Bibel in einem Jahr · Tag 185 von 365

Ps 28–30 · Röm 15

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 28

1Ein Psalm Davids, am Schlusse des Laubhüttenfestes. Bringet dem Herrn, ihr Söhne Gottes! bringet dem Herrn junge Widder dar. 2Bringet dem Herrn Preis und Ehre dar, bringet dem Herrn Preis, seinem Namen; betet den Herrn an in seinem heiligen Vorhofe! 3Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern, der Gott der Herrlichkeit lässt Donner erdröhnen, der Herr lässt Donner erdröhnen über großen Wassern. 4Die Stimme des Herrn ertönt mit Kraft, die Stimme des Herrn in Herrlichkeit. 5Die Stimme des Herrn, der Zedern zerschmettert; ja, der Herr zerschmettert die Zedern des Libanon 6und zerschlägt sie wie ein junges Rind auf dem Libanon; er, der Geliebte, gleicht einem jungen Einhorn. 7Die Stimme des Herrn, der die Feuerflammen zerteilt; 8die Stimme des Herrn, der die Wüste erschüttert, und der Herr macht die Wüste Kades erbeben. 9Die Stimme des Herrn, der die Hindinnen gebären lässt und die dichten Wälder lichtet, und in seinem Tempel sprechen alle: Herrlichkeit! 10Die Wasserflut macht der Herr zur Wohnung sich, dort thront der Herr als König in Ewigkeit. 11Der Herr wird seinem Volke Kraft verleihen, der Herr wird sein Volk mit Frieden segnen.

Die Psalmen 29

1Ein Lobpsalm bei der Einweihung des Hauses, von David. 2Ich will dich erheben, o Herr! denn du hast mich beschirmt und hast meine Feinde sich nicht freuen lassen über mich. 3O Herr, mein Gott! zu dir rief ich und du heiltest mich. 4Herr! du hast meine Seele aus dem Totenreiche emporgeführt, hast mich von denen, die in die Grube hinabfahren, gerettet. 5Lobsinget dem Herrn, ihr seine Heiligen! und preiset sein geheiligtes Andenken. 6Denn er straft in seinem Grimme und gibt Leben durch sein Wohlwollen. Am Abende kehrt Weinen ein und am Morgen Freude. 7Ich aber sprach in meines Glückes Fülle: Nimmermehr werde ich wanken! 8O Herr! durch dein Wohlwollen hattest du meiner Herrlichkeit Kraft verliehen. Du wandtest dein Angesicht von mir ab und ich ward bestürzt. 9Zu dir, o Herr! rief ich und zu meinem Gott flehte ich: 10Welchen Nutzen hast du von meinem Blute, wenn ich zur Verwesung hinabfahre? Wird wohl der Staub dich loben oder deine Treue verkünden? 11Der Herr hat es gehört und sich meiner erbarmt, der Herr ist mein Helfer geworden! 12Du hast mir meine Klagen in Freude verwandelt, mein Trauerkleid gelöst und mich mit Freude umgürtet, 13auf dass dir meine Herrlichkeit lobsinge und ich kein Leid habe; o Herr, mein Gott immerdar will ich dich preisen!

Die Psalmen 30

1Zum Ende, ein Psalm Davids, auf die Bestürzung. 2Auf dich, o Herr! vertraue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden; nach deiner Gerechtigkiet befreie mich! 3Neige dein Ohr zu mir, eile, mich zu retten! Sei mir ein schirmender Gott und eine Stätte der Zuflucht, dass du mich errettest! 4Denn du bist meine Stärke und meine Zuflucht, und um deines Namens willen wirst du mich leiten und nähren. 5Du wirst mich aus der Schlinge ziehen, die sie mir heimlich gelegt haben; denn du bist mein Beschirmer. 6In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, o Herr, Gott der Wahrhaftigkeit! 7Du hassest die, welche vergeblich sich an Nichtiges halten; ich aber vertraue auf den Herrn. 8Ich will frohlocken und mich freuen deines Erbarmens, denn du hast meine Erniedrigung angesehen und meine Seele aus den Nöten errettet. 9Du hast mich nicht gänzlich in die Hände des Feindes übergeben, hast meine Füße auf weiten Raum gestellt. 10Erbarme dich meiner, o Herr! denn ich bin bedrängt; verstört ist vom Grame mein Auge, meine Seele und mein Leib. 11Denn mein Leben ist im Schmerze dahingeschwunden und meine Jahre im Seufzen. Geschwächt ist durch Elend meine Kraft und meine Gebeine sind erschüttert. 12Um aller meiner Feinde willen bin ich eine Schmach geworden für meine Nachbarn gar sehr und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sahen, flohen vor mir davon. 13Vergessen bin ich, einem Toten gleich, aus dem Herzen geschwunden; einem zerbrochenen Gefäße gleichgeworden. 14Denn ich muss die Schmähung vieler hören, die mich ringsum umgeben. Indem sie zumal wider mich zusammenkamen, hielten sie Rat, mir das Leben zu rauben. 15Ich aber vertraue auf dich, o Herr! ich spreche: Mein Gott bist du! 16In deiner Hand steht mein Geschick. Errette mich aus der Gewalt meiner Feinde und von meinen Verfolgern! 17Lass dein Angesicht über deinen Diener leuchten, errette mich durch deine Erbarmung. 18O Herr! Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an. Mögen die Gottlosen zuschanden werden und mögen sie in das Totenreich hinabgestoßen werden; 19mögen die trügerischen Lippen verstummen, die wider den Gerechten Unrecht reden in Hochmut und Verachtung. 20Wie groß ist die Fülle deiner Güte, o Herr! die du denen, die dich fürchten, aufbewahrst. Du erweisest sie denen, die auf dich vertrauen, vor den Menschenkindern. 21Du verbirgst sie mit dem Schirme deines Angesichts vor dem Schrecken der Menschen. Du schirmst sie wie in deinem Gezelte vor dem Hader ihrer Zungen. 22Gepriesen sei der Herr! denn er hat mir seine Barmherzigkeit wunderbar erwiesen in einer festen Stadt. 23In der Bestürzung meines Geistes zwar sprach ich: Ich bin verstossen aus deinen Augen! Doch darum hast du mein lautes Flehen erhört, als ich zu dir rief. 24Liebet den Herrn, ihr seine Heiligen alle! Denn Wahrhaftigkeit sucht der Herr, und vergilt in vollem Maße denen, die Hochmut üben. 25Handelt mannhaft und lasset euer Herz stark sein, ihr alle, die ihr auf den Herrn hoffet!

Neues Testament

Römerbrief 15

1Wir Stärkeren nun müssen die Gebrechlichkeiten der Schwachen tragen, und nicht nach eigenem Gefallen leben. 2Ein jeder von euch sei dem Nächsten gefällig zu seinem Besten, zur Erbauung. 3Denn auch Christus hat nicht sich selbst zu Gefallen gelebt, sondern wie geschrieben steht: Die Schmähungen derer, die dich schmähten, fielen auf mich. 4Denn alles, was geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost aus der Schrift die Hoffnung haben. 5Der Gott der Geduld und des Trostes aber gebe euch, dass ihr eines Sinnes untereinander seiet Jesus Christus gemäß; 6damit ihr einmütig mit einem Munde Gott und den Vater unseres Herrn Jesus Christus preiset. 7Darum nehmet auch einer des andern an, wie auch Christus sich eurer annahm zur Ehre Gottes. 8Denn ich sage: Jesus Christus ist Diener der Beschneidung geworden, um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen; 9die Heiden aber preisen Gott um seiner Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich unter den Völkern preisen, o Herr! und deinem Namen lobsingen. 10Und wiederum sagt die Schrift: Freuet euch, ihr Völker, mit seinem Volke! 11Und abermals: Lobet den Herrn alle Völker, und preiset ihn alle Nationen! 12Und wiederum spricht Isaias: Es wird geschehen, die Wurzel Jesse und der, welcher sich erhebt, die Völker zu beherrschen, auf ihn werden die Völker hoffen. 13Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit jeglicher Freude und Frieden im Glauben, auf dass ihr überreich seiet in der Hoffnung und in der Kraft des Heiligen Geistes! 14Ich bin aber auch selbst, meine Brüder! In Betreff eurer versichert, dass auch ihr voll seid der Liebe, erfüllt mit aller Erkenntnis, so dass ihr euch einander ermahnen könnet. 15Indes habe ich an euch, Brüder! zum Teile freimütiger geschrieben, um euch daran zu erinnern, kraft der mir von Gott verliehenen Gnade, 16dass ich ein Diener Jesu Christi bei den Heiden bin, und den heiligen Dienst am Evangelium Gottes verrichte, damit die Darbringung der Heiden wohlgefällig werde, geheiligt durch den Heiligen Geist. 17Und so kann ich mich in Christus Jesus dessen rühmen, was Gott betrifft. 18Denn ich vermesse mich nicht, etwas von dem zu sagen, was Christus durch mich nicht gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Tat, 19in Kraft von Zeichen und Wundern, in Kraft des Heiligen Geistes; so dass ich von Jerusalem an ringsum bis nach Illyrien die frohe Botschaft von Christus verkündet habe. 20So aber hab ich es gehalten, dass ich dieses Evangelium nicht da gepredigt habe, wo Christi Namen bekannt war, damit ich nicht auf fremdem Grunde bauete; sondern wie geschrieben steht: 21Die, welchen keine Kunde von ihm geworden ist, werden sehen; und die nicht gehört haben, werden verstehen. 22Darum bin ich auch vielfach verhindert worden, zu euch zu kommen, und bin auch gehalten bis zur Stunde. 23Da ich nunmehr aber in diesen Gegenden keinen Wirkungskreis habe, schon seit vielen Jahren her aber das Verlangen habe, zu euch zu kommen, 24so hoffe ich, wenn ich meine Reise nach Spanien antreten werde, euch auf der Durchreise zu sehen, und von euch dorthin das Geleite zu empfangen, wenn ich euch zuvor einigermaßen genossen habe. 25Jetzt aber reise ich nach Jerusalem, den Heiligen zu dienen. 26Denn Mazedonien und Achaja fanden für gut, für die Armen unter den Heiligen zu Jerusalem eine Beisteuer zusammenzubringen. 27Sie fanden es für gut, sie sind auch deren Schuldner; denn wenn die Heiden an deren geistigen Gütern teilgenommen haben, so sind sie schuldig, ihnen auch mit den leiblichen zu Diensten zu sein. 28Habe ich nun dieses vollbracht und ihnen diesen Ertrag eingehändigt, so will ich bei euch hindurch nach Spanien reisen. 29Ich weiß aber, dass, wenn ich zu euch komme, ich in Fülle des Segens des Evangeliums Christi kommen werde. 30ich bitte euch also, Brüder! bei unserm Herrn Jesus Christus und bei der Liebe des Heiligen Geistes, dass ihr mir helfet mit eurem Gebete für mich zu Gott, 31damit ich von den Ungläubigen, die in Judäa sind, errettet werde und das Opfer meiner Dienstleistung den Heiligen zu Jerusalem angenehm sei; 32damit ich mit Freuden zu euch komme, nach dem Willen Gottes, und mich mit euch erquicke. 33Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen! Amen.