Bibel in einem Jahr · Tag 184 von 365

Ps 25–27 · Röm 14

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 25

1Zum Ende, ein Psalm Davids. schaffe mir Recht, o Herr! denn ich bin in meiner Unschuld gewandelt, und weil ich auf den Herrn gehofft, werde ich nicht unterliegen. 2Prüfe mich, Herr! und erprobe mich; erforsche im Feuer meine Nieren und mein Herz. 3Denn deine Erbarmung steht mir vor Augen und an deiner Wahrheit habe ich Wohlgefallen. 4Ich sitze nicht in der Versammlung der Eitelkeit und wandle nicht mit den Missetätern. 5Ich hasse die Zusammenkunft der Bösewichter und bei den Gottlosen sitze ich nicht. 6Ich wasche mit Unschuldigen meine Hände und trete so zu deinem Altar, o Herr! 7Dass ich die Stimme deines Lobes höre und alle deine Wundertaten verkünde. 8Herr! ich liebe die Zier deines Hauses und den Ort, wo deine Herrlichkeit wohnt. 9Lass, o Gott! nicht mit den Gottlosen meine Seele zugrunde gehen und nicht mit den Blutmenschen mein Leben, 10an deren Händen Ungerechtigkeiten sind, deren Rechte mit Geschenken gefüllt ist. 11Ich aber wandle in meiner Unschuld; erlöse mich und erbarme dich meiner! 12Mein Fuß steht auf rechtem Wege; ich will dich preisen, o Herr! in den Versammlungen.

Die Psalmen 26

1Ein Psalm Davids, ehe er gesalbt ward. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist der Beschirmer meines Lebens, vor wem sollte ich zagen? 2Wenn Übeltäter mir nahen, mein Fleisch zu verzehren, meine Feinde, die mich bedrängen, so werden sie kraftlos und stürzen zu Boden. 3Wenn ein Heerlager wider mich ersteht, so fürchtet sich mein Herz nicht. Wenn Kampf sich wider mich erhebt, so bin ich doch dabei voll Vertrauen. 4Eines erbitte ich vom Herrn, darnach verlangt mich, dass ich im Hause des Herrn alle Tage meines Lebens bleiben dürfe, um die Lieblichkeit des Herrn zu schauen und seinen Tempel zu besuchen. 5Denn er birgt mich in seinem Zelte, er schirmt mich am Tage des Unglücks im Verborgenen seines Zeltes. 6Er hebt mich empor auf einen Felsen und nun erhebt er mein Haupt über meine Feinde. Ich trete hin und bringe ein Jubelopfer dar in seinem Zelte, ich singe dem Herrn und sage ihm Preis. 7Erhöre, o Herr! meine Stimme, da ich zu dir rufe; erbarme dich meiner und erhöre mich! 8Zu dir spricht mein Herz, es sucht dich mein Angesicht; dein Antlitz, o Herr! will ich suchen. 9Wende dein Antlitz nicht von mir, kehre dich nicht im Zorne ab von deinem Diener. Sei du mein Helfer; verlass mich nicht und verstoße mich nicht, o Gott, mein Retter! 10Denn mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, der Herr aber nimmt mich auf. 11Weise mich, Herr! deinen Weg und leite mich auf rechter Bahn um meiner Feinde willen. 12Gib mich nicht dem Willen meiner Bedränger preis, denn falsche Zeugen haben sich wider mich erhoben; doch die Bosheit hat sich selbst zum Schaden gelogen. 13Ich vertraue fest, dass ich die Güter des Herrn schauen werde im Lande der Lebendigen. 14Harre auf den Herrn, handle männlich; lass dein Herz stark sein und stehe fest im Herrn!

Die Psalmen 27

1Ein Psalm Davids. Zu dir, Herr! rufe ich, mein Gott! schweige nicht vor mir; dass ich nicht, wenn du vor mir schweigst, denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren. 2Erhöre, Herr! die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir rufe, wenn ich meine Hände zu deinem heiligen Tempel hin erhebe. 3Raffe mich nicht mit den Sündern hinweg und vertilge mich nicht mit den Übeltätern, die mit ihrem Nächsten freundlich reden, während sie Böses im Sinne haben. 4Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Anschläge. Nach dem, was ihre Hände verübt, vergilt ihnen, und was sie verdient haben, lass ihnen zuteil werden. 5Denn sie verstehen die Taten des Herrn nicht noch auch die Werke seiner Hände, du wirst sie niederreißen und nicht wieder aufbauen. 6Gepriesen sei der Herr! denn er hat mein lautes Flehen erhört. 7Der Herr ist mein Helfer und mein Beschirmer, auf ihn vertraute mein Herz und es ward mir geholfen. So blühte mein Leib wieder auf und mit willigem Herzen will ich ihn preisen. 8Der Herr ist seines Volkes Stärke und der rettende Beschirmer seines Gesalbten. 9Hilf, Herr! deinem Volke und segne dein Erbe und leite sie und trage sie in Ewigkeit.

Neues Testament

Römerbrief 14

1Den Schwachen aber im Glauben nehmet auf, ohne euch über Meinungen zu zanken. 2Denn der eine glaubt, alles essen zu dürfen; wer aber schwach ist, esse Gemüse. 3Wer ißt, verachte den nicht, welcher nicht ißt; und wer nicht ißt, richte den nicht, welcher ißt; denn Gott hat ihn aufgenommen. 4Wer bist du, der du einen fremden Knecht richtest? Seinem Herrn steht oder fällt er; er wird aber stehen, denn Gott vermag ihn aufrecht zu erhalten. 5Denn der eine unterscheidet einen Tag von dem andern, der andere aber halt jeden Tag gleich; ein jeder sei nur in seinem Sinne vollkommen überzeugt. 6Wer auf den Tag hält, der hält darauf um des Herrn willen; und wer ißt, der ißt für den Herrn, denn er sagt Gott Dank; und wer nicht ißt, der ißt für den Herrn nicht und sagt Gott Dank. 7Denn keiner von uns lebt sich selbst, und keiner stirbt sich selbst! 8Denn leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Wir mögen also leben oder sterben, so sind wir des Herrn. 9Denn dazu ist Christus gestorben und auferstanden, dass er sowohl über die Toten als über die Lebenden herrsche. 10Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, warum verachtest du deinen Bruder? Alle werden wir ja vor dem Richterstuhl Christi stehen. 11Denn es steht geschrieben: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen! 12Demnach wird ein jeder von uns Gott für sich Rechenschaft geben. 13Lasset uns also nicht mehr einander richten, sondern darauf richtet vielmehr eure Sorge, dass ihr dem Bruder nicht Anstoß oder Ärgernis gebet. 14Ich weiß und bin überzeugt im Herrn Jesus, dass nichts an sich unrein ist; nur dem, welcher etwas für unrein hält, diesem ist es unrein. 15Wenn nun dein Bruder wegen einer Speise gekränkt wird, so wandelst du nicht mehr der Liebe gemäß. Stürze nicht durch deine Speise jenen in´s Verderben, für welchen Christus gestorben ist! 16Darum gebet unser Gut nicht der Lästerung preis! 17Denn das Reich Gottes ist nicht Speise und Trank, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geiste. 18Denn wer in diesen Dingen Christus dient, ist Gott wohlgefällig und den Menschen genehm. 19Darum lasset uns dem nachtrachten, was den Frieden fördert, und das gegeneinander beobachten, was zur Erbauung dient. 20Zerstöre nicht um einer Speise willen das Werk Gottes! Wohl ist alles rein, aber es wird zum Übel für den Menschen, der es ißt, obgleich er Anstoß nimmt. 21Es ist gut, kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken, noch etwas zu tun, woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nimmt oder schwach wird. 22Hast du eine feste Überzeugung? Behalte sie für dich vor Gott. Selig wer sich selbst nicht richtet durch das, was er für recht hält! 23Wer aber einen Unterschied macht, ist verurteilt, wenn er ißt, weil er nicht aus fester Überzeugung handelt. Alles aber, was nicht aus fester Überzeugung geschieht, ist Sünde.