Bibel in einem Jahr · Tag 278 von 365

Jes 31–33 · 2 Tim 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 31

1Wehe denen, die nach Ägypten um Hilfe hinabziehen, die auf Rosse ihre Hoffnung setzen und auf Wagen ihr Vertrauen, dass ihrer viele sind, auf Reiter, dass sie sehr stark sind; und die nicht auf den Heiligen Israels ihr Vertrauen setzen und den Herrn nicht suchen. 2Und doch ist er weise, er lässt Unglück herbeikommen und lässt seine Worte nicht unwirksam bleiben; er wird sich wider das Haus der Frevler erheben und wider die Hilfe der Übeltäter. 3Ägypten ist ein Mensch und nicht Gott und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist; der Herr wird mit seiner Hand winken und zusammen stürzt der Helfer und der, dem Hilfe geleistet wird, fällt und alle kommen zumal um. 4Denn so spricht der Herr zu mir: Wie wenn der Löwe, der junge Löwe, brüllt über seiner Beute und es kommt eine Schar von Hirten gegen ihn, so fürchtet er sich nicht vor ihrem Geschrei und bebt nicht vor ihrer Menge: so wird der Herr der Heerscharen niedersteigen, um auf dem Berge Sion und auf dessen Hügel zu kämpfen. 5Wie flatternde Vögel, so wird der Herr der Heerscharen Jerusalem schützen, schirmend, befreiend, schonend und rettend. 6Kehret um, wie ihr tief abgewichen seid, Söhne Israels. 7Denn an jenem Tage wird jedermann seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen wegwerfen, die euch eure Hände zur Sünde gemacht haben, 8und Assur wird fallen, aber nicht durch Mannesschwert, nicht das Schwert von Menschen wird ihn verschlingen, nicht vor der Schärfe des Schwertes wird er fliehen; und seine Jünglinge werden dienstbar werden. 9seine Stärke wird vor Schrecken vergehen und seine flüchtigen Fürsten werden beben, spricht der Herr, dessen Feuer in Sion ist, dessen Glutofen in Jerusalem.

Das Buch Jesaja 32

1Siehe, in Gerechtigkeit wird der König herrschen und die Fürsten werden nach dem Rechten gebieten. 2Ein jeder wird sein wie ein vor dem Winde Geborgener, wie ein vor dem Sturme Geschützter, wie Wasserbäche bei der Dürre, wie der Schatten eines überhängenden Felsens in der Wüste. 3Nicht werden die Augen der Sehenden im Dunkel sein und das Ohr der Hörenden wird sorgfältig aufhorchen. 4Der Toren Herz wird Einsicht erkennen und der Stammler Zunge hurtig und deutlich reden. 5Nicht mehr wird der Tor Fürst genannt noch der Arglistige mehr ein Vornehmer genannt werden; 6denn ein Tor redet Törichtes und sein Herz verübt Frevel, Heuchelei zu vollführen und gegen den Herrn trüglich zu reden, die Seele des Hungernden darben zu lassen und dem Durstigen den Trank zu rauben. 7Des Arglistigen Listen sind sehr böse, denn sein Sinnen geht darauf, die Sanftmütigen durch Lügenreden zugrunde zu richten, auch wenn der Arme sein Recht darlegt. 8Aber der Fürst wird auf das denken, was eines Fürsten würdig ist, und er wird über den Führern stehen. 9Ihr vornehmen Frauen, auf und höret meine Stimme! Ihr sorglosen Töchter, vernehmet meine Rede! 10Den nach Jahr und Tag werdet ihr, sorglos Vertrauende, geängstigt werden, weil die Weinlese vernichtet ist, keine Lese mehr kommen wird. 11Erschrecket, ihr vornehmen Frauen, werdet besorgt, ihr Sorglosen; leget den Schmuck ab und werdet schamrot, umgürtet eure Lenden! 12Schlaget an eure Brust ob der lieblichen Landschaft, ob des fruchtbaren Weinberges! 13Auf dem Boden meines Volkes werden Dornen und Disteln aufgehen, wie viel mehr noch auf allen Häusern der aufjauchzenden Stadt. 14Denn die Paläste werden verlassen sein, die volkreichen Städte öde; dichteste Finsternis lagert sich über die Höhlen auf immer, eine Freude für die Waldesel, eine Weide der Herden, 15bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird. Dann wird die Wüste zum Karmel und der Karmel wird dem Walde gleich geachtet. 16Und in der Wüste wird das Recht wohnen und die Gerechtigkeit wird auf dem Karmel thronen. 17Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, die Frucht der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit immerdar. 18Dann wird mein Volk in der Lieblichkeit des Friedens, in sicheren Wohnstätten, in reichgesegneter Ruhe wohnen. 19Aber Hagel beim Niederstürzen des Waldes und in Niedrigkeit wird die Stadt dahinsinken. 20Glückselig ihr, die ihr an allen Gewässern säet und die Füße der Rinder und Esel frei dahingehen lasset!

Das Buch Jesaja 33

1Wehe dir, du Räuber! Wirst nicht auch du beraubt werden? Du Verächter! Wirst du nicht auch selbst verachtet werden? Wenn du deinen Raub vollendet, so wirst du beraubt werden; wenn du, müde geworden, vom Verhöhnen ablassen wirst, wirst du verhöhnt werden. 2Herr! erbarme dich unser, denn auf dich harren wir; sei unser Arm früh morgens und unser Heil zur Zeit der Drangsal. 3Vor der Stimme des Engels fliehen die Völker; wenn du dich erhebst, zerstreuen sich die Nationen. 4Und eure Beute wird gesammelt werden, wie man Heuschrecken sammelt, wie wenn die Gräben mit ihnen angefüllt wären. 5Erhöht ist der Herr, denn er wohnt in der Höhe, er hat Sion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. 6Und es wird Treue herrschen zu deiner Zeit, Schätze des Heils, der Weisheit und Erkenntnis; die Furcht des Herrn, dies ist kein Schatz. 7Siehe, die Sehenden jammern draußen, die Friedensboten weinen bitterlich. 8Öde liegen die Straßen, der Wanderer zieht nicht mehr des Weges; man bricht den Bund, er hat die Städte niedergeworfen, der Menschen nicht geachtet. 9Es trauert und schmachtet das Land dahin, beschämt steht der Libanon da und ist befleckt, der Saron ist wie eine Wüste geworden und Basan und Karmel sind entlaubt. 10Nun werde ich aufstehen, spricht der Herr, nun mich erheben, nun mich aufrichten! 11Glut werdet ihr empfangen und Stoppeln gebären, euer Grimm wird euch wie Feuer vertilgen. 12Und die Völker werden der Asche nach dem Brande gleich sein, wie Dornen für das Feuer zusammengeschichtet, verbrannt werden. 13Höret ihr, die ihr fern seid, was ich getan habe; erkennet, ihr Nahen, meine Stärke! 14Bestürzt sind die Sünder in Sion, Zittern erfasst die Heuchler: "Wer wird von euch mit dem verzehrenden Feuer zusammenwohnen können, wer von euch zusammenwohnen mit ewigen Gluten?“ 15Wer in Gerechtigkeit wandelt und Wahrheit redet, wer Gewinn aus Bedrückung verschmäht und wessen Hand alle Bestechung fernhält, wer sein Ohr verstopft, um von Bluttat nicht zu hören, und seine Augen schließt, um nichts Böses zu sehen, 16der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten werden seine Hochburg sein; Brot ist ihm gegeben und seine Wasser sind unversieglich. 17Den König in seiner Herrlichkeit werden seine Augen sehen und das Land weithin schauen. 18Dein Herz wird die Schreckenszeit erwägen. Wo ist nun der Weise, wo der Ausleger der Worte des Gesetzes, wo der Lehrer der Kleinen? 19Das schamlose Volk siehst du nicht mehr, das Volk von dunkler Rede, so dass du dessen wortreiche Zunge nicht verstehen kannst, das keine Weisheit besitzt. 20Blicke auf Sion, die Stadt unserer Festfeier! Deine Augen werden Jerusalem schauen als eine reiche Wohnung, als ein Zelt, das nimmermehr abgebrochen werden kann, dessen Pflöcke in Ewigkeit nicht herausgenommen werden, von essen Seilen keines reißt. 21Denn dort allein verherrlicht sich unser Herr, eine Stätte der Flüsse, da sind sehr breite und weite Ströme, kein Ruderschiff durchschneidet sie und kein großes Kriegsschiff fährt durch dieselben hin. 22Denn der Herr ist unser Richter, der Herr unser Gesetzgeber, der Herr unser König, er wir uns erretten. 23Schlaff hängen deine Taue und halten nicht stand, so dass du an deinem Mastbaume die Flagge nicht ausbreiten kannst; dann teilt man Beute in Menge, selbst Lahme machen Beute. 24Und kein Nachbar sagt: Ich bin schwach! Von dem Volke, das darin wohnt, wird die Schuld hinweggenommen.

Neues Testament

2. Timotheusbrief 2

1Du also, mein Sohn! erstarke in der Gnade, die in Christus Jesus ist; 2und was du von mir vernommen hast durch viele Zeugen, das vertraue zuverlässigen Menschen an, welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren. 3Leide als ein guter Kriegsmann Christi Jesu. 4Kein Streiter Gottes verwickelt sich in weltliche Geschäfte, damit er dem gefalle, dem er sich verpflichtet hat. 5Denn auch wer im Wettkampfe streitet, wird nicht gekrönt, wenn er nicht ordnungsgemäß gekämpft hat. 6Der arbeitende Ackersmann soll zuerst von den Früchten genießen. 7Verstehe wohl, was ich sage; denn der Herr wird dir in allen Dingen Einsicht geben. 8Sei eingedenk, dass der Herr Jesus Christus, entsprossen aus dem Samen Davids, auferstanden ist von den Toten, und meinem Evangelium, 9dessentwegen ich leide bis zu Fesseln, wie ein Übeltäter; doch das Wort Gottes ist nicht gefesselt. 10Deshalb ertrage ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie das Heil, das in Christus Jesus ist, mit der himmlischen Herrlichkeit erlangen. 11Zuverlässig ist das Wort; denn wenn wir mit ihm gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; 12wenn wir duldend ausharren, werden wir auch mitherrschen; wenn wir ihn verleugnen, so wird auch er uns verleugnen; 13Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich nicht selbst verleugnen. 14Dieses bringe in Erinnerung, Zeugnis ablegend vor dem Herrn. Lass dich nicht in Wortgezank ein; denn es nützet zu nichts, als zur Verkehrung der Hörenden. 15Sei eifrig bemüht, dich selbst Gott bewährt zu erweisen als einen Arbeiter, der keine Scheu kennt, der das Wort der Wahrheit recht behandelt. 16Unheilige und leere Schwätzereien hingegen meide; denn sie schreiten zu immer größerer Gottlosigkeit fort, 17und ihr Gerede frißt um sich wie der Krebs. Zu diesen gehören Hymenäus und Philetus, 18welche von der Wahrheit abgefallen sind, indem sie sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und die so den Glauben mancher zerstört haben. 19Jedoch der feste Grundbau Gottes steht unerschüttert und hat dies als Siegel: Es kennt der Herr die, welche sein sind, und: Es stehe ab von Ungerechtigkeit ein jeder, der den Namen des Herrn nennt! 20In einem großen Hause sind aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene; und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. 21Wenn nun jemand sich rein hält von diesen, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und brauchbar für den Herrn, zu jedem guten Werke geschickt. 22Die jugendlichen Gelüste aber fliehe; strebe dagegen nach Gerechtigkeit, Glaube, Hoffnung, Liebe und Friede mit denen, welche den Herrn aus reinem Herzen anrufen. 23Die törichten und zur Lehre nicht gehörigen Fragen aber meide, da du weißt, dass sie Streitigkeiten erzeugen. 24Ein Diener des Herrn aber soll nicht streiten, sondern sanftmütig sein gegen alle, fähig zu lehren, duldsam, 25mit Milde die zurechtweisend, welche der Wahrheit widerstreben; ob Gott ihnen etwa Sinnesänderung verleiht zur Erkenntnis der Wahrheit, 26und sie wieder zu sich kommen aus den Schlingen des Teufels, von welchen sie gefangen gehalten werden zu seinem Willen.