Altes Testament
Das Buch Jeremia 50
1Wort, welches der Herr über Babylon und über das Land der Chaldäer durch den Propheten Jeremias gesprochen. 2Verkündet es unter den Völkern und lasset es hören, richtet ein Panier auf, machet es kund, verhehlet es nicht, sprechet: Erobert ist Babylon, zuschanden geworden Bel, besiegt Merodach, zuschanden geworden sind seine Bildsäulen, überwunden seine Götzen! 3Denn es ist ein Volk wider sie heraufgezogen von Mitternacht her, ihr Land zur Wüstenei zu machen und niemand wird mehr darin wohnen, weder Mensch noch Vieh; sie sind geflohen und fortgezogen. 4In jenen Tagen und in jener Zeit, spricht der Herr, werden die Kinder Israel kommen, zusammen mit den Kindern Juda; weinend werden sie eilends daherkommen und den Herrn, ihren Gott, suchen. 5Um den Weg nach Sion werden sie fragen, dorthin ist ihr Angesicht gewendet; sie kommen und schließen sich an den Herrn an zum ewigen Bunde, der durch kein Vergessen schwinden wird. 6Eine verirrte Herde ist mein Volk geworden, ihre Hirten führten sie irre und ließen sie umherschweifen in den Bergen; von Berg zu Hügel liefen sie, vergaßen ihres Lagerplatzes. 7Alle, die auf sie trafen, verschlangen sie und ihre Feinde sprachen: Wir tun nicht unrecht, dafür, dass sie wider den Herrn, die Zierde der Gerechtigkeit, gesündigt, wider den Herrn, die Hoffnung ihrer Väter. 8Eilet hinweg aus der Mitte von Babylon, verlasset das Land der Chaldäer und seid wie Böcke vor der Herde her! 9Denn sehet, ich lasse wider Babylon eine Schar gewaltiger Völker aus dem Lande von Mitternacht her aufstehen und heranziehen, diese werden sich wider dasselbe aufstellen und es alsbald einnehmen; ihre Pfeile sind wie die eines mordlustigen Helden, von denen keiner, ohne zu treffen, zurückkehrt. 10Chaldäa wird zur Beute werden; alle, die es plündern, werden vollauf haben, spricht der Herr. 11Ja, ihr frohlocket und prahlet, ihr Räuber meines Erbes; ja, ihr seid ausgelassen wie Kälber im Grase und brüllt wie Stiere. 12Eure Mutter wird gänzlich zuschanden in den Staub getreten ist eure Gebärerin; sehet, sie wird die mindeste unter den Völkern sein, verlassen, unzugänglich und verdorrt. 13Ob des Zornes des Herrn wird sie nicht bewohnt werden, sondern völlig wüste sein; jeder, der an Babylon vorüberzieht, wird sich entsetzen und über alle ihre Wunden zischen. 14Stellet euch wider Babylon ringsum auf, alle ihr Bogenschützen! greifet es an, sparet die Geschosse nicht, denn es hat wider den Herrn gesündigt. 15Erhebet wider dasselbe Feldgeschrei! Überall hat es sich ergeben. Gefallen sind seine Grundfesten, niedergebrochen seine Mauern, denn es ist des Herrn Rache. Rächet euch an ihm; wie es getan, so tuet ihm! 16Rottet aus den Sämann aus Babylon und den, der die Sichel zur Zeit der Ernte führt! Vor dem Schwerte der Taube wird sich ein jeder zu seinem Volke wenden und werden alle in ihr Land fliehen. 17Eine zerstreute Herde ist Israel, Löwen verscheuchten es. Zuerst hat es der König von Assur verschlungen und nun zuletzt hat Nabuchodonosor, der König von Babylon, seine Knochen zernagt. 18Darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, also: Siehe, ich will den König von Babylon und sein Land heimsuchen, wie ich den König von Assur heimgesucht habe. 19Und ich will Israel in seine Heimat zurückführen, dass es auf dem Karmel und in Basan weide und sich auf dem Gebirge Ephraim und Galaad sättige. 20In jenen Tagen und zu jener Zeit, spricht der Herr, wird man die Verschuldungen Israels suchen und es wird keine mehr da sein, und die Sünden Judas und es wird sich keine finden; denn ich werde sie denen, die ich übrig lasse, vergeben. 21Ziehe heran wider das Land der Zwingherrn und suche seine Bewohner heim, vertilge und töte hinter ihnen her, spricht der Herr, und tue alles, was ich dir geboten habe. 22Kriegsgetümmel im Lande und große Verheerung! 23Wie ist ihr Hammer der ganzen Erde zerbrochen und zerschlagen, wie ist Babylon unter den Völkern in eine Wüstenei verwandelt! 24Ich habe dir Schlingen gelegt und du hast dich in ihnen gefangen, Babylon! ohne dass du es dich versahest, wurdest du ertappt und ergriffen; denn du hattest den Herrn herausgefordert. 25Der Herr hat seine Rüstkammer geöffnet und die Werkzeuge seines Zornes hervorgeholt, denn der Herr, der Gott der Heerscharen, hat ein Werk im Lande der Chaldäer. 26Kommet heran über das Land, ihr von den äußersten Grenzen, gebet Raum, auf dass sie ausziehen, die es zertreten sollen; räumet die Steine aus dem Wege und sammelt sie in Haufen, mordet es und lasset nichts drin übrig! 27Werfet alle seine Helden nieder, sie müssen hinuntersteigen zur Schlachtbank. Wehe ihnen! Denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung. 28Horch! Flüchtige und Entronnene aus dem Lande Babylon, um in Sion die Rache des Herrn, unseres Gottes, zu verkünden, die Rache für seinen Tempel. 29Rufet gar viele wider Babylon herbei, alle, die den Bogen spannen; stellet euch ringsum daselbst auf, dass niemand entrinne; vergeltet ihm nach seinen Werken, nach allem, was er getan, tuet ihm; denn es hat sich wider den Herrn erhoben, wider den Heiligen Israels! 30Darum sollen seine Jünglinge auf seinen Straßen fallen und alle seine Kriegsleute sollen an jenem Tage verstummen, spricht der Herr. 31Siehe, ich will an dich, du Übermütiger! spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung. 32Nun soll der Hochmütige zu Falle kommen und stürzen und niemand wird ihn aufrichten und ich will Feuer in seinen Städten anzünden, das alles in der Runde verzehren soll. 33So spricht der Herr der Heerscharen: Gewalt leiden die Söhne Israel und die Söhne Juda zumal; alle, die sie gefangen weggeführt, halten sie fest und wollen sie nicht loslassen. 34Doch ihr Erlöser ist stark, Herr der Heerscharen ist sein Name; er wird ihre Sache führen, um das Land in Schrecken zu setzen, zittern zu machen die Bewohner von Babylon. 35Auf, Schwert, über die Chaldäer, spricht der Herr, und über die Bewohner von Babylon und über seine Fürsten und seine Weisen! 36Auf, Schwert, über seine Wahrsager, dass sie zu Toren werden; auf, Schwert, über seine Helden, dass sie verzagen! 37Auf, Schwert, über seine Rosse und über seine Wagen und über alles Volk, das in seiner Mitte ist, dass sie wie Weiber werden; auf, Schwert, über ihre Schätze, dass sie geplündert werden! 38Auf, Trockenheit, über ihre Wasser, dass sie versiegen! Denn ein Land der Götzenbilder ist es und in den Scheusalen suchen sie ihren Ruhm. 39Darum sollen Drachen und Waldteufel darin hausen, Strauße sollen darin wohnen und nimmermehr soll es wieder bewohnt noch wieder aufgebaut werden von Geschlecht zu Geschlecht. 40Wie der Herr Sodoma und Gomorrha und deren Nachbarstädte zerstört hat, spricht der Herr, so wird daselbst niemand wohnen und kein Menschenkind sich aufhalten. 41Siehe, ein Volk kommt von Mitternacht her und ein großes Geschlecht und viele Könige werden sich von den Enden der Erde erheben. 42Bogen und Schild führen sie, sie sind grausam und ohne Erbarmen, ihre Stimme ist wie Meeresbrausen und sie reiten auf Rossen, wie Helden gerüstet zum Kampfe wider dich, Tochter Babylon! 43Es hört der König von Babylon die Kunde von ihnen und es erlahmen ihm die Hände vor Angst, Bangen ergreift ihn, Schmerz, gleich einer Gebärenden. 44Siehe, einem Löwen gleich kommt er herauf aus der Pracht des Jordans zur schönen Feste; denn eilends will ich ihn gegen dieselbe heranziehen lassen, und wer ist der Auserlesene, den ich über dieselbe setzen werde? Denn wer ist mir gleich und wer will mich herausfordern? Und wer ist der Hirt, der vor mir standhielte? 45Darum vernehmet den Ratschluss des Herrn, den er wider Babylon gefasst, und seine Gedanken, die er über das Land der Chaldäer beschlossen: Wahrlich, die Knaben der Herde sollen sie zu Boden werfen, wahrlich, ihre Wohnung soll verwüstet werden mit ihnen! 46Von dem Rufe, dass Babylon eingenommen ist, erzittert die Erde und Wehegeschrei wird unter den Völkern vernommen.
Das Buch Jeremia 51
1So spricht der Herr: Siehe, ich erwecke wider Babylon und wider dessen Bewohner, die ihr Herz gegen mich erhoben, gleichsam todbringenden Wind. 2Und ich will Worfler über Babylon senden, dass sie es worfeln und sein Land verwüsten; ja, sie kommen über dasselbe von allen Seiten am Tage seines Unheils. 3Nicht spanne der Schütze seinen Bogen und der Gepanzerte erhebe sich nicht! Schonet seiner Jünglinge nicht, tötet seine ganze Heeresmacht! 4Da fallen sie erschlagen im Lande der Chaldäer und zum Tode verwundet auf dessen Fluren. 5Denn nicht ward Israel und Juda von seinem Gott, dem Herrn der Heerscharen, als Witwe verlassen, ihr Land aber ist voll von Verschuldung wider den Heiligen Israels. 6Fliehet aus Babylons Mitte und ein jeder rette sein Leben; schweiget nicht zu ihrer Bosheit! denn eine Zeit der Rache ist es für den Herrn, er übt Vergeltung an ihm. 7Ein goldener Becher war Babylon in der Hand des Herrn, der die ganze Erde berauschte; von seinem Weine tranken die Völker und darum rasten sie. 8Plötzlich ist Babylon gefallen und zerschmettert; heulet über dasselbe, holet Balsam für seinen Schmerz, ob es etwa möchte geheilt werden. 9„Wir wollten Babylon heilen, aber es ist nicht heil geworden; so lasset uns es verlassen und ein jeder in sein Land gehen! Denn bis zum Himmel reicht sein Strafgericht und ragt bis zu den Wolken. 10Der Herr hat unsere Gerechtigkeit ans Licht gebracht; kommet, lasset uns in Sion das Werk des Herrn, unsers Gottes, verkünden!“ 11Schärfet die Pfeile, füllet die Köcher! der Herr hat den Geist der Könige der Meder erweckt und wider Babylon steht sein Sinn, es zu verderben; denn Rache des Herrn ist es, Rache für seinen Tempel. 12Gegen Babylons Mauern richtet ein Panier auf, verstärket die Bewachung, stellet Wächter auf, bereitet Hinterhalt! denn der Herr hat es beschlossen und führt aus, was er wider die Bewohner von Babylon geredet hat. 13Die du an großen Wassern wohnst, reich an Schätzen, es ist dein Ende gekommen, das Maß deiner Vernichtung ist voll. 14Der Herr der Heerscharen hat bei sich geschworen: Da ich dich mit Menschen fülle wie mit Heuschrecken, soll man das Kelterlied über dich anstimmen. 15Der die Erde geschaffen durch seine Macht, den Erdkreis gegründet hat durch seine Weisheit und den Himmel ausgespannt in seiner Einsicht. 16Wenn er seinen Donner erschallen lässt, sammeln sich die Wasser unter dem Himmel; er lässt die Wolken vom Ende der Erde aufsteigen, schafft Blitze zum Regen und führt den Wind hervor aus seinen Schatzkammern. 17Alle Menschen sind Toren ohne Weisheit und alle Künstler werden beschämt in ihren geschnitzten Bildern; denn Trug ist, was sie gießen, und es ist kein Atem drin. 18Nichtig sind sie und Werke der Verspottung würdig, zur Zeit ihrer Heimsuchung gehen sie zugrunde. 19Aber nicht gleicht diesen der, welcher Jakobs Anteil ist; denn der Schöpfer des Alls ist er und Israel ist das Zepter seines Erbes, Herr der Heerscharen ist sein Name. 20Ein Zerschmetterer bist du mir von Kriegswaffen und ich werde durch dich Völker zermalmen und durch dich Reiche vernichten; 21ich zermalme durch dich Ross und Reiter, zermalme durch dich den Wagen und seinen Lenker; 22ich zermalme durch dich Mann und Weib, ich zermalme durch dich alt und jung, ich zermalme durch dich Jüngling und Jungfrau; 23ich zermalme durch dich Hirt und Herde, ich zermalme durch dich Ackersmann und Gespann, ich zermalme durch dich Fürsten und Statthalter. 24Und ich will Babylon und allen Bewohnern Chaldäas all das Böse vergelten, das sie vor euern Augen an Sion geübt haben, spricht der Herr. 25Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens! spricht der Herr, der du Verderben bringst über die ganze Erde; ich will meine Hand über dich ausstrecken und dich hinabwälzen von den Felsen und dich zu einem Berge der Verbrennung machen. 26Und nimmer wird man von dir Steine nehmen als Ecksteine und Grundsteine, sondern auf ewig sollst du zerstört sein, spricht der Herr. 27Richtet ein Panier auf auf Erden, stoßet in die Posaune unter den Völkern, weihet die Völker gegen Babylon, rufet wider dasselbe die Könige von Ararat, Menni und Askenez auf, stellet dawider Taphsar auf, lasset Rosse heranziehen wie borstige Heuschrecken! 28Weihet gegen Babylon die Völker, die Könige Mediens, dessen Fürsten und all seine Statthalter und das ganze Land seiner Herrschaft! 29Da erbebt die Erde und zittert, denn es erfüllen sich wider Babylon die Ratschlüsse des Herrn, das Land Babylons wüste und unbewohnt zu machen. 30Abgelassen haben die Helden Babylons zu kämpfen und halten sich still in ihren Schutzwehren, dahin ist ihre Stärke und sie sind zu Weibern geworden, ihre Häuser sind verbrannt, ihre Riegel zerbrochen. 31Ein Läufer begegnet dem andern, ein Bote dem andern, um dem König von Babylon zu verkünden, dass seine Stadt von einem Ende zum andern erobert ist, 32dass die Furten besetzt sind, das Moor mit Feuer ausgebrannt ist und die Kriegsleute in Verwirrung gebracht sind. 33Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Die Tochter Babylon ist wie eine Tenne zur Zeit, wo darauf gedroschen wird; noch kurze Zeit, so kommt die Zeit ihrer Ernte. 34Gefressen, verschlungen hat mich Nabuchodonosor, der König von Babylon, hat aus mir ein leeres Gefäß gemacht, mich verschlungen wie ein Drache, seinen Bauch mit meinen Leckerbissen gefüllt und mich fortgestoßen. 35Dies wider mich begangene Unrecht und mein Fleisch komme über Babylon! spricht die Bewohnerschaft Sions, und mein Blut komme über die Bewohner Chaldäas! Spricht Jerusalem. 36Darum spricht der Herr also: Siehe, ich will deine Sache führen und deine Rahe übernehmen und will ihr Meer zur Wüste machen und ihre Wasserquellen versiegen lassen. 37Und Babylon soll zu einem Trümmerhaufen werden, zur Wohnung der Drachen, zum Gegenstande des Entsetzens und des Zischens, weil es keine Bewohner hat. 38Wie die Löwen brüllen sie allesamt, schütteln die Mähnen wie junge Leuen. 39Wenn sie erhitzt sind, will ich ihnen zu trinken geben und sie berauschen, dass sie betäubt werden und in ewigen Schlaf sinken und nicht mehr wieder aufstehen, spricht der Herr. 40Wie Lämmer werde ich sie zur Schlachtbank führen, wie die Widder samt den Böcken. 41Wie ist doch Sesach erobert und eingenommen der Ruhm der ganzen Erde! Wie ist doch Babylon zum Gegenstand des Entsetzens geworden unter den Völkern! 42Über Babylon ist das Meer heraufgestiegen, von der Menge seiner Fluten ward es bedeckt. 43Seine Städte sind zum Gegenstande des Entsetzens geworden; zum unbewohnten wüsten Lande, zum Lande, in dem niemand wohnt und durch das kein Menschenkind zieht. 44Auch den Bel zu Babylon werde ich heimsuchen und aus seinem Rachen reißen, was er verschlungen hat, und die Völker sollen nicht mehr zu ihm hinströmen und auch die Mauer Babylons wird fallen! 45Ziehet fort aus seiner Mitte, mein Volk! dass ein jeder sein Leben rette vor dem grimmen Zorne des Herrn. 46Und euer Herz werde ja nicht zaghaft, dass ihr euch fürchten solltet vor der Kunde, die sich im Lande verbreitet, wenn in einem Jahre eine Kunde kommt und im andern Jahre eine andere und die Gewalttat im Lande herrscht und ein Herrscher sich gegen den andern erhebt. 47Darum sehet, es kommt die Zeit, da werde ich die Götzen Babylons heimsuchen und sein ganzes Land wir zuschanden werden und alle seine Erschlagenen werden in seiner Mitte fallen. 48Dann werden über Babylon Himmel und Erde und alles, was drin ist, frohlocken; denn von Mitternacht her brechen über sie Verwüster herein, spricht der Herr. 49Und wie Babylon Ursache war, dass in Israel Erschlagene fielen, so sollen auch Erschlagene von Babylon im ganzen Lande fallen. 50Ihr dem Schwerte Entronnenen, ziehet hin, bleibet nicht stehen! Gedenket aus der Ferne des Herrn und Jerusalem sei eures Herzens Anliegen! 51Wir wurden beschämt, denn wir vernahmen Schimpf, Schmach bedeckte unser Angesicht, denn Fremde sind über das Heiligtum des Hauses des Herrn gekommen. 52Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da ich seine Götzenbilder heimsuchen werde und in seinem ganzen Lande sollen Verwundete stöhnen. 53Wenn auch Babylon gen Himmel emporstiege und seine Macht hoch oben befestigte, so kämen doch von mir Verwüster über dasselbe, spricht der Herr. 54Horch, Klagegeschrei von Babylon her und große Zerschmetterung aus dem Lande der Chaldäer, 55denn der Herr verwüstet Babylon und tilgt aus ihm das laute Getöse; es brausen seine Fluten großen Wassers gleich, laut hallt das Getöse ihres Rufens; 56denn es kommt über dasselbe, das ist über Babylon, der Verwüster und gefangen werden seine Helden und deren Bogen werden kraftlos; denn ein mächtiger Rächer ist der Herr, der sicherlich Vergeltung üben wird. 57Und ich werde ihre Fürsten trunken machen und ihre Weisen und ihre Statthalter und ihre Vornehmen und ihre Helden, dass sie in ewigen Schlaf sinken und nicht mehr wiedererwachen, spricht der König, Herr der Heerscharen ist sein Name. 58So spricht der Herr der Heerscharen: Die Mauer Babylons, die sehr weite, soll geschleift werden, ihre hohen Tore sollen in Brand gesteckt werden; Völker haben sich für nichts gemüht, die Mühe von Nationen geht in Feuer auf. 59Wort, welches der Prophet Jeremias dem Sarajas, dem Sohne Nerias, des Sohnes Maasias, gebot, als er mit dem Könige Sedekias nach Babylon zog im vierten Jahre der Herrschaft desselben; Sarajas aber war das Haupt der Gesandtschaft. 60Jeremias schrieb alles Unheil, das über Babylon kommen sollte, in ein Buch, alle diese Worte, welche gegen Babylon geschrieben sind. 61Und Jeremias sprach zu Sarajas: Wenn du nach Babylon kommst, so habe acht und lies alle diese Worte 62und sprich: Herr! du hast wider diesen Ort gedroht, ihn zu vertilgen, so dass kein Bewohner mehr darin sein soll, weder Mensch noch Vieh, und dass er auf ewig eine Wüstenei werde. 63Und wenn du dieses Buch zu Ende gelesen, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat 64und sprich: So wird Babylon versinken und nicht wieder emporkommen aus dem Unheil, das ich über dasselbe bringe, und es soll untergehen! Bis hierher die Worte Jeremias.
Das Buch Jeremia 52
1Einundzwanzig Jahre war Sedekias alt, als er König ward, und elf Jahre herrschte er in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Amital, einer Tochter Jeremias von Lobna. 2Er tat, was böse war in den Augen des Herrn, ganz wie es Joakim getan hatte. 3Denn der Herr war wider Jerusalem und wider Juda erzürnt, bis er sie von seinem Angesichte verwarf, und Sedekias fiel von dem Könige von Babylon ab. 4Da begab es sich im neunten Jahre seiner Herrschaft, im zehnten Monat, am zehnten des Monats, dass Nabuchodonosor, der König von Babylon, mit seinem ganzen Heere wider Jerusalem heranrückte und die Stadt belagerte und einen Wall gegen sie ringsum baute. 5So wurde die Stadt bis in das elfte Jahr des Königs Sedekias belagert. 6Im vierten Monat aber, am neunten des Monats, nahm die Hungersnot überhand in der Stadt und das Volk des Landes fand kein Brot mehr. 7Da ward die Stadt erbrochen und alle ihre Kriegsleute flohen und zogen des Nachts aus der Stadt durch den Torweg, der zwischen den beiden Mauern zum Garten des Königs führt (während die Chaldäer rings um die Stadt lagen), und zogen weiter in der Richtung zur Wüste hin. 8Doch eine Heeresabteilung der Chaldäer setzte dem Könige nach; diese erreichten Sedekias in der Wüste, die bei Jericho liegt, und alle seine Begleiter zerstreuten sich und verließen ihn. 9Als sie nun den König gefangen genommen hatten, führten sie ihn vor den König von Babylon nach Reblatha, in der Landschaft Emath, und dieser sprach das Urteil über ihn. 10So ließ der König von Babylon denn die Söhne Sedekias vor dessen Augen töten und ebenso ließ er alle Fürsten von Juda in Reblatha töten. 11Alsdann ließ der König von Babylon Sedekias blenden und in Ketten werfen und führte ihn nach Babylon und setzte ihn ins Gefängnis bis zum Tage seines Todes. 12Im fünften Monat aber, am zehnten des Monats, es war das neunzehnte Jahr Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, kam Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, der des Königs von Babylon vertrautester Diener war, nach Jerusalem 13und brannte das Haus des Herrn und das Haus des Königs und alle Häuser von Jerusalem nieder und legte Feuer an alle großen Häuser. 14Die ganze Mauer rings um Jerusalem riss das gesamte Heer der Chaldäer nieder, das bei dem Anführer der Leibwache war. 15Einige von den Armen des Volkes aber und von dem übrigen Volke, das in der Stadt zurückgeblieben war, und von den Flüchtlingen, die zum Könige von Babylon übergegangen waren, und den Rest der Volksmenge führte Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, gefangen hinweg. 16Doch von den Ärmsten des Landes ließ Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, einige als Winzer und Ackerleute zurück. 17Auch zerbrachen die Chaldäer die ehernen Säulen, welche am Hause des Herrn waren, und die Gestelle und das eherne Meer, das im Hause des Herrn war, und führten alles Erz davon weg nach Babylon. 18Die Töpfe und die Schaufeln, die Musikinstrumente, die Schalen und Mörser und alle ehernen Gefäße, die im Gottesdienste gebraucht wurden, nahmen sie; 19dazu die Krüge, Weihrauchfässer, Kannen und Becken und Leuchter und Mörser und Becher, alles, was nur von Gold und Silber war, nahm der Anführer der Leibwache weg; 20auch die zwei Säulen, das eine Meer und die zwölf ehernen Rinder, welche darunter waren, samt den Gestellen, welche der König Salomon für das Haus des Herrn gemacht; das Erz aller dieser Gefäße war nicht zu wägen. 21Jede der Säulen aber war achtzehn Ellen hoch, ein Faden von zwölf Ellen umspannte sie und ihre Dicke war vier Finger, inwendig aber war sie hohl. 22Ein Knauf von Erz war auf jeder, fünf Ellen hoch, und Netzwerk und Granatäpfel waren am Kranze ringsum, alles war von Erz; und ebenso war es an der anderen Säule und ihren Granatäpfeln. 23Der Granatäpfel, die herabhingen, waren sechsundneunzig, aller Granatäpfel waren hundert an dem Netzwerk ringsum. 24Und der Anführer der Leibwache nahm Sarajas, den obersten Priester, und Sophonias, den zweiten Priester, und die drei Türhüter. 25dazu nahm er aus der Stadt einen Kämmerer, der über die Kriegsleute gesetzt war, und sieben Männer von denen, welche des Königs nächste Diener waren und in der Stadt betroffen wurden, und den obersten Schreiber des Heeres, der die jungen Krieger prüfte, und sechzig Männer von der Landesbevölkerung, die in der Stadt betroffen wurden; 26diese nahm Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, und führte sie zu dem Könige von Babylon nach Reblatha. 27Der König von Babylon aber erschlug sie und tötete sie zu Reblatha im Lande Emath und Juda ward aus seinem Lande weggeführt. 28Dies ist das Volk, welches Nabuchodonosor weggeführt: Im siebenten Jahre dreitausend und dreiundzwanzig Juden, 29im achtzehnten Jahre Nabuchodonosors aus Jerusalem achthundert zweiunddreißig Seelen; 30im dreiundzwanzigsten Jahre Nabuchodonosors führte Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, siebenhundert fünfundvierzig Juden hinweg; in allem also viertausend sechshundert Seelen. 31Und es geschah im siebenunddreißigsten Jahre nach der Wegführung Joachins, des Königs von Juda, im zwölften Monate, am fünfundzwanzigsten des Monats, erhob Evilmerodach, der König von Babylon, im ersten Jahre seiner Herrschaft das Haupt Joachins, des Königs von Juda, führte ihn aus dem Gefängnis heraus, 32redete freundlich mit ihm und setzte seinen Stuhl über die Stühle der Könige, welche bei ihm in Babylon waren. 33Und er ließ ihn seine Gefängniskleider ablegen und jener aß vor ihm beständig alle Tage seines Lebens. 34Und sein Unterhalt, der beständige Lebensunterhalt, ward ihm vom König von Babylon gegeben, für jeden Tag festgesetzt, bis zum Tage seines Todes, alle Tage seines Lebens.