihnen, denn ihr habt es nicht zu Herzen genommen. 3Sehet, ich werfe euch das Schulterstück weg und schleudere euch den Unrat eurer Feste in euer Angesicht und er wird euch mit sich fortschleppen. 4Dann werdet ihr erkennen, dass ich dies Gebot an euch ergehen ließ, auf dass mein Bund mit Levi bestehe, spricht der Herr der Heerscharen. 5Mein Bund mit ihm war ein Bund des Lebens und des Friedens, ich gab ihm Furcht und er fürchtete mich und er zitterte vor meinem Namen. 6Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde und Unrecht war auf seinen Lippen nicht erfunden, in Friede und in Gerechtigkeit wandelte er mit mir und viele brachte er vom Bösen ab. 7Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren und das Gesetz soll man von seinem Munde suchen, denn ein Bote des Herrn der Heerscharen ist er. 8Ihr aber seid von dem rechten Wege abgewichen und seid sehr vielen Anlass zum Falle und zur Verletzung des Gesetzes gewesen, ihr habt den Bund mit Levi zunichte gemacht, spricht der Herr der Heerscharen. 9Darum habe auch ich euch vor allen Völkern verächtlich und niedrig gemacht, so wie ihr meine Wege nicht gewahrt und Menschenrücksichten im Gesetze gehuldigt habt. 10Haben wir denn nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott erschaffen? Warum verachtet also unter uns einer den andern und entweiht den Bund unserer Väter? 11Juda hat Treubruch begangen, Greuel ist in Israel und in Jerusalem verübt; denn Juda hat das Heiligtum des Herrn, das er liebt, entweiht und Töchter fremder Götter gefreit. 12Aber der Herr wird jeden, der solches tut, Lehrer wie Schüler, aus den Hütte Jakobs vertilgen und den, welcher dem Herrn der Heerscharen Opfergabe darbringt. 13Auch dies noch habt ihr getan: Ihr bedecktet den Altar des Herrn mit Tränen, Weinen und Wehklagen, so dass ich nicht mehr auf das Opfer blicken noch etwas zur Versöhnung annehmen mag von eurer Hand. 14Ihr sprechet noch: Warum das? Darum, weil der Herr Zeuge ist zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, das du verschmäht hast, während sie doch deine Gefährtin und deine vermählte Gattin ist. 15Hat nicht einer sie erschaffen und ist nicht auch sie ein Ausfluss seines Geistes? Und was will der eine anders als Nachkommenschaft Gottes? Darum wahret euren Geist und verschmähe das Weib deiner Jugend nicht! 16Wenn du ihr abgeneigt bist, so entlasse sie, spricht der Herr, der Gott Israels. Aber die Unbill wird sein Gewand bedecken, spricht der Herr der Heerscharen. Wahret euren Geist und verschmähet nicht! 17Ihr kränkt den Herrn durch eure Reden und ihr sprecht: Worin haben wir ihn gekränkt? Dadurch dass ihr sprecht: Jeder, der Böses tut, ist gut vor dem Herrn, und solche gefallen Gottes Auge wohl; oder doch: Wo ist denn der Gott des Gerichtes?

Das Buch Maleachi 3

1Sehet, ich sende meinen Boten, dass er den Weg vor mir her bereite. Und alsbald wird zu seinem Tempel der Herrscher kommen, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, nach dem ihr verlangt. Sehet, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen. 2Wer aber wird den Tag seiner Ankunft erfassen können und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er gleicht schmelzendem Feuer und dem Kraut der Walker. 3Und er wird sich setzen, das Silber zu schmelzen und zu läutern, und wird die Söhne Levis reinigen und sie läutern, wie Gold und wie Silber, dass sie dem Herrn Opfer in Gerechtigkeit darbringen. 4Dann wird dem Herrn die Opfergabe Judas und Jerusalems gefallen, wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den längst vergangenen Jahren. 5Dann werde ich zu euch herantreten zum Gericht und werde ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, die Ehebrecher und die Meineidigen und wider die, welche den Taglöhnern den Lohn verkürzen oder Witwen, Waisen und Fremdlinge bedrücken und mich nicht fürchten, spricht der Herr der Heerscharen. 6Denn ich bin der Herr und ändere mich nicht, darum seid ihr, Söhne Jakobs, nicht vollends umgekommen. 7Seit den Tagen eurer Väter seid ihr ja von meinen Satzungen abgewichen und habt sie nicht gehalten. Kehret zu mir zurück, so will ich mich zu euch kehren, spricht der Herr der Heerscharen. Doch ihr sprecht: Worin sollen wir umkehren? 8Darf der Mensch Gott schwer verletzen, dass ihr mich beleidigt? Ihr sprecht: Worin haben wir dich beleidigt? In den Zehnten und Erstlingen. 9Darum trifft euch der Fluch der Armut, denn ihr beleidigt mich, ihr, das ganze Volk. 10Bringet alle Zehnten in die Vorratskammern, Speise finde ich in meinem Haus und prüfet mich daraufhin, spricht der Herr, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels auftue und euch mit Segen bis zum Überfluss überschütte? 11Dann werde ich für euch den Fresser bedräuen und er wird die Frucht eures Landes nicht verderben noch wird der Weinstock im Gefilde unfruchtbar sein, spricht der Herr der Heerscharen. 12Dann werden euch alle Völker selig preisen, denn ihr werdet ein Land der Wonne sein, spricht der Herr der Heerscharen. 13Ihr nehmet euch viel heraus in euren Reden wider mich, spricht der Herr. 14Und ihr sprecht noch: Was haben wir wider dich geredet? Sagt ihr doch: Eitel ist, wer Gott dient, und welchen Vorteil haben wir davon, dass wir seine Gebote beobachtet haben und dass wir in Trauer gewandelt sind vor dem Herrn der Heerscharen? 15Darum lasset uns nun die Übermütigen selig preisen; denn die, welche Übles tun, werden erbaut, und die Gott versuchen, denen wird Rettung. 16Damals sprachen die, welche den Herrn fürchten, einer zum andern: Der Herr merkte auf und hörte; und vor ihm ward für die, welche den Herrn fürchten und die seines Namens gedenken, eine Gedenkschrift aufgezeichnet. 17Diese sollen, spricht der Herr der Heerscharen, an dem Tage, da ich handle, mein Eigentum sein, und ich werde ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm folgsam ist. 18Dann werdet ihr wiederum sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 14

1Und ich schaute, und siehe das Lamm stand auf dem Berge Sion, und mit ihm hundert und vierundvierzig Tausend, welche seinen Namen und seines Vaters Namen auf ihren Stirnen geschrieben trugen. 2Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen starken Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie das Spiel von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielten. 3Und sie sangen wie ein neues Lied vor dem Throne und vor den lebenden Wesen und den Ältesten; und Niemand konnte das Lied singen, als jene hundertvierundvierzig Tausend, die erkauft sind von der Erde. 4Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich. Sie sind es, die dem Lamme folgen, wohin es immer geht. Sie sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge Gott und dem Lamme, 5und in ihrem Munde ward kein Trug erfunden; denn sie sind ohne Makel vor dem Throne Gottes. 6Und ich sah einen anderen Engel mitten durch den Himmel hinfliegen, der das ewige Evangelium hatte, frohe Botschaft den Bewohnern der Erde zu bringen, allen Völkern, und Stämmen, und Zungen und Nationen, 7und er sprach mit starker Stimme: Fürchtet den Herrn, und gebet ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. So betet den an, der den Himmel und die Erde, und das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat! 8Und ein zweiter Engel folgte ihm und rief: Gefallen, gefallen ist Babylon, das Große, welches mit dem Zornwein seiner Unzucht alle Völker getränkt hat. 9Und ein dritter Engel folgte ihnen und rief mit lauter Stimme: Wer das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen an seiner Stirne oder auf seiner Hand annimmt, 10der soll auch von dem Zornweine Gottes trinken, der ungemischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zornes, und soll gepeinigt werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamme. 11Und der Rauch ihrer Qualen wird aufsteigen in alle Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeteten, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt. 12Hier ist die Geduld der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren. 13Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die im Herrn sterben! Von nun an bereits, spricht der Geist, sollen sie ausruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke folgen ihnen nach. 14Und ich schaute, und siehe eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer ähnlich einem Menschensohne: der hatte auf seinem Haupte eine goldene Krone, und in seiner Hand eine scharfe Sichel. 15Und ein anderer Engel trat aus dem Tempel hervor und rief mit lauter Stimme dem, der auf der Wolke saß, zu: Lege deine Sichel an und ernte; denn die Stunde der Ernte ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden. 16Und der auf der Wolke saß, schwang seine Sichel über die Erde, und die Erde ward abgeerntet. 17Und ein anderer Engel trat aus dem Tempel, der im Himmel ist, hervor; auch er eine scharfe Sichel haltend. 18Und ein anderer Engel kam von dem Altare hervor, der hatte Gewalt über das Feuer, und er rief mit lauter Stimme dem zu, der die scharfe Sichel hatte, und sprach: Schwinge deine scharfe Sichel und schneide die Trauben vom Weinstocke der Erde; denn seine Trauben sind reif! 19Und der Engel schwang seine scharfe Sichel über die Erde, und las den Weinstock der Erde ab, und warf es in die große Kelter des Zornes Gottes. 20Und die Kelter ward außerhalb der Stadt getreten, und Blut floß aus der Kelter bis an die Zäume der Pferde, tausend sechshundert Stadien weit.