Bibel in einem Jahr · Tag 215 von 365

Ps 117–119 · 2 Kor 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 117

1Alleluja! Preiset den Herrn, denn er ist gütig; in Ewigkeit währt seine Gnade! 2Es sage also Israel: Er ist gütig, in Ewigkeit währt seine Gnade! 3Es sage also das Haus Aaron: In Ewigkeit währt seine Gnade! 4Es mögen also alle, die den Herrn fürchten, sagen: In Ewigkeit währt seine Gnade! 5Aus der Trübsal rief ich zu dem Herrn und der Herr erhörte mich und stellte mich auf freien Raum. 6Der Herr ist mein Helfer, ich fürchte nichts, was könnte mir ein Mensch tun? 7Der Herr ist mein Helfer, ich werde auf meine Feinde herabschauen. 8Besser ist es, auf den Herrn zu vertrauen als sich auf Menschen zu verlassen. 9Besser ist es, auf den Herrn zu hoffen als auf Fürsten seine Hoffnung zu setzen. 10Alle Völker umgaben mich, aber im Namen des Herrn räche ich mich an ihnen. 11Sie schlossen mich ringsum ein, aber im Namen des Herrn räche ich mich an ihnen. 12Sie umschwärmten mich wie Bienen und loderten auf wie Feuer in Dornen; aber im Namen des Herrn räche ich mich an ihnen. 13Ich ward gestoßen und ward ins Wanken gebracht, dass ich niederstürzen sollte, aber der Herr half mir. 14Der Herr ist meine Stärke und mein Lob, denn er ward mir zum Heile. 15Rufe des Jubels und des Heiles ertönen in den Hütten der Gerechten. 16Die Rechte des Herrn hat große Taten verrichtet, die Rechte des Herrn hat mich erhöht, die Rechte des Herrn hat große Taten verrichtet. 17Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn verkünden. 18Schwer hat mich der Herr gezüchtigt, aber hat mich dem Tode nicht preisgegeben. 19Machet mir auf die Pforten der Gerechtigkeit! Ich will durch sie eingehen und den Herrn preisen. 20Dies ist die Pforte des Herrn, die Gerechten gehen durch dieselbe ein. 21Ich preise dich, dass du mich erhört hast und mir zum Heile geworden bist. 22Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Ecksteine geworden. 23Vom Herrn ist dies geschehen und wunderbar ist es in unsern Augen. 24Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset uns frohlocken und fröhlich an ihm sein! 25O Herr! errette mich, o Herr! gib Gelingen. 26Gesegnet sei, der da kommt, im Namen des Herrn; wir segnen euch von dem Hause des Herrn aus! 27Der Herr ist Gott und hat uns Licht gespendet. Haltet einen Festtag mit dichtbelaubten Zweigen bis hinauf an die Hörner des Altars! 28Du bist mein Gott, ich will dich preisen; mein Gott bist du, ich will dich erheben! Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zum Heile geworden. 29Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig.

Die Psalmen 118

1[Alleluja! Aleph.] Glückselig, deren Weg makellos, die nach dem Gesetze des Herrn wandeln! 2Glückselig, die seine Zeugnisse durchforschen, ihn von ganzem Herzen suchen. 3Denn die, welche Unrecht tun, wandeln nicht auf seinen Wegen. 4Du hast anbefohlen, deine Gebote strenge zu halten. 5O möchten meine Wege darauf hingerichtet sein, deine Satzungen zu bewahren! 6Dann werde ich nicht zuschanden, wenn ich auf alle deine Gebote blicke. 7Ich will dich mit redlichem Herzen preisen, weil ich die Rechte deiner Gerechtigkeit gelernt. 8Deine Satzungen will ich halten, verlass mich nicht gänzlich. 9[Beth.] Wodurch kann ein Jüngling seinen Wandel gerade erhalten? Indem er deine Worte befolgt. 10Mit meinem ganzen Herzen suche ich dich, lass mich nicht abirren von deinen Geboten! 11Tief in meinem Herzen bewahre ich deine Aussprüche, damit ich nicht wider dich sündige. 12Gepriesen seist du, Herr! lehre mich deine Satzungen. 13Mit meinen Lippen mache ich alle Rechte deines Mundes kund. 14An dem Wege deiner Zeugnisse habe ich Freude wie an reichen Schätzen. 15Deine Gebote will ich eifrig betrachten und deinen Wegen nachsinnen. 16Deine Satzungen will ich betrachten, deine Worte nimmermehr vergessen. 17[Gimel.] Erweise deinem Diener Gutes und erhalte mich am Leben, so will ich deine Worte bewahren. 18Öffne meine Augen, dass ich die Wunder deines Gesetzes schaue. 19Ein Fremdling bin ich auf Erden, verbirg deine Gebote nicht vor mir! 20Es verzehrt sich meine Seele in Verlangen nach deinen Satzungen allezeit. 21Du bedrohest die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abweichen. 22Nimm weg von mir Schmach und Verachtung, denn deine Zeugnisse suche ich. 23Ob auch Fürsten sich setzen, wider mich zu reden, so sinnt dein Diener doch in deinen Satzungen; 24denn deine Zeugnisse sind meine Betrachtung und deine Satzungen meine Ratgeber. 25[Daleth.] Es klebt am Boden meine Seele, belebe mich nach deinem Worte. 26Ich tat meine Wege kund und du erhörtest mich, lehre mich deine Satzungen. 27Lass mich den Weg deiner Satzungen verstehen, so will ich über deine Wunder nachsinnen. 28Meine Seele ist ermattet vor Überdruss, stärke mich durch deine Worte. 29Den Weg des Unrechtes halte fern von mir und mit deinem Gesetze begnadige mich. 30Den Weg der Wahrheit habe ich erwählt, deine Rechte nicht vergessen. 31Ich hänge an deinen Zeugnissen, Herr! lass mich nicht zuschanden werden. 32Den Weg deiner Gebote will ich laufen, wenn du mir das Herz weit gemacht. 33[He.] Mache mir, Herr! den Weg deiner Satzungen zum Gesetze, so will ich ihn allezeit suchen. 34Gib mir Einsicht, so will ich in deinem Gesetze forschen und es von ganzem Herzen beobachten. 35Leite mich auf dem Pfade deiner Gebote, denn nach diesen verlange ich. 36Neige mein Herz deinen Zeugnissen zu und nicht der Habsucht. 37Wende meine Augen ab, dass sie nicht nach Eitlem schauen, belebe mich auf deinem Wege! 38Bestätige deinem Diener deine Verheißung ob der Furcht vor dir. 39Nimm weg von mir die Schmach, vor der ich mich fürchte, denn deine Rechte sind süß. 40Siehe, mich verlangt nach deinen Geboten, belebe mich durch deine Gerechtigkeit! 41[Vau.] Deine Gnade komme über mich, Herr! dein Heil nach deiner Verheißung. 42So will ich Rede stehen denen, die mich höhnen; denn ich hoffe auf deine Worte. 43Entziehe nicht ganz meinem Munde das Wort der Wahrheit, denn auf deine Gerichte setze ich alle meine Hoffnung. 44Und ich will dein Gesetz allewege halten, immerdar und ewig. 45Ich will wandeln auf freier Bahn, denn deine Gebote habe ich gesucht. 46Und ich will von deinen Zeugnissen vor Königen reden und mich nicht schämen. 47Und will deine Gebote betrachten, die ich liebe, 48und meine Hände zu deinen Geboten erheben, die ich liebe, und mich in deinen Satzungen üben. 49[Zain.] Sei eingedenk deiner Verheißung deinem Diener, in der du mir Hoffnung gegeben! 50Dies ist mein Trost in meinem Elende, denn dein Wort belebt mich. 51Übermütige Frevelten allenthalben, ich aber bin von deinem Gesetze nicht abgewichen. 52Ich gedachte deiner Gerichte von Anbeginn, Herr! und fand Trost. 53Unmut hat mich erfasst um der Sünder willen, die dein Gesetz verlassen. 54Lobpreis sind mir deine Satzungen am Orte meiner Pilgerschaft. 55Des Nachts bin ich deines Namens eingedenk, o Herr! und beobachte dein Gesetz. 56Dies ward mein Teil, den ich habe deinen Satzungen nachgestrebt. 57[Heth.] Mein Anteil, o Herr! bist du, dein Gesetz zu halten verspreche ich. 58Aus meinem ganzen Herzen flehe ich zu dir empor, erbarme dich meiner nach deiner Verheißung. 59Ich überdenke meine Wege und lenke meine Füße deinen Zeugnissen zu. 60Bereit bin ich und schrecke nicht zurück, deine Gebote zu halten. 61Die Schlingen der Sünder haben mich umfasst, doch dein Gesetz vergesse ich nicht. 62Ich stehe um Mitternacht auf, dich zu preisen deiner gerechten Gebote wegen. 63Ich bin der Genosse aller, die dich fürchten, und derer, die deine Gebote beobachten. 64Die Erde, o Herr! ist voll von deiner Huld, deine Satzungen lehre mich! 65[Teth.] Du hast deinem Diener Gutes erwiesen, Herr! gemäß deinem Worte. 66Lehre mich Güte, Zucht und Erkenntnis, denn auf deine Gebote setze ich mein Vertrauen. 67Bevor ich gebeugt ward, habe ich gefehlt, darum beobachte ich dein Wort. 68Du bist gütig, in deiner Güte lehre mich deine Satzungen! 69Gar sehr hat sich die Bosheit der Stolzen wider mich gemehrt, aber ich sinne von ganzem Herzen deinen Geboten nach. 70Geronnen ist wie Milch ihr Herz; ich aber betrachte dein Gesetz. 71Es ist mir heilsam, dass ich gedemütigt ward, damit ich deine Satzungen lernte. 72Besser ist für mich das Gesetz deines Mundes als Tausende Goldes und Silbers. 73[Jod.] Deine Hände haben mich gemacht und gebildet; gib mir Einsicht, dass ich deine Gebote lerne. 74Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, denn auf deine Worte setze ich alle meine Hoffnung. 75Ich weiß, Herr! dass deine Gerichte gerecht sind, dass du mich in deiner Treue gedemütigt hast. 76Möchte deine Huld mich trösten nach deiner Verheißung an deinen Diener! 77Möchte dein Erbarmen über mich kommen, dass ich lebe; denn dein Gesetz ist meine Betrachtung. 78Zuschanden mögen werden die Übermütigen, denn sie haben mir Böses getan ohne Ursache, ich aber befleißige mich deiner Gebote. 79Es mögen sich zu mir wenden, die dich fürchten und die deine Zeugnisse kennen. 80Möge mein Herz in deinen Satzungen unsträflich sein, auf dass ich nicht zuschanden werde. 81[Kaph.] Meine Seele schmachtet nach deinem Heile und auf dein Wort setze ich alle meine Hoffnung. 82Meine Augen schmachten nach deinem Worte und sagen: Wann wirst du mich trösten? 83Denn ich bin wie ein Schlauch im Reife geworden, deine Satzungen habe ich nicht vergessen. 84Wie viel sind noch die Tage deines Dieners, wann wirst du Gericht halten über meine Verfolger? 85Die Gottlosen sprechen vor mir eitle Dinge, doch nichts wie dein Gesetz. 86Alle deine Gebote sind Wahrheit, ohne Ursache haben sie mich verfolgt, hilf mir! 87Gar leicht hätten sie mich auf Erden vernichtet, doch ich verließ deine Satzungen nicht. 88Nach deiner Huld belebe mich, so will ich die Zeugnisse deines Mundes bewahren. 89[Lamed.] Auf ewig, o Herr! steht dein Wort im Himmel fest. 90Von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Treue, du hast die Erde gegründet und sie dauert fort. 91Durch deine Anordnung steht die Zeit fest, denn alles dient dir. 92Wäre nicht dein Gesetz meine Betrachtung, so wäre ich wohl umgekommen in meinem Elende. 93Ich werde deine Satzungen ewig nicht vergessen, denn durch sie hast du mich am Leben erhalten. 94Dein bin ich, hilf mir, denn deine Satzungen suche ich. 95Die Sünder lauern mir auf, um mich zu verderben; aber ich richte meinen Sinn auf deine Zeugnisse. 96Aller geschaffenen Dinge sah ich ein Ende, aber dein Gebot ist überaus weitreichend. 97[Mem.] Wie liebe ich dein Gesetz so sehr, o Herr! den ganzen Tag ist es meine Betrachtung. 98Du machst mich weiser als meine Feinde durch dein Gebot, denn immerdar bleibt es bei mir. 99Weiser bin ich als alle, die mich lehrten, denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen. 100Ich bin weiser als Greise, denn deine Gebote suchte ich. 101Von jedem bösen Wege hielt ich meine Füße zurück, damit ich deine Worte beobachtete. 102Von deinen Ordnungen wich ich nicht, denn du gabst sie mir als Gesetz. 103Wie süß sind deine Worte meinem Gaumen, süßer meinem Munde als Honig! 104Aus deinen Geboten ward ich einsichtig, darum hasse ich jeden Weg des Unrechts. 105[Nun.] Dein Wort ist meinen Füßen eine Leuchte auf meinen Wegen. 106Ich schwur und nahm mir vor, deine gerechten Ordnungen zu beobachten. 107Ich bin schwer gebeugt, o Herr! belebe mich nach deinem Worte. 108Lass dir, Herr! die freiwilligen Opfer meines Mundes wohlgefällig sein und lehre mich deine Ordnungen. 109Mein Leben trage ich beständig in meinen Händen, aber ich habe dein Gesetz nicht vergessen. 110Die Sünder haben mir Fallstricke gelegt, aber ich bin von deinen Geboten nicht abgeirrt. 111Deine Zeugnisse habe ich zum Erbe erlangt auf immer, denn sie sind das Frohlocken meines Herzens. 112Meines Herzens Neigung richtete ich darauf, deine Satzungen auf immer zu tun um der Vergeltung willen. 113[Samech.] Die Ungerechten hasse ich, doch dein Gesetz habe ich lieb. 114Du bist mein Helfer und mein Beschirmer und auf dein Wort setze ich alle meine Hoffnung. 115Weichet von mir, ihr Bösewichter! Denn ich will die Gebote meines Gottes durchforschen. 116O nimm mich auf nach deiner Verheißung, dass ich lebe, und lass meine Hoffnung nicht zuschanden werden! 117Hilf mir, so werde ich errettet und ich werde in deinen Satzungen immerdar sinnen. 118Du verwirfst alle, die von deinen Satzungen abirren, denn ihr Sinnen ist ungerecht. 119Für Übertreter erachte ich alle Sünder auf Erden, darum liebe ich deine Zeugnisse. 120Durchbohre mit der Furcht vor dir mein Fleisch! denn ich fürchte mich vor deinen Gerichten. 121[Ain.] Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt, gib mich nicht denen preis, die mir Gewalt antun! 122Tritt ein für deinen Diener zu seinem Heile, dass die Stolzen mich nicht unterdrücken! 123Meine Augen schmachten nach deinem Heile, dass die Stolzen mich nicht unterdrücken! 124Meine Augen schmachten nach deinem Heile und nach der Zusage deiner Gerechtigkeit. 125Ich bin dein Diener; gib mir Einsicht, dass ich deine Zeugnisse erkenne! 126Zeit ist es, zu handeln, o Herr! sie haben dein Gesetz zunichte gemacht. 127Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und Edelsteine. 128Darum richte ich mich nach allen deinen Geboten, hasse alle ungerechten Wege. 129[Phe.] Gar wunderbar sind deine Zeugnisse, darum hat meine Seele sie erforscht. 130Die Belehrung deiner Worte erleuchtet und gibt den Unmündigen Einsicht. 131Ich öffne meinen Mund und atme lechzend, denn nach deinen Geboten verlangt mich. 132O schaue auf mich und erbarme dich meiner, nach dem Recht derer, die deinen Namen lieben. 133Leite meine Schritte nach deinem Ausspruche und kein Unrecht habe Macht über mich! 134Erlöse mich von den Bedrückungen der Menschen, dass ich deine Gebote halte. 135Lass dein Angesicht leuchten über deinen Diener und lehre mich deine Satzungen! 136Wasserbäche sind meinen Augen entströmt, weil sie dein Gesetz nicht beobachtet haben. 137[Sade.] Du bist gerecht, o Herr! und recht sind deine Gerichte. 138Du hast als Gerechtigkeit deine Zeugnisse geboten und deine Treue gar sehr. 139Mein Eifer verzehrt mich, weil meine Feinde deine Worte vergessen haben. 140Gar sehr ist dein Ausspruch in Feuer erprobt und dein Diener hat ihn lieb. 141Ich bin jung und verachtet, aber deine Satzungen vergesse ich nicht. 142Deine Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit auf ewig und dein Gesetz Wahrheit. 143Trübsal und Bedrängnis haben mich betroffen, deine Gebote sind meine Betrachtung. 144Ewig sind deine Zeugnisse gerecht; gib mir Einsicht, so werde ich leben. 145[Koph.] Aus ganzem Herzen rufe ich, erhöre mich, Herr! so will ich deinen Satzungen nachforschen. 146Ich rufe zu dir, hilf mir, dass ich deine Gebote beobachte! 147Schon früh nahe ich dir und rufe, denn ich hoffe gar sehr auf deine Worte. 148meine Augen richten sich zu dir schon vor der Morgendämmerung, damit ich deine Verheißungen betrachte. 149Herr! erhöre meine Stimme nach deiner Huld und nach deiner Gerechtigkeit belebe mich. 150Es nahen sich, die mich verfolgen, der Bosheit, aber von deinem Gesetze sind sie fern. 151Nahe bist du, Herr! und alle deine Wege sind Wahrheit. 152Längst weiß ich aus deinen Zeugnissen, dass du sie auf ewig gegründet hast. 153[Resch.] Siehe, meine Niedrigkeit an und errette mich, denn dein Gesetz habe ich nicht vergessen. 154Entscheide meinen Handel und erlöse mich, um deiner Verheißung willen belebe mich! 155Fern ist von den Sündern Heil, denn sie suchen deine Satzungen nicht. 156Deine Erbarmung, Herr! ist groß, nach deinem Rechte belebe mich. 157Viele verfolgen und bedrängen mich, von deinen Zeugnissen weiche ich nicht ab. 158Sehe ich Übertreter, so härme ich mich ab, weil sie deine Aussprüche nicht beobachten. 159Siehe, Herr! dass ich deine Gebote liebe, nach deiner Huld belebe mich. 160Auf Wahrheit beruhen alle deine Worte, ewig währen alle Satzungen deiner Gerechtigkeit. 161[Sin.] Fürsten verfolgen mich ohne Ursache, doch vor deinen Worten bebt mein Herz. 162Ich freue mich über deine Verheißungen, wie einer, der auf große Beute trifft. 163Ich hasse das Unrecht und verabscheue es, doch dein Gesetz liebe ich. 164Siebenmal des Tages spreche ich dein Lob wegen deiner gerechten Satzungen. 165Reich an Frieden sind, die dein Gesetz lieben, und es gibt für sie keinen Anstoß. 166Ich harre auf dein Heil, o Herr! und liebe deine Gebote. 167Meine Seele beobachtet deine Zeugnisse und liebt sie gar sehr. 168Ich halte deine Gebote und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind dir offenbar. 169[Tau.] Lass mein Flehen vor dein Angesicht gelangen, o Herr! nach deiner Verheißung gib mir Einsicht. 170Lass meine Bitte vor dein Angesicht kommen, nach deiner Verheißung errette mich! 171Meine Lippen sollen überströmen von Lobpreis, weil du mich deine Satzungen gelehrt hast. 172Meine Zunge soll deine Aussprüche verkünden, denn alle deine Gebote sind Gerechtigkeit. 173Deine Hand möge mich erretten, denn deine Gebote habe ich erwählt. 174Ich sehne mich nach deinem Heile, o Herr! und dein Gesetz ist meine Betrachtung. 175Meine Seele wird leben und dich loben und deine Gerichte werden mir helfen. 176Ich gehe irre wie ein Schaf, das verloren gegangen, suche deinen Diener, denn deine Gebote vergaß ich nicht.

Die Psalmen 119

1Stufengesang. Zu dem Herrn rufe ich, da ich in Drangsal bin, und er erhört mich. 2Herr! rette meine Seele von ungerechten Lippen und von trügerischer Zunge! 3Was wird man dir zuteilen oder welche Strafe dir zuteil werden lassen für deine tückische Zunge? 4Scharfe Pfeile des Gewaltigen und versengende Kohlen. 5Wehe mir, dass meine Pilgerschaft so lange dauert, dass ich wohne unter den Bewohnern Kedars! Zu lange schon ist meine Seele ein Fremdling. 6Bei denen, die den Frieden hassen, bin ich friedlich; wenn ich mit ihnen rede, erheben sie Streit wider mich ohne Ursache!

Neues Testament

2. Korintherbrief 4

1Darum, weil wir dieses Amt haben, vermöge der uns widerfahrenen Barmherzigkeit, verlieren wir den Mut nicht; 2sondern weisen von uns zaghafte Zurückhaltung, indem wir nicht in Arglist wandeln, noch das Wort Gottes fälschen, sondern uns selbst durch die Offenbarung der Wahrheit an jedes Gewissen der Menschen vor Gott empfehlen. 3Wenn aber unser Evangelium auch verhüllt ist, so ist es nur vor denen verhüllt, welche verloren gehen; 4den Ungläubigen, deren Herzen der Gott dieser Welt verblendet hat, dass ihnen die Erleuchtung des Evangeliums der Herrlichkeit Christi nicht strahle, welcher das Ebenbild Gottes ist. 5Denn nicht uns selbst verkündigen wir, sondern Jesus Christus als unsern Herrn, uns aber als treue Diener durch Jesus. 6Denn Gott, welcher befahl, dass aus Finsternis Licht erglänzte, er ist es, der unsere Herzen erleuchtet hat, dass das Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes strahlend aufging, im Angesichte Christi Jesu. 7Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Überschwenglichkeit der Kraft nicht uns, sondern Gott beigemessen werde. 8In allem sind wir bedrängt, aber wir werden nicht mutlos; wir sind in Nöten, aber verzagen nicht. 9Wir leiden Verfolgung, aber werden nicht preisgegeben; wir werden niedergeworfen, aber wir gehen nicht zu Grunde. 10Immerdar tragen wir die Tötung Jesu an unserem Leibe herum, damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde. 11Denn immerdar werden wir, die wir leben, dem Tode überliefert um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleische offenbar werde. 12Demnach ist uns der Tod wirksam, das Leben aber in euch. 13Da wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: Ich glaubte, darum redete ich; so glauben auch wir, und darum reden wir auch, 14weil wir wissen, dass der, welcher Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch darstellen wird. 15Denn alles geschieht um euretwillen, damit die Gnade, durch den Dank vieler wachsend, zu desto größerer Verherrlichung Gottes diene. 16Darum verlieren wir nicht den Mut, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere von Tag zu Tag neu. 17Denn unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und erträglich ist, bewirkt eine überschwengliche, ewige, alles überwiegende Herrlichkeit in uns, 18wenn wir nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ist ewig.