Bibel in einem Jahr · Tag 181 von 365

Ps 17–19 · Röm 12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 17

1Zum Ende, von dem Diener des Herrn, David, der an den Herrn die Worte dieses Liedes an dem Tag richtete, als ihn der Herr aus der Hand aller seiner Feinde rettete und aus der Hand Sauls. Er sprach: 2Ich liebe dich, o Herr! meine Stärke. 3Der Herr ist meine Stütze, meine Zuflucht und mein Erretter; mein Gott ist mein Helfer, ich hoffe auf ihn; er ist mein Beschirmer und das Horn meines Heiles, er nimmt sich meiner an. 4Lobpreisend rufe ich den Herrn an und werde errettet von meinen Feinden. 5Es haben mich Todesschmerzen umgeben und des Frevels Ströme mich erschreckt. 6Der Unterwelt Schmerzen umfingen mich, es fassten mich unverhofft Todesschlingen. 7Da rief ich in meiner Drangsal zu dem Herrn und schrie zu meinem Gott, und er hörte meine Stimme aus seinem heiligen Tempel und mein Rufen kam vor ihn und drang zu seinen Ohren. 8Es wankte und bebte die Erde, der Berge Festen zitterten und wankten, denn er war ergrimmt über sie. 9Bei seinem Grimme stieg Rauch auf und vor ihm her brannte Feuer, Glut hat er entzündet. 10Er neigte den Himmel und stieg nieder, Dunkel war unter seinen Füßen. 11Und er stieg auf Cherubim und flog dahin, flog dahin auf den Flügeln des Windes. 12Er machte Finsternis zu seiner Hülle, rings um sich her zu seinem Zelte, Wasserdunkel und dichte Wolken der Lüfte. 13Vor seines Angesichts Glanze zogen Wolken daher mit Hagelschauer und Feuersglut. 14Und der Herr donnerte vom Himmel, der Höchste ließ seine Stimme erschallen, Hagelschauer und Feuersglut. 15Und er entsandte seine Pfeile und zerstreute sie, sandte Blitze auf Blitze nieder und erschreckte sie. 16Da zeigten sich die Tiefen der Wasser und bloßgelegt wurden die Grundfesten des Erdkreises, vor deinem Dräuen, o Herr! vor dem Brausen deines schnaubenden Zornes. 17Er griff hernieder aus der Höhe und erfasste mich und zog mich heraus aus gewaltigen Wassern. 18Er entriss mich meinen starken Feinden und denen, die mich hassten; denn sie waren stärker als ich. 19Sie überfielen mich am Tage meiner Drangsal, doch der Herr ward mein Beschützer. 20Er führte mich hinaus in freien Raum, rettete mich, weil er Wohlgefallen an mir hatte. 21Und der Herr vergilt mir nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände; 22denn ich beobachtete die Wege des Herrn und handelte nicht frevelnd gegen meinen Gott. 23Alle seine Rechte hatte ich ja vor Augen und seine Satzungen stieß ich nicht von mir. 24So war ich fleckenlos vor ihm und hütete mich vor meiner Verschuldung. 25Und der Herr vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit und nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. 26Gegen den Heiligen zeigst du dich heilig und gegen den Unschuldigen zeigst du dich unschuldig. 27Gegen den Auserlesenen zeigst du dich auserlesen und gegen den Verkehrten zeigst du dich verkehrt. 28Ja, dem bedrückten Volke schaffst du Hilfe, aber die Augen der Stolzen demütigst du. 29Ja, du, o Herr! gibst meiner Leuchte Licht; mein Gott, erhelle meine Finsternis. 30Ja, durch dich werde ich der Versuchung entrissen und mit meinem Gott überspringe ich Mauern. 31Meines Gottes Weg ist unbefleckt, des Herrn Wort ist im Feuer bewährt; ein Schirm ist er allen, die auf ihn vertrauen. 32Denn wer ist Gott außer dem Herrn? Oder wer ist Gott außer unserm Gott? 33Gott ist es, der mich mit Kraft umgürtete und meinen Weg makellos machte, 34der meine Füße den Hirschen gleichmachte und mich auf Höhen stellte, 35der meine Hände streiten lehrt und meine Arme gleichmacht dem ehernen Bogen. 36Du reichst mir den Schutz deines Heiles und deine Rechte stützt mich, deine Zucht bessert mich gänzlich und deine Zucht, gerade sie lehrt mich. 37Du machtest weiten Raum für meine Schritte unter mir und meine Füße wanken nicht. 38Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein und kehre nicht um, bis sie vertilgt sind. 39Ich zerschmettere sie, dass sie sich nicht erheben können; sie werden unter meine Füße stürzen. 40Du umgürtest mich mit Kraft zum Kampfe, lässest meine Widersacher vor mir zu Falle kommen. 41Meine Feinde wendest du vor mir in die Flucht und meine Hasser vertilgst du. 42Sie rufen zu dem Herrn und niemand hilft ihnen, er hört sie nicht. 43Ich zermalme sie wie Staub vor dem Winde, wie Gassenkot zertrete ich sie. 44Du rettest mich aus der Empörung des Volkes, du setzest mich zum Haupte der Völker. 45Ein Volk, das ich nicht kannte, ward mir untertan; da sie nur hörten, gehorchte es mir. 46Die Söhne der Fremde heucheln mir Unterwerfung, die Söhne der Fremde schwinden dahin und ziehen hinkend abseits von ihren Wegen. 47Es lebt der Herr, gepriesen sei mein Gott und hoch erhoben werde der Gott meines Heiles! 48O Gott! der du mir Rache verleihst und mir die Völker unterwirfst, du mein Erretter von meinen zornentbrannten Feinden; 49über meine Widersacher erhöhest du mich, vom Manne des Unrechtes rettest du mich. 50Darum will ich dich, Herr! unter den Völkern preisen und deinem Namen lobsingen, 51der du seinem Könige großes Heil verleihest und seinem Gesalbten Huld erweisest, David und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

Die Psalmen 18

1Zum Ende, ein Psalm Davids. 2Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament verkündet seiner Hände Werke. 3Ein Tag überbringt dem andern das Wort, es gibt eine Nacht der andern die Kunde. 4Es ist keine Sprache, es ist kein Wort, deren Laute man nicht vernähme. 5Über die ganze Erde geht ihr Schall aus und bis an die Enden des Erdkreises ihre Worte. 6Er schlug sein Zelt in der Sonne auf und sie gleicht dem Bräutigam, der aus dem Brautgemache hervorgeht; gleich einem Helden jauchzt sie, ihre Bahn zu laufen. 7Vom äußersten Himmel geht sie aus und ihr Lauf geht hin bis zu seiner Grenze, und niemand ist, der sich vor ihrer Glut verbergen könnte. 8Des Herrn Gesetz ist makellos, die Seelen umgestaltend; des Herrn Zeugnis ist verlässig und gibt Weisheit den Einfältigen. 9Die Vorschriften des Herrn sind gerade und erfreuen die Herzen, hellleuchtend ist das Gebot des Herrn und Licht den Augen. 10Die Furcht des Herrn ist heilig und währt in Ewigkeit; die Satzungen des Herrn sind wahr, gerecht befunden insgesamt. 11Wünschenswerter sind sie viel mehr als Gold und viel Edelgestein und süßer als Honig und Honigseim. 12Auch befolgt sie dein Diener, ihre Beobachtung bringt vielfache Vergeltung. 13Wer merkt die Sünden alle? Von meinen verborgenen Sünden reinige mich 14und vor fremden behüte deinen Diener. Wenn sie nicht über mich herrschen, so werde ich unbefleckt bleiben und rein sein von schwerer Schuld. 15Alsdann werden dir die Reden meines Mundes wohlgefallen und meines Herzens Gedanken werden allezeit vor dir sein. O Herr, du mein Helfer und mein Erlöser!

Die Psalmen 19

1Zum Ende, ein Psalm Davids. 2Der Herr erhöre dich am Tage der Trübsal, es schirme dich der Name des Gottes Jakobs. 3Er sende dir Hilfe aus dem Heiligtume und beschütze dich von Sion aus. 4Er gedenke all deiner Speiseopfer und dein Brandopfer erfinde er fett. 5Er gebe dir, was dein Herz wünscht, und lasse all dein Vorhaben gelingen. 6Ob deines Heiles werden wir uns freuen und uns rühmen des Namens unsers Gottes. 7Der Herr erfülle all dein Begehren! Nun weiß ich, dass der Herr seinem Gesalbten hilft; er wird ihn erhören von seinem heiligen Himmel her, denn mächtig ist die Hilfe seiner Rechten. 8Diese vertrauen auf Wagen und jene auf Rosse, wir aber rufen den Namen des Herrn, unsers Gottes, an. 9Sie verstricken sich und fallen, wir aber erheben uns und stehen aufrecht. 10O Herr! hilf dem Könige und erhöre uns am Tage, da wir zu dir rufen.

Neues Testament

Römerbrief 12

1Darum beschwöre ich euch, Brüder! um der Barmherzigkeit Gottes willen, dass ihr eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darstellet, so dass euer Gottesdienst geistig sei. 2Und werdet dieser Welt nicht gleichförmig, sondern wandelt euch um durch die Erneuerung eures Geistes, damit ihr prüfet, was der Wille Gottes, was gut, wohlgefällig und vollkommen sei. 3Denn ich sage, vermöge der Gnade, die mir gegeben ist, allen, die unter euch sind, nicht höher von sich zu denken, als sich geziemt, sondern gerecht von sich zu denken, nach dem Maße des Glaubens, das Gott einem jeden zugeteilt hat. 4Denn sowie wir an einem Leibe viele Glieder haben, alle Glieder aber nicht dieselbe Verrichtung haben, 5so sind wir, die vielen ein Leib in Christus, die einzelnen aber einer des andern Glieder. 6Wir haben aber Gaben, die nach der uns verliehenen Gnade verschieden sind. Ist es die Gabe der Weissagung, so werde sie gebraucht nach der Richtschnur des Glaubens; 7hat jemand ein Amt, der bleibe bei seinem Amte; wer lehrt, bleibe bei der Lehre; 8wer ermahnt, beim Ermahnen; wer spendet, spende in Einfalt; wer Vorsteher ist, sei es mit Eifer; wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freudigkeit. 9Die Liebe sei ungeheuchelt: das Böse verabscheuend und an dem Guten festhaltend. 10Seid einander mit brüderlicher Liebe zugetan, kommet einander mit Ehrerbietung zuvor. 11Seid nicht träge im Eifer; seid inbrünstig im Geiste; dienet dem Herrn. 12Seid fröhlich in der Hoffnung; seid geduldig in der Trübsal, beharrlich im Gebete. 13An den Bedürfnissen der Heiligen nehmet Anteil, befleißigt euch der Gastfreundschaft. 14Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. 15Freuet euch mit den Fröhlichen, weinet mit den Weinenden. 16Habet einerlei Gesinnung gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern lasset euch herab zum Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug. 17Vergeltet niemanden Böses mit Bösem; befleißigt euch des Guten nicht nur vor Gott, sondern auch vor allen Menschen. 18Wenn es möglich ist, so habet, soviel an euch liegt, mit allen Menschen Frieden. 19Schaffet euch nicht selbst Recht, Geliebteste! sondern gebt dem Zorngerichte Raum; denn es steht geschrieben: Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr. 20Vielmehr, wenn dein Feind Hunger, so speise ihn; wenn er dürstet, so tränke ihn; denn wenn du dies tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. 21Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde durch das Gute das Böse!