Bibel in einem Jahr · Tag 187 von 365

Ps 34–36 · Röm 16

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 34

1Von David. Richte, Herr! die mir Unrecht tun; bezwinge, die wider mich kämpfen. 2Ergreife Waffen und Schild und erhebe dich, mir zu helfen! 3Ziehe das Schwert und versperre den Weg denen, die mich verfolgen; sprich zu meiner Seele: Ich bin dein Heil! 4Beschämt und zuschanden mögen werden, die mir nach dem Leben trachten. Es mögen zurückweichen und zuschanden werden, die wider mich Böses sinnen. 5Sie mögen werden wie Staub vor dem Winde und der Engel des Herrn verfolge sie. 6Ihr Weg werde finster und schlüpfrig und der Engel des Herrn verfolge sie. 7Denn ohne Ursache haben sie mir heimlich ihren verderbenbringenden Fallstrick gelegt, haben mir Schmach angetan ohne Grund. 8Es kommt unversehens über ihn der Fallstrick und das Netz, das er heimlich gelegt, fange ihn und in seine eigene Schlinge möge er stürzen. 9Meine Seele aber wird in dem Herrn frohlocken und sich über seine Hilfe freuen. 10All meine Gebeine werden sprechen: O Herr! wer ist dir gleich? Der du den Hilflosen aus der Hand derer errettest, die stärker sind als er, den Armen und Dürftigen aus der Hand derer, die ihn berauben. 11Es treten ungerechte Zeugen auf und man befragt mich über das, wovon ich nichts weiß. 12Sie vergelten mir Böses für Gutes, machen meine Seele trostlos. 13Ich aber tat ein Bußkleid an, als ihr Leid mich drückte. Ich kasteite mich mit Fasten und mein Gott kehrte zurück in meinen Busen. 14Wie unserm nächsten Freunde und unserem Bruder war ich ihnen zu Willen; wie einer, der trauert und betrübt ist, so war ich gebeugt. 15Und sie freuen sich wider mich und rotten sich zusammen; man häuft Geißeln über mich, wenn ich es nicht vermute. 16Sie wurden getrennt, doch nicht reuig; sie stellen mich auf die Probe, überhäufen mich mit Hohn, sie knirschen wider mich mit ihren Zähnen. 17O Herr! wann wirst du herblicken? Befreie meine Seele von ihrer Bosheit, meine Verlassene von den Löwen. 18Ich will dir lobsingen in großer Versammlung, unter zahlreichem Volke dich rühmen. 19Nicht mögen sich freuen über mich die, welche mir feind sind mit Unrecht, die mich ohne Ursache hassen und mit den Augen zwinkern. 20Denn reden sie auch friedlich mit mir, so sinnen sie doch auf Trug im Zorne irdischer Menschen. 21Sie sperren ihren Mund weit auf wider mich und rufen: Ha, ha, unser Auge hat es gesehen. 22Du hast es gesehen, o Herr! so schweige nicht; Herr, sei nicht fern von mir! 23Erhebe dich und habe acht auf mein Recht, mein Gott und mein Herr! auf meine Sache. 24Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, Herr, mein Gott! dass jene nicht frohlocken über mich. 25Dass sie nicht in ihren Herzen sagen: Ha, ha! Welche Lust für unser Herz! Dass sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen! 26Es mögen schamrot und beschämt werden allzumal, die ob meines Unglücks frohlocken. Mit Schmach und Schande mögen bedeckt werden, die über mich prahlen. 27Frohlocken und sich freuen mögen, die Gerechtigkeit für mich wollen; und die seinem Diener den Frieden wünschen, mögen immerdar sagen: Hochgelobt sei der Herr! 28Und meine Zunge wird deine Gerechtigkeit verkünden, allezeit dein Lob.

Die Psalmen 35

1Zum Ende, von dem Diener des Herrn, von David. 2Es beschließt der Gottlose bei sich, zu sündigen; Furcht Gottes ist nicht vor seinen Augen. 3Denn trüglich handelt er vor dessen Angesichte, so dass kein Frevel hassenswert erscheint. 4Die Worte seines Mundes sind Frevel und Trug; er will nicht klug werden, um Gutes zu tun. 5Frevel sinnt er auf seinem Lager; er tritt auf jeden nicht guten Weg, das Böse hasst er nicht. 6O Herr! bis an den Himmel reicht deine Gnadenhuld und deine Treue bis an die Wolken. 7Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, deine Gerichte wie eine große Tiefe; Menschen und Vieh hilfst du, o Herr! 8Wie vielfältig ist dein Erbarmen, o Gott! Die Menschenkinder bergen sich in Zuversicht unter dem Schatten deiner Flügel. 9Sie laben sich reichlich von der Überfülle deines Hauses und du tränkst sie mit dem Strome deiner Wonne. 10denn bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Lichte schauen wir Licht. 11Lass dein Erbarmen schauen über die, welche dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die, welche aufrichtigen Herzens sind. 12Nicht komme der Fuß der Hoffart über mich und die Hand des Sünders erschüttere mich nicht! 13Siehe da, gefallen sind, die Unrecht tun; sie sind hinausgestoßen und können sich nicht erheben.

Die Psalmen 36

1Ein Psalm von David. Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifere dich nicht über die, welche Frevel verüben! 2Denn wie Gras verdorren sie schnell und wie grünes Kraut welken sie bald dahin. 3Hoffe auf den Herrn und tue Gutes, wohne im Lande und genieße seine Reichtümer. 4Habe deine Freude an dem Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz verlangt. 5Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, so wird er es wohl machen. 6Und er wird deine Gerechtigkeit ausgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie die Mittagshelle. 7Sei dem Herrn untergeben und bete zu ihm. Ereifere dich nicht über den, der glücklich ist auf seinem Wege, über den Mann, der Unrecht tut. 8Stehe ab vom Zorne und lass den Groll fahren; ereifere dich nicht, so dass auch du Böses tuest. 9Denn die Übeltäter werden ausgerottet, die aber, welche auf den Herrn harren, werden das Land ererben. 10Noch eine kleine Weile und der Sünder ist nicht mehr; suchst du nach seiner Stätte, so findest du sie nicht. 11Die Sanftmütigen aber werden das Land ererben und in der Fülle des Friedens ihre Wonne haben. 12Der Sünder schaut lauernd auf den Gerechten und knirscht über ihn mit seinen Zähnen. 13Der Herr aber lacht seiner; denn er sieht voraus, dass dessen Tag kommen wird. 14Die Sünder ziehen das Schwert, spannen ihren Bogen, um den Armen und Hilflosen zu stürzen, um hinzuschlachten die, welche geraden Herzens sind. 15Ihr Schwert möge ihr eigenes Herz durchbohren und ihr Bogen möge zerbrochen werden! 16Das wenige, das der Gerechte hat, ist ihm besser als der Sünder große Schätze. 17Denn die Arme der Sünder werden gebrochen, aber die Gerechten stützt der Herr. 18Der Herr kennt die Tage der Makellosen und ihr Erbe bleibt in Ewigkeit. 19Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt. 20Denn die Sünder gehen zugrunde und die Feinde des Herrn schwinden hin, kaum dass sie zu Ehren und Ansehen gekommen sind; wie der Rauch schwinden sie dahin. 21Der Sünder borgt und kann nicht bezahlen, der Gerechte aber erbarmt sich und teilt aus. 22Denn die ihn segnen, werden das Land erben; die ihm aber fluchen, werden zugrunde gehen. 23Von dem Herrn werden des Menschen Schritte geleitet und an seinem Wandel hat er Wohlgefallen. 24Wenn er auch fällt, so wird er nicht Schaden nehmen, denn der Herr hält ihn mit seiner Hand. 25Ich bin jung gewesen und bin alt geworden und nie habe ich den Gerechten verlassen gesehen oder seine Kinder um Brot betteln. 26Allezeit ist er mildtätig und leiht und seine Nachkommenschaft ist gesegnet. 27Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes und wohne alsdann immerdar im Lande. 28Denn der Herr liebt das Recht und verlässt seine Heiligen nicht, immerdar werden sie behütet; die Ungerechten werden gestraft und die Nachkommenschaft der Gottlosen geht zugrunde. 29Doch die Gerechten werden das Land ererben und auf immer darin wohnen. 30Der Mund des Gerechten spricht besonnene Weisheit und seine Zunge redet, was recht ist. 31Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen und seine Schritte wanken nicht. 32Der Sünder lauert dem Gerechten auf und trachtet darnach, ihn zu töten, 33doch der Herr lässt ihn nicht in seiner Gewalt und lässt ihn nicht verdammen, wenn auch mit ihm gerechtet wird. 34Harre auf den Herrn und beobachte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land zum Erbe erhaltest; du wirst zusehen, wenn die Sünder zugrunde gehen. 35Ich sah einen Gottlosen hoch erhöht und hoch geworden wie die Zedern des Libanon. 36Als ich aber vorüberging, siehe, da war er nicht mehr; ich suchte ihn und seine Stätte war nicht mehr zu finden. 37Bewahre die Unschuld und siehe auf das, was Recht ist denn dem Manne des Friedens sind Nachkommen beschieden. 38Die Ungerechten aber kommen allzumal um, die Nachkommenschaft der Gottlosen geht zugrunde. 39Doch den Gerechten kommt Heil von dem Herrn, er ist ihr Beschirmer zur Zeit der Bedrängnis. 40Und der Herr hilft ihnen, befreit sie, rettet sie vor den Sündern und steht ihnen bei, denn sie haben auf ihn gehofft.

Neues Testament

Römerbrief 16

1Ich empfehle euch aber Phöbe, unsere Schwester, die im Dienste der Kirche zu Kenchreä ist, 2dass ihr sie im Herrn, wie es Heiligen ziemt, aufnehmet, und ihr beistehet in allen Anliegen, in denen sie eurer bedarf; denn auch sie hat vielen beigestanden, und auch mir selbst. 3Grüßet Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, 4(welche für mein Leben ihren Hals eingesetzt haben, denen nicht allein ich, sondern auch alle Gemeinden der Heiden danksagen) 5und grüßet die Versammlung in ihrem Hause. Grüßet meinen geliebten Epänetus, welcher der Erstling Asiens in Christus ist. 6Grüßet Maria, welche sich viele Mühe um euch gemacht hat. 7Grüßet Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, welche bei den Aposteln angesehen sind, die auch vor mir in Christus waren. 8Grüßet meinen im Herrn teuren Ampliatus. 9Grüßet Urbanus, unsern Mitarbeiter in Christus Jesus, und meinen teuren Stachys. 10Grüßet Apelles, den in Christus Bewährten. 11Grüßet die Hausgenossen des Aristobolus. Grüßet Herodion, meinen Verwandten. Grüßet die Hausgenossen des Narcissus, welche im Herrn sind. 12Grüßet Tryphäna und Tryphosa, welche sich im Herrn mühen. Grüßet die teure Persis, die im Herrn viel Mühewaltung gehabt hat. 13Grüßet Rufus, den Auserwählten im Herrn, und seine und meine Mutter. 14Grüßet Asynkritus, Phlegon, Hermas, Patrobas, Hermes und die Brüder, die bei ihnen sind. 15Grüßet Philologus und Julia, Nereus und dessen Schwester, und Olympias und alle Heiligen, die bei ihnen sind. 16Grüßet einander im heiligen Kusse. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi. 17Ich bitte euch aber, Brüder! dass ihr euch in Acht nehmet vor denen, welche Spaltungen und Ärgernisse verursachen der Lehre entgegen, die ihr gelernt habt; und meidet sie. 18Denn solche Menschen dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern ihrem Bauche; und mit süßen Worten und Schmeicheleien verführen sie die Herzen der Arglosen. 19Denn euer Gehorsam ist allerorten kund geworden. Darum freue ich mich über euch; aber ich wünsche, dass ihr weise seiet im Guten und einfältig im Bösen. 20Der Gott des Friedens aber zertrete den Satan alsbald unter euren Füßen. Die Gnade unsres Herrn Jesu Christi sei mit euch! 21Es grüßt euch Timotheus, mein Mitarbeiter, auch Lucius und Jason und Sosipater, meine Verwandten. 22Ich, Tertius, der diesen Brief geschrieben, grüße euch im Herrn. 23Es grüßt euch Kajus, mein Gastfreund, und die ganze Gemeinde. Es grüßt euch Erastus, der Schatzmeister der Stadt, und der Bruder Quartus. 24Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch allen! Amen. 25Dem aber, der mächtig ist, euch zu stärken nach meinem Evangelium und der Verkündigung Jesu Christi, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, welches seit ewigen Zeiten verborgen war, 26(welches nun mittelst der Schriften der Propheten nach der Anordnung des ewigen Gottes kundgemacht ist zum Gehorsam des Glaubens), das unter allen Völkern bekannt gemacht worden ist, 27dem allein weisen Gott, ihm sei Ehre und Preis durch Jesus Christus von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.