Bibel in einem Jahr · Tag 351 von 365

Sach 6–8 · Offb 12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Sacharja 6

1Wiederum erhob ich meine Augen und schaute: siehe, da erschienen vier Wagen zwischen den beiden Bergen, die Berge aber waren Berge von Erz. 2Am ersten Wagen waren rote Rosse und am zweiten Wagen schwarze Rosse 3und am dritten Wagen weiße Rosse und am vierten Wagen gefleckte, starke Rosse. 4Da hob ich an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: Was ist dies, Herr? 5Der Engel antwortete und sprach zu mir: Dies sind die vier Winde des Himmels; sie ziehen aus, um sich vor dem Herrscher der ganzen Erde zu stellen. 6Woran die schwarzen Rosse waren, diese ziehen nach dem Lande gegen Mitternacht und die weißen folgen ihnen; die gefleckten zogen nach dem Lande gegen Mittag. 7Die aber die stärksten waren, zogen aus und schickten sich an zu gehen und die ganze Erde zu durchstreifen. Da sprach er: Gehet, durchstreifet die Erde! Und sie durchstreiften die Erde. 8Dann rief er mich und sprach zu mir also: Siehe, die, welche nach dem Lande gegen Mitternacht ausziehen, besänftigen meinen Zorn an dem Lande gegen Mitternacht. 9Und es erging das Wort des Herrn an mich also: 10Nimm von den Übergesiedelten, von Holdai, von Tobias und von Idajas; dann komm an jenem Tage und gehe in das Haus des Josias, des Sohnes Sophonias, welche von Babylon gekommen sind, 11und nimm Gold und Silber und mache Kronen, darauf setze sie Jesus, dem Sohne Josedeks, dem Hohenpriester, auf das Haupt 12und sprich zu ihm also: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe ein Mann, Spross ist sein Name, unter ihm wird es sprossen und er wird dem Herrn den Tempel bauen. 13Er wird dem Herrn den Tempel aufrichten, er wird die Herrlichkeit tragen und auf seinen Thron sich setzen und herrschen und er wird Priester sein auf seinem Throne und Ratschluss des Friedens wird zwischen ihnen beiden bestehen. 14Die Kronen aber sollen Helem, Tobias, Idajas und Hem, dem Sohne Sophonias, zum Andenken dienen im Tempel des Herrn. 15Da werden die, welche in der Ferne sind, kommen und an dem Tempel des Herrn bauen und ihr werdet erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. So wird es geschehen, wenn ihr der Stimme des Herrn, eures Gottes, Gehör gebt.

Das Buch Sacharja 7

1Und es geschah im vierten Jahre des Königs Darius, erging das Wort des Herrn an Zacharias, am vierten des neunten Monats, des Kasleu. 2Es sandten nämlich Sarasar, Rogommelech und die Männer, welche bei ihm waren, zum Hause Gottes, um vor dem Angesichte des Herrn zu flehen 3und an die Priester des Hauses des Herrn der Heerscharen und die Propheten die Anfrage zu richten: Soll ich im fünften Monate weinen oder muss ich mich heiligen, wie ich nun schon so viele Jahre getan? 4Da erging das Wort des Herrn der Heerscharen an mich also: 5Sprich zu allem Volke des Landes und zu den Priestern also: Wenn ihr nun schon siebzig Jahre hindurch gefastet und getrauert habt im fünften und siebten Monate, habt ihr denn etwa für mich dies Fasten gehalten? 6Und wenn ihr aßet und tranket, habt ihr da nicht für euch gegessen und für euch selbst getrunken? 7Sind dies nicht die Worte, welche der Herr durch die früheren Propheten gesprochen, als Jerusalem noch bewohnt und wohlhabend war, samt den Städten rings umher, und als das Mittags- und das Flachland noch bewohnt war? 8Da erging das Wort des Herrn an Zacharias also: 9So spricht der Herr der Heerscharen: Fället gerechtes Urteil, übet Erbarmen und Milde, ein jeder gegen seinen Bruder. 10Und bedrücket nicht Witwen und Waisen, Fremdlinge und Arme und sinnet nicht Böses einer gegen den andern in seinem Herzen. 11Aber sie wollten nicht darauf achten und wandten in Widerspenstigkeit ihre Schulter von dem Joche und verhärteten ihre Ohren, um nicht zu hören, 12und machten ihr Herz dem Diamant gleich, um nicht das Gesetz und die Worte zu hören, welche der Herr der Heerscharen in seinem Geiste durch die früheren Propheten sandte. Da brach ein gewaltiges Zorngericht von dem Herrn der Heerscharen herein. 13Und es geschah, wie der Herr sprach, sie aber nicht hörten, ebenso sollen sie rufen und ich werde nicht hören, spricht der Herr der Heerscharen. 14Und ich habe sie in alle Reihe zerstreut, die sie nicht kannten; und das Land ward von ihnen verlassen, so dass niemand hin- und herzog, und sie wandelten das herrliche Land in eine Wüste.

Das Buch Sacharja 8

1Wieder erging das Wort des Herrn der Heerscharen, also lautend: 2So spricht der Herr der Heerscharen: Ich bin voll großen Eifers für Sion und eifre mit großem Zorne für dasselbe. 3So spricht der Herr der Heerscharen: Ich kehre wieder nach Sion zurück und werde inmitten Jerusalems wohnen und Jerusalem wird die Stadt der Treue heißen und der Berg des Herrn der Heerscharen, heiliger Berg. 4So spricht der Herr der Heerscharen: Noch werden greise Männer und betagte Frauen in den Straßen Jerusalems wohnen und ein jeder mit seinem Stabe in der Hand vor hohem Lebensalter. 5Und die Straßen der Stadt werden sich mit Knaben und Mädchen erfüllen, welche auf ihren Straßen spielen. 6So spricht der Herr der Heerscharen: Wenn es in den Augen des Überrestes dieses Volkes in jenen Tagen schwer scheint, wird es denn in meinen Augen schwer sein? Spricht der Herr der Heerscharen. 7So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich werde mein Volk aus dem Lande des Sonnenaufgangs und aus dem Lande des Niedergangs der Sonne erretten. 8Und ich werde sie herbeiführen, dass sie inmitten Jerusalems wohnen, sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Wahrheit und Gerechtigkeit. 9So spricht der Herr der Heerscharen: Eure Hände sollen erstarken, die ihr in diesen Tagen diese Worte aus dem Munde der Propheten vernehmt, zur Zeit, da der Grund zum Hause des Herrn der Heerscharen gelegt ward, damit der Tempel erbaut werde. 10Freilich war von jenen Tagen kein Lohn für Menschen und von dem Vieh kein Ertrag; wer ein- und auszog, war nicht sicher vor Bedrängnis und ich ließ zu, dass alle Menschen wider einander waren; 11nun aber werde ich an dem Überreste dieses Volkes nicht tun wie in den vergangenen Tagen, spricht der Herr der Heerscharen, 12sondern es soll eine Saat des Friedens sein; der Weinstock wird seine Frucht geben, die Erde ihren Ertrag liefern und der Himmel seinen Tau spenden und ich will die Überreste dieses Volkes dies alles in Besitz nehmen lassen. 13Und es wird geschehen: wie ihr, Haus Juda und Haus Israel! unter den Völkern ein Fluch waret, so werde ich euch Heil gewähren und ihr sollt ein Segen sein; fürchtet euch nicht, lasset eure Hände erstarken! 14Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Wie ich beschlossen, euch zu züchtigen, als eure Väter mich zum Zorne reizten, spricht der Herr, 15und ich kein Mitleid hatte, so habe ich hingegen in diesen Tagen beschlossen, dem Hause Juda und Jerusalem Gutes zu erweisen; fürchtet euch nicht! 16Dies ist es nun, was ihr zu tun habt: Redet die Wahrheit, ein jeder gegen seinen Nächsten; nach Wahrheit und Gericht des Friedens richtet in euren Toren. 17Keiner sinne Böses wider seinen Nächsten in seinem Herzen und liebet nicht falsche Eide zu schwören; denn solches alles hasse ich, spricht der Herr. 18Und es erging das Wort des Herrn der Heerscharen an mich also: 19So spricht der Herr der Heerscharen: Das Fasten des vierten Monats, das Fasten des fünften, das Fasten des siebenten und das Fasten des zehnten soll dem Hause Juda zur Freude, zur Wonne und zu herrlichen Festzeiten werden; nur liebet Wahrheit und Frieden! 20So spricht der Herr der Heerscharen: Noch wird es geschehen, dass Völker kommen und viele Städte bewohnen, 21und ihre Bewohner werden sich aufmachen und einer zu dem andern sprechen: Lasset uns hinziehen und das Angesicht des Herrn anflehen und den Herrn der Heerscharen suchen, und ich will mitziehen! 22Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und das Angesicht des Herrn anzuflehen. 23So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen werden zehn Menschen aus allen Sprachen der Völker die Hand ausstrecken und den Saum eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch ziehen; denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.

Neues Testament

Offenbarung des Johannes 12

1Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: Ein Weib mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone von zwölf Sternen. 2Und sie war gesegneten Leibes, und rief in Geburtswehen, und hatte große Pein, um zu gebären. 3Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel; siehe, ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, und auf seinen Köpfen sieben Diademe; 4und sein Schweif riss den dritten Teil der Sterne des Himmels herab und warf sie zur Erde. Und der Drache trat vor das Weib, das im Begriffe war zu gebären, um, wenn sie geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen. 5Und sie gebar einen Sohn, einen mannhaften, der alle Völker mit eisernem Stabe beherrschen soll. Und ihr Sohn ward entrückt zu Gott und zu seinem Throne. 6das Weib aber floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hatte, dass sie daselbst tausendzweihunderundsechzig Tage ernährt würde. 7Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und seine Engel stritten, 8aber sie obsiegten nicht, und keine Stätte ward mehr für sie gefunden im Himmel. 9Und jener große Drache ward hinabgeworfen, die alte Schlange, welcher Teufel genannt wird und Satan, welcher die ganze Welt verführt; er ward hinabgeworfen auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen. 10Da hörte ich eine starke Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist das Heil und die Kraft, und das Reich unserem Gotte geworden, und die Macht seinem Gesalbten; denn hinabgeworfen ist der Ankläger unserer Brüder, der sie vor unserm Gott verklagte Tag und Nacht. 11Und sie haben ihn besiegt um des Blutes des Lammes willen, und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und haben ihre Seelen nicht geliebt bis zum Tode. 12Darum freuet euch, ihr Himmel, und die ihr darin wohnet! Wehe der Erde und dem Meere; denn der Teufel ist zu euch hinabgestiegen mit großem Grimme, da er weiß, dass er eine kurze Frist hat! 13Und als der Drache sah, dass er auf die Erde herabgeworfen war, verfolgte er das Weib, welches den Knaben geboren hatte. 14Da wurden dem Weibe die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, dass sie in die Wüste fliege an ihren Ort, wo sie genährt wird durch eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, geborgen vor der Schlange. 15Die Schlange aber schoss aus ihrem Rachen hinter dem Weibe her Wasser wie einen Strom, dass sie von dem Strome fortgerissen würde. 16Doch die Erde half dem Weibe, denn sie tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen geschossen hatte. 17Da ward der Drache zornig über das Weib, und ging hin Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu Christi haben. 18Und er stellte sich auf den Sand des Meeres.