Bibel in einem Jahr · Tag 188 von 365

Ps 37–39 · 1 Kor 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 37

1Ein Psalm Davids, zur Erinnerung, für den Sabbat. 2O Herr! straf mich nicht in deinem Grimme und züchtige mich nicht in deinem Zorne, 3denn deine Pfeile stecken tief in mir und schwer hast du deine Hand auf mich gelegt. 4Nichts blieb unversehrt an meinem Leibe vor deinem Zorne, kein Frieden ist in meinen Gebeinen ob meiner Sünden. 5Denn meine Verschuldungen übersteigen mein Haupt und lasten gleich einer schweren Bürde auf mir. 6Meine Wunden infolge meiner Torheit sind faul und eitern. 7Ich bin elend geworden und überaus gebeugt, den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. 8Denn voll von Täuschung sind meine Lenden und nichts Gesundes ist an meinem Fleische. 9Ich bin überaus bedrängt und niedergebeugt, ich schreie laut auf ob des Kummers meines Herzens. 10O Herr! Dir ist all mein Sehnen offenbar und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 11Mein Herz ist verwirrt, meine Kraft hat mich verlassen und selbst das Licht meiner Augen ist nicht mehr bei mir. 12Meine Freunde und meine Nächsten nahten sich wider mich und blieben stehen, und die mir nahe waren, hielten sich fern; 13und die mir nach dem Leben trachteten, wendeten Gewalt an; die mir Böses wünschten, redeten Eitles und sprachen Trug immerfort. 14Ich aber hörte nicht, einem Tauben gleich, und war wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. 15Ich ward wie ein Mensch, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat. 16Denn auf dich, o Herr! vertraue ich; du wirst mich erhören, o Herr, mein Gott! 17Denn ich sprach: Mögen meine Feinde nicht frohlocken über mich! denn wenn meine Füße wanken, werden sie groß sprechen über mich. 18Denn ich bin der Geißelstreiche gewärtig und mein Schmerz ist allezeit vor mir. 19Ich will meine Missetaten kundgeben und meiner Sünde wegen Sorge hegen. 20Meine Feinde aber leben und sind mächtiger geworden als ich und zahlreich sind, die mich ungerecht hassen. 21Indem sie Gutes mit Bösem vergelten, reden sie mir übel nach, weil ich dem Guten nachstrebe. 22Verlass mich nicht, Herr, mein Gott! entferne dich nicht von mir. 23Habe acht auf meine Hilfe, o Herr, du Gott meines Heiles!

Die Psalmen 38

1Zum Ende, für Idithun, ein Gesang Davids. 2Ich sprach: Ich will auf meine Wege acht haben, dass ich nicht mit meiner Zunge sündige. Ich setzte meinem Mund eine Hut, da der Sünder sich mir entgegenstellte. 3Ich verstummte und beugte mich und schwieg, fern vom Glück; aber mein Schmerz erneuerte sich. 4Mein Herz erglühte in meinem Innern und durch mein Sinnen entbrannte Feuer. 5Ich sprach mit meiner Zunge: Tue mir, Herr! mein Ende kund, und welches die Zahl meiner Tage ist, damit ich wisse, was mir abgeht. 6Siehe, du hast meinen Tagen ein Maß gesetzt und mein Wesen ist wie nichts vor dir! Wahrlich, alles ist Eitelkeit, ein jeder Mensch, der lebt! 7Wahrlich, nur als ein Schattenbild geht der Mensch vorüber und umsonst macht er sich Unruhe; er häuft Schätze auf und weiß nicht, für wen er sie sammelt! 8Und nun, was ist meine Zuversicht? Ist´s nicht der Herr? denn der Grund meiner Festigkeit bist du. 9Von allen meinen Missetaten errette mich, dem Toren ließest du mich zum Hohne werden. 10Ich bin verstummt und tat meinen Mund nicht auf, denn du hast es getan! 11Nimm deine Plagen von mir! 12Durch die Stärke deiner Hand bin ich kraftlos geworden unter der Züchtigung. Um seiner Missetat willen strafst du den Menschen und lässest wie ein Spinnengewebe sein Leben vergehen; fürwahr, umsonst bekümmert sich jeder Mensch! 13Erhöre mein Gebet, o Herr! und mein Flehen, lass mein Weinen zu deinen Ohren dringen. Schweige nicht, denn ein Fremdling bin ich bei dir und ein Pilger, wie meine Väter alle. 14Lass ab von mir, dass ich noch Erquickung finde, ehe ich hingehe und nicht mehr bin!

Die Psalmen 39

1Zum Ende, ein Psalm Davids. 2Sehnsüchtig harrte ich auf den Herrn und er merkte auf mich. 3Und er erhörte mein Gebet und zog mich heraus aus der Grube des Elends, aus schlammigem Kote und stellte meine Füße auf Felsengrund und machte meine Schritte sicher. 4Und er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang auf unsern Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den Herrn ihr Vertrauen setzen. 5Glückselig der Mann, der seine Hoffnung auf den Namen des Herrn setzt und seinen Blick nicht auf Eitles wendet und auf trügerischen Aberwitz. 6Viele Wunder hast du getan, o Herr, mein Gott! und niemand ist, der dir gleich wäre in deinen Gedanken. Wollte ich sie verkünden und von ihnen reden, so sind ihrer zuviel, als dass ich sie aufzählen könnte. 7Nicht Schlachtopfer und Speiseopfer hast du verlangt, doch Ohren hast du mir bereitet; Brandopfer und Sündopfer begehrst du nicht. 8Da sprach ich: Siehe, ich komme! In der Buchrolle ist von mir geschrieben, 9ich komme, deinen Willen zu tun. Mein Gott! ich will es und dein Gesetz ist in meines Herzens Mitte. 10Ich verkünde deine Gerechtigkeit in großer Versammlung, siehe, ich wehre meinen Lippen nicht. Herr! du weißt es. 11Deine Gerechtigkeit habe ich nicht in meinem Herzen verborgen, deine Wahrhaftigkeit und dein Heil habe ich gepriesen. Ich habe deine Barmherzigkeit und deine Wahrhaftigkeit nicht verborgen vor zahlreicher Versammlung. 12Du aber, Herr! lass deine Erbarmungen nicht fern sein von mir, dein Erbarmen und deine Treue werden mich immerdar schützen. 13Denn Übel ohne Zahl halten mich umgeben, meine Sünden haben mich ergriffen und ich vermag nicht mehr zu sehen. Sie sind zahlreicher als die Haare meines Hauptes und mein Mut hat mich verlassen. 14Lass es dir gefallen, o Herr! mich zu erretten, o Herr! habe acht, mir zu helfen. 15Es sollen schamrot und zuschanden werden allzumal, die mir nach dem Leben trachten, um es wegzuraffen. Es mögen zurückweichen und beschämt werden, die mir Übles wollen. 16Es mögen alsbald ihre Schande tragen, die zu mir sagen: Ha, ha! 17Frohlocken mögen und sich freuen über dich alle, die dich suchen, und die deine Hilfe lieben, mögen immerdar rufen: Hochgelobt sei der Herr! 18Ich aber, bin ich auch ein Bettler und armselig, so ist doch der Herr für mich besorgt. Du bist mein Helfer und mein Beschirmer, mein Gott, säume nicht!

Neues Testament

1. Korintherbrief 1

1Paulus berufener Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes, und Sosthenes, der Bruder, 2an die Gemeinde Gottes zu Korinth, die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, welche den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen an jeglichem Orte, dem ihrigen wie dem unseren. 3Gnade sei euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 4Ich sage meinem Gott allezeit Dank um euretwillen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt ist; 5dass ihr in allem durch ihn reich geworden seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. 6Wie denn das Zeugnis von Christus unter euch befestigt worden ist; 7so dass es euch an keiner Gnade mangelt, die ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet, 8welcher euch auch bis an´s Ende festigen wird, so dass ihr am Tage der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus unsträflich sein werdet. 9Getreu ist Gott, durch welchen ihr zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn, berufen seid. 10Ich bitte aber euch, Brüder! bei dem Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle die nämliche Sprache führet, und keine Spaltungen unter euch seien; dass ihr vielmehr vollkommen seiet in demselben Sinne und in derselben Meinung. 11Es ist mir nämlich über euch, meine Brüder! von den Angehörigen der Chloe bedeutet worden, dass Streitigkeiten unter euch sind. 12Ich meine aber dies, dass ein jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus; ich aber des Apollo; ich hinwieder des Kephas; ich aber bin Christi. 13Ist Christus geteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt worden? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? 14Ich sage Gott Dank, dass ich niemanden von euch getauft habe, als den Krispus und Kajus; 15damit nicht jemand sagen könne, ihr seiet auf meinen Namen getauft. 16Doch habe ich auch des Stephanas Haus getauft; außerdem bin ich mir nicht bewusst, einen andern getauft zu haben. 17Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden; doch nicht mit Wortweisheit, damit das Kreuz Christi nicht seiner Kraft beraubt werde. 18Denn das Wort vom Kreuze ist zwar denen, die verloren gehen, Torheit; denen aber, die selig werden, das ist uns, ist es Gottes Kraft. 19Denn es steht geschrieben: zu Grunde richten werde ich die Weisheit der Weisen, und die Klugheit der Klugen werde ich verwerfen. 20Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Forscher dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? 21Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht in seiner Weisheit erkannt, so hat es Gott gefallen, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen selig zu machen, welche glauben. 22Denn die Juden fordern Wunderzeichen, und die Griechen suchen Weisheit; 23wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Anstoß, den Heiden aber eine Torheit, 24den Berufenen dagegen, Juden sowohl als Griechen, Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit; 25weil das Törichte, das von Gott kommt, die Weisheit der Menschen übertrifft; und das Schwache, das von Gott kommt, mehr vermag, als die Menschen. 26Denn sehet eure Berufung an, Brüder! es sind nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, 27sondern was vor der Welt töricht ist, hat Gott auserwählt, um die Weisen zu beschämen; und das vor der Welt Schwache hat Gott auserwählt, um das Starke zu Schanden zu machen; 28und das vor der Welt Unangesehene, und das Verachtete, und das, was nichts ist, hat Gott auserwählt, um das, was etwas ist, zunichte zu machen, 29damit kein Mensch sich vor ihm rühme. 30Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, welcher uns zur Weisheit von Gott geworden ist, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung, 31damit, wie geschrieben steht, wer sich rühmt, sich im Herrn rühme.