Bibel in einem Jahr · Tag 182 von 365

Ps 20–22 · Röm 13

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 20

1Zum Ende, ein Psalm Davids. 2Herr! Ob deiner Macht erfreut sich der König und ob deiner Hilfe frohlockt er gar sehr. 3Was sein Herz ersehnte, hast du ihm gewährt, und was seine Lippen verlangten, versagtest du ihm nicht. 4Denn du bist ihm zuvorgekommen mit lieblichen Segnungen, hast ihm auf sein Haupt eine Krone von kostbarem Gestein gesetzt. 5Um Leben hat er dich gebeten und du gabst ihm langes Leben auf immer und ewig. 6Groß ist sein Ruhm ob deiner Gnadenhilfe und große Ruhmesherrlichkeit legtest du auf ihn. 7Denn du setzest ihn zum Segen auf immer, erfreust ihn mit Wonne vor deinem Angesicht. 8Denn der König hofft auf den Herrn und durch die Huld des Allerhöchsten wird er nicht wanken. 9Deine Hand möge alle deine Feinde erreichen, deine Rechte möge alle erreichen, die dich hassen! 10Du wirst sie dem Feuerofen gleichmachen, wenn du erscheinst; der Herr wird sie in seinem Zorne erschrecken und Feuer sie verzehren. 11Ihre Kinder wirst du von der Erde hinweg vertilgen und ihre Nachkommenschaft aus den Menschenkindern. 12Denn üben sie Tücke wider dich, ersinnen sie Anschläge, sie können sie nicht ausführen. 13denn du wirst sie zwingen, den Rücken zu wenden; denen, die du übrig lässest, wirst du auf ihr Antlitz zielen. 14Erhebe dich, Herr! in deiner Macht, so wollen wir singen und deine Stärke preisen.

Die Psalmen 21

1Zum Ende, für Hilfe am Morgen, ein Psalm Davids. 2O Gott, mein Gott! schaue her auf mich, warum hast du mich verlassen? Fern von Hilfe für mich rufe ich ob meiner Sünden. 3Mein Gott! ich rufe des Tages und du erhörst mich nicht; des Nachts, doch nicht soll es mir zur Torheit gereichen. 4Du aber wohnst im Heiligtume, du, der Lobpreis Israels! 5Auf dich hofften unsere Väter, sie hofften und du hat sie gerettet. 6Sie riefen zu dir und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. 7Ich aber bin ein Wurm und nicht ein Mensch, der Leute Spott und die Verachtung des Volkes. 8Alle, die mich sehen, spotten über mich, verziehen die Lippen und schütteln das Haupt. 9Er hat auf den Herrn gehofft, er rette ihn, er helfe ihm, denn er hat sein Wohlgefallen an ihm. 10Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleibe hervorgezogen; du meine Hoffnung von den Brüsten meiner Mutter her. 11Dir ward ich zugewiesen vom Mutterschoße an, von Mutterleib an warst du mein Gott. 12Verlasse mich nicht, denn die Drangsal ist nahe und niemand ist, der helfe. 13Viele Farren haben mich umringt, fette Stiere mich umlagert. 14Sie sperren ihren Rachen wider mich auf, wie ein reißender, brüllender Löwe. 15Wie Wasser bin ich hingegossen und aufgelöst sind all meine Gebeine. Mein Herz ist wie zu Wachs zerflossen in meinem Innern. 16Vertrocknet wie eine Scherbe ist meine Kraft und meine Zunge klebt an meinem Gaumen und in den Staub des Todes ließest du mich hinabsinken. 17Denn viele Hunde haben mich umringt, die Rotte der Bösewichter hat mich umlagert. Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt, 18gezählt all meine Gebeine und schauen mich nun an und betrachten mich. 19Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und das Los über mein Gewand geworfen. 20Du aber, Herr! lass deine Hilfe nicht fern sein von mir, sei bedacht auf meinen Schutz. 21Errette meine Seele von dem Schwerte, o Gott! und aus der Gewalt des Hundes meine Einzige. 22Rette mich aus dem Rachen des Löwen, mich Erniedrigten von den Hörnern der Einhorne. 23Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Versammlung dich lobpreisen. 24Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, lobpreiset ihn; alle Kinder Jakobs verherrlichet ihn! 25Es mögen ihn fürchten alle Nachkommen Israels; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht er das Flehen des Armen und hat sein Angesicht nicht von mir abgewendet und mich erhört, da ich zu ihm rief. 26Dich preise ich in zahlreicher Versammlung; im Angesichte derer, die ihn fürchten, will ich meine Gelübde erfüllen. 27Arme werden essen und satt werden und den Herrn loben, die ihn suchen; ihre Herzen leben auf ewig. 28Alle Enden der Erde werden des Herrn gedenken und zu ihm zurückkehren und vor ihm werden alle Geschlechter der Heiden niederfallen. 29Ist ja des Herrn das Königtum und er herrscht über alle Völker. 30Es essen und beten an alle Mächtigen der Erde; vor seinem Angesichte fallen alle nieder, die in den Staub sinken. 31Und meine Seele wird ihm leben und meine Nachkommenschaft ihm dienen. 32dem Herrn wird angekündigt werden das künftige Geschlecht und die Himmel werden seine Gerechtigkeit dem Volke kundtun, das geboren werden wird, das der Herr erschaffen hat.

Die Psalmen 22

1Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln; 2auf einem Weideplatze lässt er mich lagern, an Wasser der Erquickung leitet er mich; 3er erquickt meine Seele, führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, um seines Namens willen. 4Denn ob ich auch mitten durch Todesschatten wandelte, fürchte ich doch kein Unglück; bist du doch bei mir. Dein Stecken und dein Stab trösten mich. 5Du deckst vor meinem Angesichte einen Tisch im Angesichte meiner Bedränger, salbst mein Haupt mit Öl, und mein überströmender Becher, wie herrlich ist er! 6Deine Gnade geleitet mich alle Tage meines Lebens und ich darf wohnen im Hause des Herrn immerdar.

Neues Testament

Römerbrief 13

1Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Gewalt außer von Gott, die aber, welche bestehen, sind von Gott gesetzt. 2Wer demnach sich gegen die obrigkeitliche Gewalt auflehnt, widersetzt sich der Anordnung Gottes. Die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst Verdammnis zu. 3Denn die Obrigkeiten sind nicht da zum Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du aber ohne Furcht sein vor der Gewalt, so tue das Gute, und du wirst von ihr Lob erhalten; 4denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte, denn nicht umsonst trägt sie das Schwert; ist sie doch Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Bestrafung für den, der das Böse tut. 5Darum ist es eure Pflicht, untertan zu sein; nicht nur um der Strafe willen, sondern auch des Gewissens wegen. 6Denn darum leistet ihr auch Abgaben; denn sie sind Gottes Diener, die eben diesem obliegen. 7So leistet denn allen, was ihr schuldig seid: Abgabe, wem Abgabe, Zoll, wem Zoll, Ehrfurcht, wem Ehrfurcht, Ehre, wem Ehre gebührt. 8Bleibet niemanden etwas schuldig, außer dass ihr euch einander liebet; denn wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9Denn das Verbot: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsches Zeugnis geben; du sollst nicht begehren; und jedes andere Gebot ist in dieser Vorschrift zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 10Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu; die Liebe ist also die Erfüllung des Gesetzes. 11Und dies um so mehr, da wir aus der Zeit erkennen, dass es an der Stunde ist, dass wir vom Schlafe erwachen sollen; denn jetzt ist unser Heil näher, als da wir gläubig wurden. 12Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber hat sich genaht; lasset uns also die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichtes anziehen! 13Wie am Tage lasset uns ehrbar wandeln; nicht in Schmausereien und Gelagen, nicht in Beilagern und Unzucht, nicht in Streit und Eifersucht, 14sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und heget nicht für das Fleisch Fürsorge zu Begierlichkeiten.