Bibel in einem Jahr · Tag 192 von 365

Ps 49–51 · 1 Kor 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 49

1Ein Psalm Asaphs. Der Herr, der höchste Gott, redet und ruft die Erde auf vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergange. 2Von Sion strahlt seiner Schönheit Glanz aus. 3Gott kommt und tut sich kund, unser Gott schweigt nicht; Feuer lodert vor ihm auf und um ihn her tobt mächtiges Sturmwetter. 4Er ruft dem Himmel oben zu und ruft die Erde, um über sein Volk Gericht zu halten. 5Versammelt ihm seine Heiligen, die bei Opfern einen Bund mit ihm schließen. 6Die Himmel tun seine Gerechtigkeit kund, denn Gott ist Richter. 7Höre mein Volk, ich will reden; Israel, ich will dir bezeugen: Gott, dein Gott bin ich! 8Nicht um deiner Opfer willen stelle ich dich zur Rede. sind doch deine Brandopfer beständig vor mir. 9Nicht nehme ich aus deinem Hause Farren noch Böcke aus deinen Herden. 10Mein ist ja alles Getier des Waldes, die Tiere auf den Bergen und die Rinder. 11Ich kenne alle Vögel des Himmels und die Zierde des Feldes ist mein Eigentum. 12Wenn mich hungerte, würde ich es dir nicht sagen; denn mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt. 13Soll ich denn das Fleisch der Stiere essen oder das Blut der Böcke trinken? 14Bringe Gott als Opfer Lob dar und löse dem Allerhöchsten deine Gelübde 15und rufe mich an am Tage der Drangsal, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen! 16Zu dem Sünder hingegen spricht Gott: Warum zählst du meine Satzungen auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund, 17während du doch Zucht hassest und meine Worte hinter dich wirfst? 18Siehst du einen Dieb, so läufst du mit ihm und hältst Gemeinschaft mit den Ehebrechern. 19Dein Mund fließt über von Bosheit und deine Zunge zettelt Betrug an. 20Du sitzest da und redest wider deinen Bruder und legst dem Sohne deiner Mutter Fallstricke. 21Solches tatest du und ich schwieg. Da meintest du in deiner Bosheit, ich sei dir ähnlich, aber ich will dich zur Rechenschaft ziehen und es dir vor Augen stellen. 22Erkennet dies doch, die ihr Gottes vergesset! dass er euch nicht einmal hinwegraffe, ohne dass jemand zu retten vermag. 23Ein Opfer des Lobes ehrt mich und dies ist der Weg, auf dem ich ihm das Heil von Gott zeigen will.

Die Psalmen 50

1Zum Ende, ein Psalm Davids, 2als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Bethsabee eingegangen war. 3erbarme dich meiner, o Gott! nach deiner großen Barmherzigkeit und nach der Menge deiner Erbarmungen tilge meine Missetat. 4Gänzlich wasche mich von meiner Verschuldung und von meiner Sünde mache mich rein! 5Denn ich erkenne meine Missetat und meine Sünde steht mir allezeit vor Augen. 6Gegen dich allein habe ich gesündigt und getan, was vor dir böse war; auf dass du gerecht erfunden werdest in deinem Spruche und obsiegest, wenn über dich geurteilt wird. 7Denn siehe, ich bin in Verschuldung empfangen und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. 8Siehe, die Treue liebst du; die geheimen und verborgenen Dinge deiner Weisheit hast du mir offenbart. 9Besprenge mich mit Ysop, so werde ich gereinigt sein; wasche mich, so werde ich weißer als der Schnee. 10Lass mich Freude und Wonne vernehmen, so werden meine geschlagenen Gebeine frohlocken. 11Wende dein Angesicht von meinen Sünden ab und tilge alle meine Missetaten. 12Erschaffe in mir ein reines Herz, o Gott! und erneuere den rechten Geist in meinem Innern. 13Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14Gib mir die Wonne deines Heiles wieder und stütze mich mit dem obsiegenden Geiste. 15Dann will ich die Sünder deine Wege lehren und die Gottlosen werden sich zu dir bekehren. 16Befreie mich von Blutschuld, Gott, du Gott meines Heiles! So wird meine Zunge mit Freuden deine Gerechtigkeit preisen. 17Herr! öffne meine Lippen und mein Mund wird dein Lob verkünden. 18Denn wenn du Opfer wolltest, ich würde sie dir darbringen, an Brandopfern hast du kein Gefallen. 19Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist, ein reuiges und gedemütigtes Herz wirst du, o Gott! nicht verschmähen. 20Nach deiner Huld erweise Sion Gnade, o Herr! damit die Mauern Jerusalems aufgebaut werden. 21Dann wirst du rechte Opfer annehmen, Gaben und Brandopfer; dann wird man junge Rinder auf deinen Altar legen.

Die Psalmen 51

1Zum Ende, Unterweisung Davids, 2als der Idumäer Doeg kam und dem Saul berichtete: David ist in das Haus Achimelechs gekommen. 3Was rühmst du dich in der Bosheit, der du mächtig bist in der Ungerechtigkeit? 4den ganzen Tag sinnt deine Zunge Frevel, wie ein scharfes Schermesser übst du Trug. 5Du liebst das Böse mehr als das Gute, redest lieber Unrecht, als was billig ist. 6Du liebst nur verderbliche Reden, trügerische Zunge! 7Darum wird dich Gott ganz und gar vernichten, dich hinwegraffen und dich vertreiben aus deinem Gezelte und deine Wurzel herausreißen aus dem Lande der Lebendigen. 8Die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und ihn verlachen und sagen: 9Sehet da den Mann, der Gott nicht zu seinem Helfer machte, sondern auf die Menge seines Reichtums vertraute und sich stark dünkte in dem, was eitel war. 10Ich aber bin im Hause Gottes wie ein fruchtbarer Ölbaum, ich hoffe auf das Erbarmen Gottes immer und ewig. 11Ich will dich immerdar preisen, weil du es getan hast, und will auf deinen Namen hoffen, denn er ist gütig angesichts deiner Heiligen.

Neues Testament

1. Korintherbrief 4

1Also sehe uns jedermann an als Diener Christi, und Verwalter der Geheimnisse Gottes. 2Hier wird nun von den Verwaltern gefordert, dass ein jeder treu erfunden werde. 3Mir aber gilt es als etwas sehr Geringes, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstage gerichtet werde; allein auch ich richte mich selbst nicht. 4Denn ich bin mir auch nichts bewußt, so bin ich doch darum noch nicht gerechtfertigt; der mich aber richtet, ist der Herr. 5Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch das im Finstern Verborgene an das Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird; und dann wird einem jeden sein Lob werden von Gott. 6Dies aber, Brüder! habe ich auf mich und Apollo übertragen um euretwillen, damit ihr an uns lernet, dass keiner sich wider den andern über das hinaus, was geschrieben steht, erhebe, um eines andern willen. 7Denn wer zeichnet dich aus? Was hast du aber, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen? 8Schon seid ihr gesättigt, schon seid ihr reich geworden, ohne uns herrschet ihr; und möchtet ihr doch herrschen, damit auch wir mit euch herrschten! 9Denn ich glaube, dass Gott uns Apostel als die Allerletzten dargestellt habe, als wie dem Tode Geweihte; denn ein Schauspiel sind wir geworden der Welt, den Engeln und den Menschen. 10Wir sind Toren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir sind schwach, ihr aber seid stark; ihr seid hochgeehrt, wir aber geringgeachtet. 11Bis zu dieser Stunde hungern und dürsten wir, sind entblößt, und werden mit Fäusten geschlagen, haben keine Stätte, 12und mühen uns arbeitend mit eigener Hand; wir werden geschmäht, und wir segnen; wir werden verfolgt, und wir leiden es geduldig; 13wir werden gelästert, und wir beten; wie ein Auswurf dieser Welt sind wir geworden, wie ein Abschaum aller bis zu dieser Stunde. 14Nicht um euch zu beschämen, schreibe ich dieses, sondern als meine geliebten Kinder ermahne ich euch. 15Denn wenn ihr zehntausend Erzieher hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt. 16So bitte ich euch denn, seid meine Nachfolger, gleichwie ich Christi Nachfolger bin. 17Darum habe ich den Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und getreues Kind im Herrn ist; er wird euch meine Wege in´s Gedächtnis rufen, die in Christus Jesus sind, so wie ich allenthalben in allen Gemeinden lehre. 18Als ob ich nicht zu euch kommen würde, so aufgeblasen sind einige geworden. 19Ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will; und werde nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern ihre Kraft kennenlernen. 20Denn nicht in Worten besteht das Reich Gottes, sondern in Kraft. 21Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in Liebe im Geiste der Milde?