Bibel in einem Jahr · Tag 264 von 365

Sir 41–43 · 2 Thess 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesus Sirach 41

1O Tod! Wie bitter ist die Erinnerung an dich für einen Menschen, der seinen Frieden in seinem Reichtume findet; 2für einen sorgenfreien Mann, dem es wohl geht in allen Dingen und der noch imstande ist, Speise zu sich zu nehmen! 3O Tod! Gut ist dein Urteilsspruch für den Armen und für den, dessen Kräfte abnehmen; 4für den Altersschwachen und für den, der überall in Sorgen verwickelt ist, für den Verzagten, der die Geduld verliert! 5Fürchte nicht den Urteilsspruch des Todes! Denke an das, was vor dir gewesen und was nach dir kommen wird; dies ist der Urteilsspruch vom Herrn über alles Lebende. 6Und was kann anders über dich kommen als was dem Allerhöchsten wohlgefällig ist? Seien es zehn oder hundert oder tausend Jahre: 7im Totenreich rechtet man ja nicht über die Lebensdauer. 8Verabscheuungswert werden die Kinder der Sünder sowie auch die, welche mit den Familien der Gottlosen Umgang haben. 9Das Erbe der Kinder der Sünder geht zugrunde und ihren Nachkommen haftet ewige Schande an. 10Über einen gottlosen Vater klagen die Kinder, denn um seinetwillen sind sie mit Schmach belastet. 11Wehe euch, ihr gottlosen Menschen! Die ihr das Gesetz des Herrn, des Allerhöchsten, verlassen habt. 12Wie ihr geboren seid, geboren zum Fluche, so wird, wenn ihr gestorben seid, Fluch euer Anteil sein. 13Alles, was aus Erde ist, kehrt wieder zur Erde zurück; so kommen auch die Gottlosen aus dem Fluche ins Verderben. 14Der Menschen Trauer gilt ihrem Leibe, doch der Name der Gottlosen wird ausgetilgt. 15Trage Sorge für deinen guten Namen, denn dieser verbleibt dir länger als tausend kostbare und große Schätze. 16Die Tage eines guten Lebens haben ihre Zahl, aber ein guter Name währt in Ewigkeit. 17Kinder! Bewahret die Zucht in Frieden, denn verborgene Weisheit und ein versteckter Schatz welchen Nutzen haben beide? 18Besser ist ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als ein Mensch, der seine Weisheit geheimhält. 19Darum schämet euch dessen, was jetzt mein Mund aussprechen wird. 20Denn nicht ist es gut, über alles Scham zu haben und nicht alles gefällt allen wohl in Wahrheit. 21Schämet euch vor Vater und Mutter der Unzucht und vor Fürsten und Mächtigen der Lüge, 22der Vergehung vor Herrschern und Richtern, vor der Volksversammlung und dem Volke der Gesetzesübertretung; 23vor dem Genossen und Freunde der Ungerechtigkeit; vor dem Orte, an dem du wohnst, 24des Diebstahls, um der Wahrhaftigkeit Gottes und seines Bundes willen; des Stemmens des Armes auf das Brot, des Verlustes deines guten Rufes bei Ausgaben und Einnahmen, 25auch stillzuschweigen, wenn man dich grüßt; nach einer Buhlerin zu schauen oder deinen Blick vom Verwandten wegzuwenden. 26Wende dein Angesicht nicht von deinem Nächsten ab und schäme dich, etwas zu nehmen, ohne es wieder zu erstatten. 27Blicke nicht nach dem Weibe eines anderen Mannes, sei nicht zu vertraulich mit seiner Magd und nähere dich nicht ihrem Bette. 28Schäme dich vor Freunden über Schmähreden. Hast du etwas geschenkt, so rücke es nicht vor.

Das Buch Jesus Sirach 42

1Erzähle nicht weiter, was du gehört hast, und offenbare nicht Geheimnisse; so wirst du wahrlich nicht zuschanden werden, sondern bei allen Menschen Gunst finden. Aller dieser Dinge schäme dich nicht und sündige nicht aus Rücksicht auf irgend jemand. 2Schäme dich nicht des Gesetzes des Allerhöchsten und seines Bundes, nicht des Urteils, durch das du zu dem Gottlosen Recht sprichst; 3nicht der Rede mit Genossen und Wanderern, nicht der Herausgabe des Erbes, das Freunden gehört; 4nicht der Genauigkeit in Waage und Gewicht, nicht des Erwerbes von viel oder wenig, 5nicht der Rücksicht bei Kauf und Verkauf, nicht strenger Kinderzucht und blutiger Züchtigung eines boshaften Knechtes. 6Bei einem bösen Weibe ist ein Siegel gut. 7Wo viele Hände sind, da schließ zu. Was du herausgibst, zähle und wäge und schreibe alles auf, was du ausgibst und einnimmst. 8Schäme dich nicht der Zurechtweisung eines unverständigen und törichten Menschen und solcher Hochbetagten, welche sich mit Jünglingen in Streit einlassen, so wirst du in allen Dingen wohlerzogen sein und bei allen Menschen Beifall finden. 9Eine Tochter verursacht dem Vater stille Sorge und die Kümmernis um sie raubt ihm den Schlaf, dass sie in ihrer Jugend nicht etwa verblühe, und wenn sie einem Manne gegeben war, ihm nicht verhasst werde; 10dass sie in ihrer Jungfrauschaft nicht entehrt und im Vaterhause schwanger erfunden werde; dass sie sich, wenn sie mit einem Manne verbunden ist, nicht vergehe oder doch unfruchtbar bleibe. 11Über eine zuchtlose Tochter wache sorgfältig, dass sie dich nicht zum Gespötte deiner Feinde, zur Nachrede in der Stadt und zur Verlästerung bei dem Volke mache und dich vor der großen Menge des Volkes in Schanden bringe. 12Schau auf keines Menschen Schönheit und weile nicht gern in der Gesellschaft von Frauen, 13denn aus den Kleidern kommt die Motte und vom Weibe kommt die Sünde des Mannes. 14Besser ist die Strenge, die man von einem Manne erfährt, als ein liebkosendes Weib und ein Weib, das Schmach und Schande bringt. 15Gedenken will ich nun der Werke des Herrn und verkünden, was ich gesehen. Durch das Wort des Herrn sind seine Werke geworden. 16Die Sonne schaut leuchtend auf alles und was der Herr geschaffen, ist voll seiner Herrlichkeit. 17Hat nicht der Herr durch seine Heiligen alle seine Wunder verkünden lassen, die der allmächtige Herr mit Macht gewirkt, damit sie beständen, um seine Herrlichkeit zu bewähren? 18Den Abgrund und der Menschen Herz erforscht er und durchdringt ihre Anschläge. 19Denn der Herr kennt alles Wissen und durchschaut die Wahrzeichen der Zukunft. Das Vergangene und das Zukünftige macht er kund und enthüllt die Spuren der verborgensten Dinge. 20Ihm entgeht kein Gedanke und nicht ein Wort bleibt ihm verborgen. 21Die großen Werke seiner Weisheit hat er wohl geordnet, er, der von Ewigkeit zu Ewigkeit ist und nicht zunimmt, 22nicht abnimmt und niemandes Rat bedarf. 23Wie herrlich sind alle seine Werke, obgleich nur ein Funken ist, was man davon erkennen kann! 24All dies lebt und währt immerfort und alles gehorcht ihm nach der jedem bestimmten Ordnung. 25Alles ist zweifach, eines der Gegensatz des andern, und nichts lässt er untergehen, was er geschaffen. 26Er erhält in jedem, was gut ist. Und wer mag sich satt schauen an seiner Herrlichkeit?

Das Buch Jesus Sirach 43

1Das Himmelsgewölbe in der Höhe ist sein Prachtwerk, die Schönheit des Himmels eine Kundgebung seiner Herrlichkeit. 2Die Sonne verkündet ihn bei ihrem Aufgange durch ihr Erscheinen als ein wunderbares Gebilde, ein Werk des Allerhöchsten. 3Am Mittage brennt sie auf die Erde hernieder und wer kann ihre Glut ertragen? Man unterhält den Ofen zur Arbeit in der Glut, 4aber dreimal stärker brennt die Sonne auf die Berge; sie sendet glühende Strahlen aus und blendet mit ihren leuchtenden Strahlen die Augen. 5Groß ist der Herr, der sie erschaffen, und nach seinem Geheiße durcheilt sie ihre Bahn. 6Auch der Mond erscheint in allem zu seiner Zeit, bestimmt die Zeit und ist ein Zeichen in Zukunft. 7Nach dem Monde bestimmt man die Festtage; er ist ein Licht, das abnimmt, wenn es voll war. 8Der Monat ist nach seinem Namen genannt, er wächst wunderbar, bis zur Fülle. 9Als Gezelt der Heerscharen ist er in der Höhe, am Himmelsgewölbe strahlt er herrlich. 10Die Schönheit des Himmels ist der Gestirne Pracht, der Herr erleuchtet die Welt in der Höhe. 11Auf das Wort des Heiligen stehen sie in gebührender Ordnung und werden nicht müde bei ihren Wachen. 12Siehe den Regenbogen an und preise den, welcher ihn gemacht hat; gar prachtvoll ist er in seinem Glanze. 13Er umzieht den Himmel in herrlichem Umkreise, die Hände des Allerhöchsten haben ihn ausgespannt. 14Auf seinen Befehl eilt schnell der Schnee herbei und schnell lässt er die Blitze seines Gerichtes kommen. 15Darum öffnen sich die Vorratskammern und Wolken fliegen wie Vögel heraus. 16Durch seine Kraft verdichtet er die Wolken und Hagelsteine fallen zermalmt herab. 17Vor seinem Erscheinen beben die Berge und auf seinen Willen weht der Südwind. 18Der Schall seines Donners erschüttert die Erde, des Nordens Sturm und des Windes Wirbel. 19Wie die Vögel herabfliegen, sich niederzusetzen, so streut er Schnee; und wie die Heuschrecken sich niederlassen, so fällt dieser herab. 20Die Schönheit seines Glanzes bewundert das Auge und über sein Niederkommen staunt das Herz. 21Er schüttet Reif über die Erde wie Salz, und wenn dieser gefriert, wird er wie Stacheln des Dornbusches. 22Wenn der kalte Nordwind weht, friert das Wasser zu Kristall; er lässt sich auf alle Ansammlungen von Wassern nieder und die Wasser bedecken sich wie mit einem Harnisch. 23Er verzehrt die Berge, glüht die Wüste aus und vertilgt das Grün wie mit Feuer. 24Alsbald kommt ein Nebel daher und heilt alles wieder und Tau kommt und erfrischt nach der Glut und nimmt jenem die Gewalt. 25Auf Sein Wort schweigt der Sturm und durch seinen Willen stillt er die Meerestiefe und der Herr pflanzte Inseln in dieselbe. 26Die das Meer befahren, mögen von den Gefahren desselben erzählen, dass wir, wenn wir es vernehmen, und verwundern. 27Daselbst sind herrliche und wunderbare Geschöpfe, allerlei Gattungen von Tieren, von allerlei Getier, und ungeheuerliche Wesen. 28Durch Ihn wird das Ziel der Reise sicher festgestellt und durch sein Wort ist alles geordnet. 29Mögen wir auch viel sagen, so mangeln uns doch die Worte; doch unserer Reden Schluss ist: Er ist in allen Dingen! 30Wenn wir ihn rühmen, was vermögen wir? Denn er ist der Allmächtige, erhaben über alle seine Werke. 31Der Herr ist furchtbar und überaus erhaben und wunderbar ist seine Macht. 32Erhebet den Herrn mit Lobpreis, soviel ihr vermöget, er ist doch noch höher und wunderbar ist seine Herrlichkeit. 33Preiset den Herrn, erhebet ihn, soviel ihr könnt, denn er ist erhaben über alles Lob. 34Erhebet ihn und nehmet alle eure Kraft zusammen; bemühet euch nicht, denn ihr werdet ihn nicht erreichen. 35Wer hat ihn gesehen, so dass er ihn beschreiben könnte? Und wer kann ihn so erhaben preisen, wie er von Anbeginn ist? 36Vieles, was verborgen ist, ist noch größer als dies; denn nur weniges von seinen Werken sehen wir. 37Alles aber hat der Herr geschaffen und denen, die gottselig leben, hat er Weisheit verliehen.

Neues Testament

2. Thessalonicherbrief 1

1Paulus und Silvanus und Timotheus an die Gemeinde der Thessalonicher in Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. 2Gnade euch und Friede von Gott unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 3Danksagen müssen wir Gott allezeit euretwegen, Brüder! wie es sich gebührt, weil euer Glaube über die Maßen zunimmt, und euer aller gegenseitige Liebe sich überaus mehrt; 4so dass auch wir selbst uns eurer vor den Gemeinden Gottes rühmen, wegen eurer Geduld und eurer Treue selbst unter allen euren Verfolgungen und den Drangsalen, die ihr ertraget, 5zum Erweise des gerechten Gerichtes Gottes, so dass ihr würdig erachtet werdet des Reiches Gottes, für welches ihr ja auch leidet; 6wenn es anders gerecht ist vor Gott, dass er denjenigen, welche euch in Bedrängnis versetzen, mit Bedrängnis vergelte, 7und euch, den Bedrängten, Ruhe verleihe zugleich mit uns, wenn sich der Herr Jesus vom Himmel herab offenbaren wird mit den Engeln seiner Macht 8in Feuerflammen, wenn er Vergeltung üben wird an denen, welche Gott nicht kennen, und die dem Evangelium unsers Herrn Jesus Christus nicht gehorchen, 9welche ewige Strafe erdulden werden im Verderben, hinweg von dem Angesichte des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Macht, 10wenn er kommen wird, herrlich und wunderbar zu erscheinen in seinen Heiligen, in allen, welche gläubig geworden, - denn unser Zeugnis an euch hat Glauben gefunden, - an jenem Tage. 11Darum beten wir auch immerdar für euch, dass unser Gott euch seiner Berufung würdigen, und alles ihm wohlgefällige Gute und das Werk des Glaubens in Kraft zur Vollendung bringen wolle, 12damit der Name unsers Herrn Jesus Christus verherrlicht werde in euch, und ihr in ihm, nach der Gnade unsers Gottes und des Herrn Jesus Christus.